Ex-Präsident des Luzerner SC: «Wir machen eine Freaksportart»

Die Landhockeyaner des Luzerner SC haben am Samstag ihren neuen Kunstrasen eingeweiht. Den 315'000 Franken teuren Platz auf dem Utenberg hat die Stadt Luzern finanziert.

Sven Aregger
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Die Kids des Luzerner SC spielten anlässlich der Eröffnung eine Jugendolympiade mit verschiedenen Games.

Die Kids des Luzerner SC spielten anlässlich der Eröffnung eine Jugendolympiade mit verschiedenen Games.

Bild: PD

Die LSC-Stiftung Landhockey übernimmt die Kosten von 110'000 Franken für die Erweiterung des Klubhauses. Im Eröffnungsspiel gewannen die Luzerner Senioren mit 5:0 gegen eine Hamburger Auswahl. Bruno Affentranger (Bild), der den Luzerner SC fast zehn Jahre lang präsidierte, hat das Projekt eng begleitet. Das Platzfest war gleichzeitig so etwas wie Affentrangers Stabsübergabe an das neue Co-Präsidium Paulien Brands/Lars Küng.

Bruno Affentranger

Bruno Affentranger

«Kommt in Scharen» stand im Flyer zur Platzweihe. Ist das nicht das falsche Signal in diesen Zeiten?

Bruno Affentranger: Da ist viel Selbstironie dabei. Ich sage immer: Wir betreiben keine Randsportart, sondern eine Freaksportart. An einem normalen Meisterschaftsspiel sind zwölf Zuschauer zugegen, und wenn wir von Scharen sprechen, meinen wir 40 Leute. Es war ein vereinsinterner Anlass mit nicht mehr als 70 bis 100 Gästen gleichzeitig. Und wir haben die Corona-Schutzvorschriften eingehalten.

Welche Bedeutung hat der Platz für den Luzerner SC?

Er ist das Zentrum unseres Klubs, nur auf diesem Platz wird trainiert und gespielt. Im Landhockey sind drei Kunstrasen-Typen gängig. Die Stadt hat sich für die gelenkschonende Variante mit langen Grashalmen entschieden. Den gleichen Platz gibt es übrigens bereits in Lugano.

Der neue Platz

Der neue Platz

Bild: PD

Er gilt als TV-tauglich. Was heisst das konkret?

Dank der blauen Farbe, die angenehm fürs Auge ist, können die Zuschauer die Partien besser verfolgen. Das hat man schon bei Olympia 2012 in London wissenschaftlich untersucht. Aus der Distanz betrachtet sieht es so aus, als hätten wir jetzt das grösste Freibad in Luzern. (lacht) Es wäre natürlich schön, wenn TV-Sender das eine oder andere Mal vorbeikommen würden. Aber wir sind nicht grössenwahnsinnig.

Wird es in Luzern vermehrt Länderspiele geben?

Das hoffen wir. Am 16. Oktober sind Länderspiele zwischen der Schweiz und Österreich geplant. Solche Sachen sind wichtige Werbung für uns. Unser Sport ist motorisch und koordinativ sehr anspruchsvoll. Im Gegensatz zum Fussball müssen wir uns immer wieder in der Nachwuchsförderung und -werbung anstrengen, damit es weiter geht. Der wunderschöne, neue Platz ist ein gutes Argument mehr, Landhockey zu spielen.

Die Senioren des LSC traten gegen eine Hamburger Auswahl zum Eröffnungsspiel an.

Die Senioren des LSC traten gegen eine Hamburger Auswahl zum Eröffnungsspiel an.

Bild: PD