Ex-Zuger Thomas Rüfenacht zur SCB-Krise: «Der Glaube an die Playoffs ist ungebrochen»

Meister Bern taumelt, fällt aber (noch) nicht. Reizfigur und Haudegen Thomas Rüfenacht übt sich vor dem Duell mit dem Tabellenführer EV Zug in Optimismus.

Philipp Zurfluh
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Aggressiv-Leader Thomas Rüfenacht strebt mit den Bernern einen Sieg gegen Zug an.

Aggressiv-Leader Thomas Rüfenacht strebt mit den Bernern einen Sieg gegen Zug an.

Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 7. Dezember 2019)

Routinier Thomas Rüfenacht konnte mit dem SCB in den letzten vier Saisons dreimal den Meisterpokal in die Höhe stemmen. Doch heuer wanken die Hauptstädter bedenklich. Wie in der Saison 2013/14 droht der amtierende Meister, die Playoffs zu verpassen. Seit der Einführung der Playoffs in der Saison 1985/86 war es erst zweimal der Fall, dass der Meister in der darauffolgenden Saison in der Qualifikation scheiterte. In der Saison 2018/19 mussten die ZSC Lions daran glauben.

Trotz beunruhigender Tabellensituation – der SCB hat einen Punkt Rückstand auf Platz 8 (Fribourg) und ein Spiel mehr ausgetragen als der Achtplatzierte – strahlt der 34-Jährige Zuversicht aus: «Wir haben es nach wie vor selber in der Hand, der Glaube an die Playoffs ist ungebrochen.» Der neue SCB-Coach und ZSC-Meistertrainer Hans Kossmann habe dem Team neues Leben einhauchen können, sagt der in den USA aufgewachsene Luzerner. Gemessen an den Resultaten lässt der erhoffte Trainer-Effekt aber noch auf sich warten. Bei zwei von drei Partien verlässt der Meister als Verlierer das Eis.

Drei Saisonduelle, drei Zuger Siege

«Unsere defensiven Aussetzer wurden immer wieder bestraft. Die Qualität im Team ist da, doch das Vertrauen in unser Spiel ist abhandengekommen. Dieses müssen wir uns wieder erarbeiten», meint Rüfenacht, der schon die sechste Saison bei den Mutzen bestreitet.
Nun gastiert am Freitagabend (19.45 Uhr) der Tabellenführer EV Zug in der Postfinance-Arena. Die Bilanz des SCB gegen die Zentralschweizer ist ernüchternd. Er verlor alle drei Begegnungen. Ein Gegner zum ungünstigsten Zeitpunkt? «Mitnichten», sagt Rüfenacht. «Der Gegner interessiert mich nicht, wir müssen uns auf uns konzentrieren.» Dennoch hat der 34-Jährige grossen Respekt vor den Zugern. «Sie verfügen über vier ausgeglichene Linien und zeigen beeindruckende Leistungen.» Der Haudegen spielte drei Jahre beim EV Zug. Zwei davon war er Strafenkönig in der Liga.

Rüfenacht ist bekannt dafür, dass er verbal austeilen kann. Er gilt als König des Trash-Talks. Noch bei Lausanne unter Vertrag provozierte er 2009 vor dem entscheidenden siebten Spiel in der Ligaqualifikation gegen Biels Topskorer Thomas Nüssli bis auf das Äusserste. Das Wortgefecht endete in einer Prügelei – und für die beiden das Spiel. «Emotionen gehören auf das Eis», sagt Rüfenacht. «Doch sie garantieren dir keine Siege.»

Doch der Ex-Zuger lässt nicht nur seine Fäuste sprechen. Der teamintern fünftbeste Skorer konnte in dieser Saison 19 Assists verbuchen. Rüfenacht interessiert dies wenig: «Statistiken sind etwas für Journalisten. Ich muss mehr Leistung zeigen und mehr Verantwortung übernehmen», betont der Aggressiv-Leader. «Wir glauben fest an einen Sieg gegen Zug.»