Golf

Fabienne In-Albon ist die Schweizer Golf-Hoffnung für Rio

Nach 112 Jahren Abwesenheit an Olympischen Spielen wird in Rio de Janeiro diesen Sommer wieder Golf gespielt. Fabienne In-Albon hat von den Schweizerinnen die beste Ausgangslage für eine Qualifikation.

Konstantin Furrer
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Für Fabienne In-Albon (Dritte von rechts) gibt es nichts Grösseres als die Olympischen Spiele.

Für Fabienne In-Albon (Dritte von rechts) gibt es nichts Grösseres als die Olympischen Spiele.

KEYSTONE

1904 flog zum letzten Mal ein Golfball an einem Olympischen Turnier durch die Luft. 74 Amerikaner und drei Kanadier kämpften in St. Louis um die Goldmedaille. Das bessere Ende behielt der Kanadier George Lyon für sich. Er setzte sich im Final gegen den 26 Jahre jüngeren Chandler Egan durch. Jetzt – 112 Jahre später – soll in Rio ein neuer Champion gekürt werden. Der Entscheid für die Wiedereinführung fiel 2009 an der 121. IOC-Sitzung in Kopenhagen. Man wollte dem Golf-Boom der letzten Jahre gerecht werden. Während vor 112 Jahren nur Männer auf dem Golfplatz standen, messen sich in diesem Jahr je 70 Frauen und 70 Männer auf der eigens für das Olympiaturnier gebauten Golfanlage in der Kunst des Golfspiels.

Bei den Schweizerinnen hat Fabienne In-Albon die beste Chance, in Brasilien mit von der Partie zu sein. In der Weltrangliste steht die Zugerin auf dem 332. Platz, auf der bereinigten Olympia-Rangliste auf dem 52. Rang. Die ersten 60 qualifizieren sich für Rio. Bis zum 11. Juli haben die Golfer noch Zeit, sich zu qualifizieren. Während für In-Albon eine Olympiaqualifikation für das Frauenturnier zum Greifen nahe ist, stehen die Schweizer Männer ohne Chance da. Der bestplatzierte Schweizer Benjamin Rusch liegt in der Weltrangliste nur auf dem
797. Platz.

Die Olympia als Kindertraum

Mit einer Olympiateilnahme würde sich In-Albon einen Kindertraum erfüllen. «Ich denke, es gibt nichts Grösseres für einen Athleten als die Teilnahme an Olympischen Spielen.» Die 29-Jährige weiss aber auch, dass es noch ein weiter Weg ist bis nach Rio. «Ich darf mich nicht zu sehr ablenken lassen und versuche, es einfach Schritt für Schritt zu nehmen.»

In-Albon kämpfte in diesem Jahr auch mit gesundheitlichen Problemen. Eine Rückenverletzung zu Beginn des Jahres in Australien und ein Zeckenbiss warfen sie einige Wochen zurück. Jetzt befindet sie sich in der Reha. «Die Zeit ist knapp, aber wir setzen alles daran, dass ich möglichst bald wieder auf dem Golfplatz stehen kann», sagt In-Albon.

Die Association Suisse de Golf (ASG), der Schweizerische Golfverband, will die Plattform nutzen, die die Olympischen Spiele dem Golfsport bieten. Mit einer breit angelegten Kampagne «Golf – it’s magic» will der Golfverband gegen die Klischees ankämpfen, die mit dem Golf verbunden sind. «Golf ist nicht nur etwas für reiche alte Männer», sagt die ASG-Geschäftsführerin Barbara Albisetti. «Wir wollen mit der Kampagne aufzeigen, das Golf auch cool sein kann.» Der Verband will die Zahl der Golfer in der Schweiz jährlich um 2500 heraufschrauben – das Ziel für das Jahr 2020: 100 000 aktive Golfer. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung im Nachwuchsbereich. Jährlich nimmt die Anzahl der Junioren in der Schweiz ab. Das Programm «Golf for Schools» soll da Gegensteuer geben. Golfclubs in der Schweiz sollen Schüler einladen und sie so in Kontakt mit dem Golfsport bringen.