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Familie Dönni ist gleich siebenfach mit dabei

Ja, zählen Sie ruhig nochmals nach, es sind nämlich sieben: Mutter Bernadette walkt, die Kinder Tobias, Lukas, Patrick, Yanick und Vanessa rennen, und Lily kommt als Begleitung mit an den Stadtlauf.
Die Stadtlauf-Dönnis aus Wolfenschiessen. Von links nach rechts: Lukas, Patrick, Hündin Lily, Tobias, Vanessa, Bernadette und Yanick.Bild: «Luzerner Zeitung»/Jakob Ineichen

Die Stadtlauf-Dönnis aus Wolfenschiessen. Von links nach rechts: Lukas, Patrick, Hündin Lily, Tobias, Vanessa, Bernadette und Yanick.Bild: «Luzerner Zeitung»/Jakob Ineichen

Turi Bucher

Schon ziemlich beeindruckend, wie sich Bernadette Dönni (45) im aktuellen Multitasking zurechtfindet. Da sind die fünf Kinder, die versorgt sein wollen, da ist der 80-Prozent-Job als Pflegefachfrau, den sie in Stans ausführt, da ist der Hund, der auch gehegt und gepflegt werden will (es ist eine «Sie», mehr von ihr später), und jetzt steht auch noch der Stadtlauf vor der Tür.

Daheim sind die Dönnis in Wolfenschiessen, am Luzerner Stadtlauf waren sie, wie Bernadette Dönni sagt, «schon ein paar Mal, wir haben aufgehört zu zählen.» Zum Stadtlauf gezwungen werde auf alle Fälle, so betont Mutter Dönni, niemand, keines der Kinder. Aber ganz offensichtlich: wenn schon, denn schon, Familie Dönni läuft gemeinsam. «Ich habe einfach gefragt: «Wer hat Lust?», erzählt Bernadette Dönni, und siehe da, alle haben Lust. Der Reihe nach:

Bernadette selber. Die Mutter ist eine begeisterte Walkerin. Im Walking-Feld wird sie auch am Luzerner Stadtlauf zu entdecken sein. Und nicht nur am Stadtlauf. Ob am Nidwaldnerlauf oder am Hallwilerseelauf, Bernadette walkt und walkt. Viel Zeit für das Training blieb ihr nicht: «Die Spaziergänge mit dem Hund, das war das Training.» Wenn Frau Dönni von ihren Kindern erzählt, dann ist der Stolz schon ziemlich herauszuhören. Sie lobt vor allem die Hilfsbereitschaft jedes Einzelnen im Familienleben und freut sich über die strahlenden Gesichter. Klar, dass jeder vom Dönni-Nachwuchs daheim sein «Ämtli» zu betreuen hat. Manchmal, ach, das kommt doch in der besten Familie vor, passt der Mutter aber auch mal was nicht an Söhnen und Tochter: wenn die Kritik nicht akzeptiert wird (Yanick), wenn es zu laut (Lukas), zu stur (Patrick), zu egoistisch (Tobias) oder zu zickig (Vanessa) wird.

Tobias. Er ist 20 Jahre alt, gelernter Netzelektriker und nach seiner Lehrzeit gleich bei seinem Arbeitgeber, dem Elektrizitätswerk Obwalden in Kerns, geblieben. Bis vor kurzem war Tobias ein talentierter Langläufer, Mitglied im Zentralschweizer Skiverband. «Wegen seines Leistungsasthmas haben wir beschlossen, dass er aufhören muss», erklärt Bernadette Dönni. Tobias’ Ämtli daheim: Güsel und Grüncontainer rausstellen, Holz fräsen. Tobias sagt über seine Mutter: «Ich finde es gut, dass sie als Walkerin Volksläufe bestreitet und sich fit hält. Weniger gefällt mir, dass ich daheim beim Putzen mithelfen muss.» Und zum Stadtlauf sagt Tobias: «Ich will mein Bestes geben und über die 7,2-Kilometer-Strecke vor allem ins Ziel kommen. Aber ich will auch den Tag geniessen.»

Lukas. Er ist 18 und steht im 3. Lehrjahr als Strassenbauer. Sein Ämtli im Hause Dönni: den Wäschekübel im Duschraum leeren. Lukas sagt über seine Mutter: «Schön, dass sie mit uns an den Stadtlauf geht.» Und was gibt es an Mami zu kritisieren? Lukas überlegt kurz und antwortet: «Nichts!» Zum Stadtlauf in Luzern sagt er: «Ich mache das vor allem für mich, für mich und meine Fitness.»

Patrick. Er ist 17 und befindet sich in der Lehre als Autofachmann. Im Sommer fährt er mit dem Velo täglich die halbstündige Strecke von Wolfenschiessen nach Buochs in den Lehrbetrieb. Die Abwaschmaschine ausräumen, das ist sein Job daheim. «Unsere Mutter arbeitet hart und unterstützt uns, wo und wann immer sie kann», sagt Patrick. Aber eben: «Durch die viele Arbeit hat sie manchmal auch weniger Zeit für uns.» Und der Stadtlauf? Patrick: Es geht doch ums Mitmachen und Dabeisein. Und ich kann dabei schauen, wie ich ‹zwäg› bin.»

Vanessa. Sie ist 15 und geht noch zur Schule, besucht die 2. Orientierungsstufe. «Schön, mit all den Buben noch jemanden daheim zu haben, der halt ein bisschen wie ich tickt», sagt die Mutter. Und Vanessa, die daheim abends für das Füttern der zehn (!) Meersäuli zuständig ist, lobt: «Wenn ich mit jemandem abmachen will, dann lässt mich die Mutter das auch.» Andererseits: «Wenn sie ruft, dann heisst es: sofort!» Beim Stadtlauf will Vanessa ihr «Bestes geben und dabei viel Spass haben».

Yanick. Er ist der Junior, 13-jährig, in der 1. Orientierungsstufe. Sein Ämtli daheim ist der Wäschekübel im Badezimmer. «Wenn ich ein Problem habe, dann hört mir die Mutter zu», weiss Yanick. Weniger gut findet er ...: siehe dieselbe Kritik, die Vanessa parat hat. Aber auch Yanick freut sich auf den Stadtlauf: «Ich bin dabei, weil es Spass macht. Ich laufe sicher nicht wegen der Zeit.»

Fehlt noch jemand? Ja, natürlich, Lily, die 2-jährige Havaneser-Hündin. Seit eineinhalb Jahren ist Lily sozusagen auch eine Dönni. Auch sie wird am Stadtlauf teilnehmen, in einer Spezialfunktion: «Weil die Kinder ja zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Kategorien laufen, wird Lily hin- und hergereicht. Ausserdem bewacht sie unsere Kleider und unser Material», erklärt Bernadette Dönni.

Das Dönnische «Sixpack», nein, stimmt gar nicht, «Sevenpack», reist am nächsten Samstag, wenn es nachmittags gegen zwei wird, mit dem Zug nach Luzern. Später am Abend, wenn der Stadtlauf zurückliegt und in Wolfenschiessen die Sonne vor dem Heim der Dönnis rot wird, «gibt’s», das verrät Mutter Bernadette jetzt schon, «gebrätelte Cervelats». Das wird die Kinder freuen, und vor allem auch Lily.

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