Conference League
Die Routiniers erlösen den FC Basel beim 2:0 gegen CSKA Sofia

Der FC Basel steht nach Toren von Fabian Frei und Michael Lang und einem 2:0 im Playoff-Rückspiel gegen CSKA Sofia in der Gruppenphase der Conference League. Das ist ein erster Meilenstein, den der im Umbau befindliche Klub unter David Degen erreicht.

Christoph Kieslich
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Der entscheidende Moment: Michael Lang (sitzend) wird nach seinem Tor zum 2:0 von Zeki Amdouni beglückwünscht.

Der entscheidende Moment: Michael Lang (sitzend) wird nach seinem Tor zum 2:0 von Zeki Amdouni beglückwünscht.

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Die geballte Faust ist das Symbol dieses Europacup-Abends in Basel. Trainer Alex Frei reckte sie in die schwülwarme Luft dieses Augusttages, als besiegelt war, dass der FC Basel erneut in die Gruppenphase der Conference League einzieht. Das unglückliche 0:1 vor einer Woche in Sofia kehrte der FCB mit einem 2:0 (0:0), zu dem die Routiniers Fabian Frei (66.) und Michael Lang in der 84. Minute die nötigen Tore beisteuerten. Am Freitagnachmittag weiss der FCB dann, auf wen er vom 8. September an treffen wird.

FCB-Trainer Alex Frei: mit dem FCB ersten Meilenstein gesetzt.

FCB-Trainer Alex Frei: mit dem FCB ersten Meilenstein gesetzt.

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Die erste Halbzeit war noch nach den bekannten Mustern dieser Mannschaft verlaufen: hoher Aufwand, kein Ertrag. Der FCB kam zwar nicht zu vielen, dafür aber zu zwei glasklaren Chancen. In der 18. Minute verstolpert Andi Zeqiri erst, sieht seinen zweiten Anlauf von Gustavo Busatto pariert und wie er den Nachschuss von Zeki Amdouni mit dem Oberarm ablenkt, weiss der 31-jährige Brasilianer vermutlich selbst nicht. Ähnlich hexte er sechs Minuten später einen spektakulären Seitfallzieher von Liam Millar weg.

Das Telegramm

FC Basel - CSKA Sofia 2:0 (0:0)

St. Jakob-Park. 18469 Zuschauer. Schiedsrichter: António Nobre (POR). – Tore: 66. Frei (Ndoye) 1:0. 84. Lang (Males) 2:0.

Basel: Hitz; Lang (85. Lopez), Comas, Adams, Pelmard; Frei, Burger; Ndoye, Amdouni, Millar (65. Szalai); Zeqiri (73. Males).
Sofia: Busatto; Turitsov, Matthej, Koch, Petrov; Vion, Youga (74. Geferson); Garcez, Lindseth (86. Shopov), Tefegdzic (86. Nazon); Bamba (74. Moreno).

Bemerkungen: Basel ohne Kade (fällt mit Bänderverletzung und Knochenödem mehrere Wochen aus), Essiam, Sène (beide ebenfalls verletzt), Chipperfield, Fernandes, Onyegbule, Padula, Vogel, Marchand (alle kein Aufgebot). – Verwarnungen: Matheij, Petrov, Vion (alle Foul), Busatto, Geferson (beide Zeitspiel), Burger (Reklamieren).

Die Gruppenphase wird am Freitag (14.30 Uhr) ausgelost. Der FCB ist in Topf 1.

Der Rest war ein cleveres Defensivverhalten der Bulgaren mit zwei tief gestaffelten, aber sauber arbeitenden und von den beiden baumlangen Niederländern organisierten Ketten sowie Zeitspiel alter Schule. Das unermüdliche Anrennen – unermüdlich angefeuert vom Publikum – brachte dem FCB 66 Prozent Ballbesitz, trug ihm aber auch Konter und 1:4 Ecken ein, die jeweils nicht ungefährlich waren.

Ndoyes perfekte Vorarbeit zu Fabian Freis Treffer

Die zweite Hälfte war die Fortsetzung des Geduldsspiels. Busatto sah als Erster Gelb für das aufreizende Zeitspiel der Bulgaren. Und der erlösende Führungstreffer liess auf sich warten. Genauer: bis zur 66. Minute. Alex Frei hatte gerade Adam Szalai für den angeschlagenen Millar gebracht, als Dan Ndoye der perfekte Schnittstellenpass gelang. Die Vollendung übernahm Captain Fabian Frei mit einem Linksschuss, dem die Abgeklärtheit von 105 internationalen Spielen innewohnte.

Mit der Abgeklärtheit von 105 Spielen auf europäischem Parkett: Fabian Freis Abschluss zur 1:0-Führung des FCB.

Mit der Abgeklärtheit von 105 Spielen auf europäischem Parkett: Fabian Freis Abschluss zur 1:0-Führung des FCB.

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Wie schon gegen Bröndby war es also der Rekordspieler des FCB, der mit seinem 13. Europacuptor das Team ins Rennen zurückbrachte. Damit war jedoch erst die Hälfte der Anforderung erfüllt und es ist bezeichnend, dass – als es auf Messers Schneide stand – ein weiterer alter Hase das Finish übernahm. Michael Lang, im Doppelpass von Darian Males in Abschlussposition gebracht, erwischte Busatto aus spitzem Winkel zwischen den Beinen hindurch zum 2:0. Ein schwieriger Abschluss, ein erfolgreicher, der die 18469 Zuschauer im St. Jakob-Park in Euphorie versetzte.

Alex Frei: «Danke den Fans, die an diese Mannschaft glauben»

Diese Zuschauer erwähnte Alex Frei nach vollbrachter Qualifikation als erstes: «In erster Linie möchte ich allen FCB-Fans danken, die im Stadion waren und das Zeichen gesetzt haben, dass sie an die Mannschaft glauben. Ich bin unglaublich glücklich für unsere Vereinsführung, für die es in jüngster Vergangenheit aufgrund der Ergebnisse nicht immer einfach war. Aber sie hat Ruhe bewahrt und vollkommene Unterstützung gegeben. Und ich bin glücklich für die Mannschaft, weil sie sich endlich für den Aufwand belohnt hat», so der FCB-Trainer, «wir haben ein richtig gutes Spiel gezeigt und haben dem Gegner ausser den Eckbällen keine Torchance zugelassen. Wir haben dominant gespielt, mit Tempo und Spielfreude. Wir hätten schon in der ersten Halbzeit das Spiel in die richtigen Bahnen lenken müssen. Das Tor von Michael Lang ist ein Willensgoal und somit stehen wir absolut verdient in der Conference League.»

«Es war kein Selbstläufer, wir mussten über drei Runden gehen, um uns zu qualifizieren, was als Zweiter der Meisterschaft ein Witz ist, und deshalb sind wir sehr froh, dass wir es geschafft haben», sagte der Lang, dem beim Torschuss der Krampf in den fuss fuhr, und er meinte vorausblickend auf das Wochenende und das Spiel beim FC Zürich: «Es ist genau der richtige Zeitpunkt, um Fahrt aufzunehmen.»

«Geld ist sekundär. Wir sehen attraktiven Fussball»

Und oben auf der Logenebene , wo Roger Federer mitsamt Söhnen mitgezittert hatte, ballte David Degen gleich beide Fäuste. Für den Klubchef ist der Sprungin die Gruppenphase ein Meilenstein. Es ist eine erste Bestätigung für den eingeschlagenen Weg und ganz nebenbei mit gegen zehn Millionen Franken, die die europäische Kampagne wert sein kann, wirtschaftlich von grosser Bedeutung.

Sait dr Babbe zu sim Sohn, hüt kunnsch mit ins Stadion: Roger Feder mit seinen Zwillingen im Joggeli.

Sait dr Babbe zu sim Sohn, hüt kunnsch mit ins Stadion: Roger Feder mit seinen Zwillingen im Joggeli.

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«Alle reden immer vom Geld», sagte Degen später in den Katakomben, «Geld ist wichtig, aber sekundär. Wir bauen den Klub so auf, dass wir jedes Jahr in einer Gruppenphase spielen können.» In weiten Teilen sei es unter Alex Frei bereits der Fussball, den er sehen wolle: attraktiv mit vielen Chancen. Und an die Routiniers gerichtet meinte er: «Es ist kein Zufall, dass sie getroffen haben. In schwierigen Momenten erwarte ich von ihnen, dass sie ihrer Rolle gerecht werden. Gratulation an die Mannschaft.»

Und jetzt hofft Degen, dass diese Mannschaft am Sonntag in Zürich in der Liga «nachdoppelt» und den ersten Sieg im Punktspielbetrieb einfährt.

Gruppen-Auslosung
Die acht Gruppen der Conference League werden heute um 14.30 Uhr in Istanbul ausgelost. Zu verfolgen im Livestream bei uefa.com