Hoffnung trotz Coach auf Schleudersitz: FCL spielt mit klarer Plus-Bilanz in der «Wohlfühloase» Letzigrund

Der FC Luzern muss nach drei Niederlagen in Serie morgen Samstag (19.00) zum FC Zürich. Auswärts siegt der FCL nirgendwo so oft wie beim FCZ.

Daniel Wyrsch
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Der letzte Luzerner Vollerfolg beim FC Zürich am 10. Dezember 2017: Stefan Knezevic jubelt nach seinem Tor zum 2:1-Sieg mit Shkelqim Demhasaj (links).  (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Der letzte Luzerner Vollerfolg beim FC Zürich am 10. Dezember 2017: Stefan Knezevic jubelt nach seinem Tor zum 2:1-Sieg mit Shkelqim Demhasaj (links).  (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Die Situation des FC Luzern ist ungemütlich vor den ausstehenden vier Spielen bis zur Winterpause. Zuletzt hat die Mannschaft von Thomas Häberli dreimal hintereinander verloren, von Platz 5 fiel man zurück auf Rang 7. Zudem ist der 45-jährige Trainer von Sportchef Remo Meyer angezählt worden. Jetzt geht’s zum FC Zürich. Dagegen ist das Team von Ludovic Magnin nach Startschwierigkeiten in die Gänge gekommen, vor der Länderspielpause gewannen die Zürcher gegen Basel (3:2), in Thun (1:0) und gegen Sion (4:2).

Doch zu einem Selbstläufer wird die Heimpartie für den FCZ wohl nicht, hat doch der FCL gegen den 12-fachen Meister eine leicht positive Bilanz seit die Super League im Jahr 2003 existiert. Luzern ist 2006 ins Oberhaus zurückgekehrt, seither gewannen die Innerschweizer 18 Mal gegen den FCZ, der 2016/17 in der Challenge League spielte, verloren 17 Mal und remisierten 14 Mal.

50. Duell in der Super League gegen Zürich

Wenn es am Samstag zum 50. Super-League-Duell zwischen den Tradtionsklubs aus Zürich und Luzern kommt, dann dürfte eine Statistik für beide Mannschaften indirekt von Belang sein: In den letzten 14 Direktvergleichen im Letzigrund seit der Saison 2011/12 hat der FCZ nur zwei Siege errungen, acht Vollerfolge gingen an der FCL, vier Partien endeten unentschieden. Zwischen Oktober 2013 und Dezember 2017 hat Luzern in der «Wohfühloase» Letzigrund sieben Siege aneinandergereiht – fünf davon feierte Markus Babbel.

Zieht Häberli aus dieser Zürcher Bilanz einen Vorteil, umso mehr seine Equipe am 30. Oktober den Cup-Achtelfinal im Letzigrund gegen den Challenge-Ligisten GC 1:0 gewonnen hat? Die früheren Statistiken interessierten ihn nicht, erklärt er«Das sind schöne Zahlen, aber das waren andere Teams und Spieler. Wir leben im Hier und Jetzt. Es zählt am Samstagabend.»

Von einem Schicksalsspiel will «Häbi» nichts wissen, ihm ist bewusst, in welcher Situation er steckt. Er persönlich hat ebenfalls eine positive Statistik gegen den FCZ: Aus drei Matches resultierten ein Sieg und zwei Remis. Häberli dürfte alles dafür tun, dass sein Job mit dem FCL nicht an dem Ort endet, wo er am 24. Februar mit einem 1:1 gestartet war.

Mit St. Gallen folgt zweiter Luzerner Lieblingsgegner

Falls die Luzerner diesen kapitalen Match gegen den FCZ gewinnen könnten, wäre die Ausgangslage vor dem zweitletzten Heimspiel 2019 am Sonntag, 1. Dezember (16.00), klar besser. Mit St. Gallen kommt das Team der Stunde, jedoch verloren die Ostschweizer die letzten zehn Vergleiche mit dem FCL allesamt. Also noch ein Lieblingsgegner für Häberlis Schützlinge.

Gingen die Spiele gegen Zürich und St. Gallen positiv aus, könnte der FCL dem Vorrundenfinale in Bern gegen YB und zu Hause gegen Basel etwas entspannter entgegenschauen. Dafür muss Häberlis Team nun aber zuerst zwei Efforts leisten.

Auch das noch! Otar Kakabadse fällt länger aus

FCL-Trainer Thomas Häberli ist nicht zu beneiden: Nach den drei aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen Neuchâtel Xamax (0:2), Lugano (1:2) und Servette (1:2) gewährt ihm Sportchef Remo Meyer nur noch eine sogenannte Galgenfrist – sicher noch für das morgige Spiel beim FC Zürich. Zu allem Ungemach ist mit Rechtsverteidiger Otar Kakabadse ein weiterer Verletzter zum schon recht grossen Lazarett mit den zentralen Mittelfeldspielern Marvin Schulz, Tsiy Ndenge und Remo Arnold sowie dem Rechtsverteidiger Christian Schwegler hinzugestossen.

Gemäss einer Medienmitteilung des FCL wird Kakabadse dem Team in den nächsten Partien wegen einer Sprunggelenksverletzung, die er sich bei einem Testspiel der Nationalmannschaft Georgiens zugezogen hat, nicht zur Verfügung stehen. Der 24-jährige Profi musste am Dienstag nach einem Zweikampf im Match gegen Kroatien (1:2) noch vor der Pause verletzt ausgewechselt werden. Medizinische Abklärungen in der Hirslanden Klinik St. Anna haben nach der Rückkehr in die Schweiz ergeben, dass Kakabadse einen Innen- und Aussenbandriss im rechten Sprunggelenk erlitten hat. Die Verletzung wird auf alternativem Weg behandelt. Ob er vor der am 15. Dezember nach dem Heimspiel gegen Basel beginnenden Winterpause nochmals zum Einsatz kommt, ist zu bezweifeln. (dw)