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FC Luzern kopiert das YB-Modell

Der FCL liess sich lange Zeit mit der Suche nach einem Nachfolger des ehemaligen CEO Marcel Kälin. Nun hat man ihn in der Person von Lukas Troxler gefunden – voraussichtlich. Er soll jedoch weniger Macht erhalten als sein Vorgänger Kälin.
Raphael Gutzwiller
FCL-Präsident Philipp Studhalter äussert sich zur Wahl von Lukas Troxler. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 5. Januar 2018))

FCL-Präsident Philipp Studhalter äussert sich zur Wahl von Lukas Troxler. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 5. Januar 2018))

Es waren turbulente Zeiten auf der Geschäftsstelle des FC Luzern von Oktober 2016 bis März 2018. In der Amtszeit von Marcel Kälin als CEO stand plötzlich die Geschäftsstelle fast häufiger in der Öffentlichkeit als die Fussballprofis. Mehrere Mitarbeiter verliessen den FCL – nicht ohne in den Medien ihren Frust abzulassen. Ende März war genug: Kälin musste gehen. Der FC Luzern suchte einen neuen CEO.

136 Bewerbungen sind bei FCL-Präsident und Verwaltungsratspräsident Philipp Studhalter für den Job eingegangen. «Und es kommen sogar immer noch Bewerbungen, obwohl das Inserat längst nicht mehr aufgeschaltet ist», sagt er lachend. Spätestens seit Mittwoch dürften die letzten Bewerbungen eingegangen sein. Denn der FC Luzern teilte mit, dass er nun einen Nachfolger für Kälin gefunden habe: Lukas Troxler.

Lukas Troxler (Bild: PD)

Lukas Troxler (Bild: PD)

Troxler ersetzt Kälin aber nicht eins zu eins. «Wir haben unser Modell hinterfragt», sagt dazu Philipp Studhalter. «Schliesslich sind wir zur Lösung gelangt, dass es mehr Sinn macht, wenn die operative Führung gemeinsam Entscheide fällt.»

Im Klartext bedeutet das: Troxler soll zwar Geschäftsführer des FC Luzern werden, jedoch den einzelnen Bereichsleitern gleichgestellt werden. Er leitet die Sitzungen und rapportiert direkt an den Verwaltungsratspräsidenten Studhalter. «Als Fussballverein müssen wir auf allen Ebenen wie eine Mannschaft als Einheit agieren. Das bedeutet eben auch, dass nicht eine einzelne Person selber alles entscheiden kann, sondern dass die Entscheide im Gremium gefällt werden», erklärt Philipp Studhalter. Er sagt aber auch: «Am Ende des Tages ist die Organisationsform nicht so entscheidend, viel wichtiger sind die Persönlichkeiten.»

«Sein Know-how wird uns weiterbringen»

So hat sich Lukas Troxler vor allem mit seiner Persönlichkeit bei den FCL-Entscheidungsträgern beliebt gemacht. «Gerade für einen Fussballklub ist es entscheidend, dass wir gut zusammenarbeiten können. Das Geschäft ist sehr schnelllebig, weshalb rasche Entscheide nötig sind.» Troxler habe auch mit seinem Lebenslauf Eindruck gemacht: «Er verfügt als Sportmarketing-Fachmann über grosses Know-how, das uns weiterbringen wird.»

Erst im Herbst 2019, also nach über sechs Monaten Eingewöhnungszeit, soll Troxler Geschäftsführer des FC Luzern werden. «Es ist wie bei einem Fussballer: Wenn er Leistung bringt, wird er aufgestellt», sagt Studhalter. Für die geplante Beförderung muss Troxler vom Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung gewählt werden. Es gehe aber nicht darum, dass man grosse Zweifel an Troxler hege. «Wir wollen ihm einfach die nötige Zeit geben.»

Troxler soll nicht in der Öffentlichkeit stehen

Lukas Troxler stand gestern für ein Interview mit unserer Zeitung nicht zur Verfügung, er befinde sich derzeit im Ausland, begründete der FC Luzern. So oder so: Troxler soll im Gegensatz zu Vorgänger Kälin nicht in der Öffentlichkeit stehen. «Er operiert hauptsächlich intern. Mit dem Trainer, dem Sportchef, dem Präsidenten und den Spielern stehen automatisch schon viele Menschen in der Öffentlichkeit. Es ist somit nicht nötig, dass sich der Geschäftsführer in die Öffentlichkeit drängt», sagt Studhalter. Ausnahmen seien dann möglich, wenn er in seiner Funktion als Leiter Vermarktung Auskunft geben müsse, also ähnlich wie zuletzt Daniel Böbner, Leiter Stadion und Betrieb, der zum neuen FCL-Rasen Stellung nahm.

Der FC Luzern überarbeitet somit sein bisheriges CEO-Modell, das offensichtlich nicht funktioniert hat. «Klar haben wir Fehler gemacht. Die werden wir auch weiterhin machen. Wichtig ist jedoch, nach Niederlagen wieder aufzustehen und gemeinsam zu arbeiten», sagt Studhalter, der nach wie vor Geschäftsführer ad interim ist.

Er betont, dass er den Job schon jetzt so interpretiere, wie man es sich von Troxler dereinst wünsche. «Ich lasse den operativen Leitern viel Verantwortung», sagt Studhalter.

Übrigens: Schweizer Meister Young Boys verfügt über dieselbe Organisationsstruktur wie jetzt der FC Luzern. «Das ist Zufall», sagt Philippe Studhalter. Dennoch habe man bei den Bernern nachgefragt – und ihre Erfahrungen seien gut. Trotz derselben Organisation kann man beim FCL wohl nicht vom Meistertitel träumen.

Neue Geschäftsleitung

Beim FC Luzern wird eine neue Geschäftsleitung eingesetzt, die gemeinsam operative Entscheide fällen soll. Der Geschäftsleitung gehören an:

Lukas Troxler, Leiter Vermarktung und stellvertretender Geschäftsführer, voraussichtlich ab Herbst 2019 Geschäftsführer.
Richard Furrer, Leiter Finanzen.
Daniel Böbner, Leiter Stadion und Betrieb.
Markus Krienbühl, Leiter Marketing und Kommunikation
Remo Meyer, Sportchef. Meyer wurde vom Sportkoordinator zum Sportchef befördert. Verwaltungsratspräsident Philipp Studhalter begründet: «Meyer macht einen hervorragenden Job und hat sich den Titel Sportchef verdient.» Meyer rapportiert in sportlichen Anliegen direkt an Studhalter.

Das neue Organigramm des FC Luzern. (Bild PD)

Das neue Organigramm des FC Luzern. (Bild PD)

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