FC LUZERN
«Zäme för de FCL» erhält Zuspruch und ist eine gemeinsame Aktion mit seinen Fans, Sponsoren und Donatoren

Die Abocard-Inhaber können in der kommenden Saison so viel für ihr Dauerticket beim FC Luzern bezahlen, wie sie wollen. Zu dieser Idee ist das Innerschweizer Fussball-Aushängeschild auch dank seinen Fans, Sponsoren und Donatoren gekommen.

Daniel Wyrsch
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Nur einmal konnten die FCL-Fans in dieser Saison ihre Mannschaft im eigenen Stadion unterstützen: Im Oktober bejubeln sie mit Dejan Sorgic (links), Lucas Alves und Stefan Knezevic (Nr. 4) ein Tor gegen St. Gallen.

Nur einmal konnten die FCL-Fans in dieser Saison ihre Mannschaft im eigenen Stadion unterstützen: Im Oktober bejubeln sie mit Dejan Sorgic (links), Lucas Alves und Stefan Knezevic (Nr. 4) ein Tor gegen St. Gallen.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Luzern, 18. Oktober 2020)

FCL-Präsident Stefan Wolf zieht zur Kampagne «Zäme för de FCL» ein erfreuliches erstes Fazit: «Die Aktion ist super angelaufen, sie hat eine extrem hohe Resonanz. Wir bekommen viel Goodwill zu spüren.»

Am Abend des 18. März hatte der FC Luzern seine Anhänger aufgerüttelt mit der Nachricht, dass dem Verein durch die Coronakrise eine Finanzierungslücke von 11,5 Millionen Franken bis im Herbst 2022 entsteht. Zum Glück aus Sicht des FCL haben die beiden Aktionäre Bernhard Alpstaeg und Josef Bieri mit 6,5 Millionen die Hauptlast davon übernommen.

Erst ein Heimspiel mit Publikum

Gleichzeitig informierte der Klub über seine Aktion: aktuelle Abocard-Inhaber erhalten ihren Ausweis für die neue Saison im Juni per Post zugestellt und können dem Verein einen Betrag bezahlen, den sie selber bestimmen dürfen. Eine vergleichbare Aktion hat es beim FCL noch nie gegeben. Allerdings haben die Dauerkartenbesitzer in der laufenden Saison erst ein Heimspiel mitverfolgen können. Das war am 18. Oktober gegen St. Gallen. 3600 Abocard-Inhaber nützten die Gelegenheit, um nach langer Zeit wieder einmal eine FCL-Partie in der Swisspor-Arena zu erleben. Kurze Zeit später wurden die Schutzmassnahmen gegen das Virus bereits wieder verschärft. Seither finden in der Schweiz zwar noch Fussballspiele in der Super League und Challenge League statt, aber alle ohne Publikum.

Darum haben die Luzerner Klubverantwortlichen überlegt, was sie in dieser schwierigen Lage machen könnten. Dabei haben sie sich geöffnet – und ihre Fans, Donatoren und Sponsoren eingeladen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Wolf erklärt: «Die Aktion ist die Konsequenz aus vielen guten Gesprächen und Ideen.» Und:

«Wir haben aus dem letzten Jahr gelernt. Bewusst haben wir diesmal alle mit ins Boot genommen. Das führte zu einer hohen Akzeptanz und der bestmöglichen Idee.»

Wolf betont: «Alle Meinungen sind uns wichtig. Es ist toll, wenn von den Fans bis zum Hauptsponsor alle die gemeinsame Aktion unterstützen.»

Wie erwähnt sind die Reaktionen nach knapp zwei Wochen sehr positiv. Zahlen will der Klub noch nicht präsentieren. Bekannt ist, dass der FCL in dieser Saison circa 4500 Abocardbesitzer hat. Die vollen Beträge würden dem Klub Einnahmen von rund 2 Millionen Franken bescheren. Wolf interveniert jedoch bei dieser Summe: «Wir wollen in erster Linie ein grosses Dankeschön an unsere Fans aussprechen. Finanzielle Überlegungen stehen dabei im Hintergrund.» Zwar hofft der Präsident noch immer auf zwei Heimspiele im Mai mit Anhängern:

«Wir haben ein Schutzkonzept, das nachweislich funktioniert.»

Ungesättigter Hunger auf Fussball im Stadion

Doch falls der Bundesrat weiter den harten Weg beschreitet, geht Wolfs Blick voraus in die neue Saison. Dann soll sicher ein Teil des Publikums in die Arena zurückkehren. «Die Fans wollen wieder die Atmosphäre im Stadion spüren. Der FCL ist ein Treffpunkt.» Die einen zahlen den vollen Betrag, andere die Hälfte oder eine 50er-Note. Wieder andere machen eine einmalige Spende. Egal. Wichtig ist, die Fans bleiben dem FCL treu.

Vorbereitung des Celestini-Teams auf Plastik

Für den FC Luzern rückt der Wiederbeginn der Meisterschaft näher. Am Samstag (18.15 Uhr) tritt die Mannschaft von Fabio Celestini in Lausanne (5.) an. Erneut hat der FCL (7.) die Chance, mit dem Sieg in einem Direktduell einen Widersacher in der Tabelle zu überholen. Dies ist Luzern zuletzt dank dem 4:2-Heimsieg über St. Gallen gelungen. Eine Woche später misslang dies in Basel: Der FCL kassiert beim 1:4 die höchste Saisonniederlage.

Zuletzt resultierte im Sechs-Punkte-Match zu Hause gegen das an vorletzter Stelle stehende Sion ein 1:1-Unentschieden. Im blau-weissen Lager war man anschliessend froh über den 14-tägigen Pflichtspielunterbruch.

Trainer Celestini gab den Profis in der ersten Woche der Länderspielpause zuerst drei Tage frei, danach folgten zwei Trainingstage, ehe das Wochenende wieder frei war. Seit Montag trainieren die Innerschweizer täglich. 

Unter den Blicken von Meyer, Müller und Galliker

Die intensive Arbeit in Kriens auf Kunstrasen wurde am Mittwoch von Sportchef Remo Meyer und Botschafter Kudi Müller vom FCL sowie SCK-Sportchef Bruno Galliker beobachtet. Im Hinblick auf die Partie in Lausanne wird auf Plastikunterlage trainiert. Die Nationalspieler Louis Schaub (Österreich) und Silvan Sidler (Schweiz U21) werden am Freitag zurückerwartet.