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FC-Sion-Präsident Constantin vor dem Cup-Spiel in St.Gallen: «Wir haben mehr Pech als andere»

Heute im Cup und am Sonntag in der Meisterschaft: Zweimal trifft Christian Constantins FC Sion auf St.Gallen. Der 61-jährige Präsident spricht über den wankenden Sittener Cup-Mythos, über Trainerentlassungen – und das Boxen.
Interview: Ralf Streule, Christian Brägger
Christian Constantin: «Man sollte sich nicht zu sehr auf die Füsse treten.» (Bild: Georgios Kefalas (Basel, 12. August 2018))

Christian Constantin: «Man sollte sich nicht zu sehr auf die Füsse treten.» (Bild: Georgios Kefalas (Basel, 12. August 2018))

Christian Constantin, Ihrem FC Sion läuft es nicht. Er steht auf dem achten Platz. Nun stehen zwei Spiele gegen St. Gallen an. Welchen Sieg ziehen Sie vor: den im Cup oder den am Sonntag in der Meisterschaft?

Darf ich wählen? Ich nehme beide.

Wenn Sie sich entscheiden müssten?

Beide Spiele sind wichtig, um die Maschine FC Sion wieder zum Laufen zu bringen. Es wird schwierig gegen St. Gallen. Ich habe das Team gegen Zürich spielen sehen. Da ist es besser aufgetreten als noch Anfang Saison gegen uns.

Der Cup-Mythos im Wallis wankt: 2017 die erste Finalniederlage, dann das Aus gegen Stade Lausanne. Ist der Cup in Ihrer Gunst gesunken?

Der Cup passt zu uns, da sind mehr Emotionen drin als in der Meisterschaft, das gefällt den Wallisern. Ob Sion immer noch eine Cupmannschaft ist? Das beantworte ich Ihnen nach dem Cupfinal.

Wie haben Sie auf die Niederlage nach 2:0-Führung gegen die Young Boys reagiert? Wurden Sie laut?

Überhaupt nicht. Weder mit Spielern noch mit dem Trainer. YB war überlegen. Und wir hatten einmal mehr Pech. Ich weiss nicht warum, aber: Wir haben mehr Pech als andere. Auch, was Penaltyentscheidungen in letzter Zeit angeht: Da waren wir benachteiligt. Ich denke nicht, wie oft gehört, dass sich Glück und Pech Ende Saison ausgleichen.

Murat Yakin holte in sechs Spielen fünf Punkte. Bleibt er bei Nieder­lagen gegen St. Gallen Sion-Trainer?

Ja. Ein Urteil ist noch viel zu früh. Ich habe viel Respekt vor ihm und seiner Arbeit. Mehr weiss ich dann Ende Saison.

War es einst Thema, Peter Zeidler zurückzuholen? Er war einer der erfolgreicheren Sion-Trainer.

Ich hatte ihm ermöglicht, seine Karriere wieder zu lancieren. Es ist ja nicht so, dass ich die Trainer einfach fallen lasse, viele haben schlicht eine Chance bei mir erhalten, wieder als Trainer Fuss zu fassen. Peter Zeidler hat sie gepackt. Er scheint sehr zufrieden zu sein in St. Gallen mit dem Dreijahresvertrag.

Peter Zeidler, heute FC-St.Gallen-Trainer, im Dezember 2016 mit Christian Constantin. (Bild: Steffen Schmidt/Freshfocus)

Peter Zeidler, heute FC-St.Gallen-Trainer, im Dezember 2016 mit Christian Constantin.
(Bild: Steffen Schmidt/Freshfocus)

Kam es vor, dass Sie im Nachhinein eine Trainerentlassung bereuten?

Das kam vor. Man kann dem Team im besten Fall einen Schub geben mit einem Trainerwechsel. Das gelingt aber nicht immer. Aber wenn du nicht wechselst, ist die Chance, dass sich etwas ändert, noch kleiner.

Marco Otero, zuvor Nachwuchsleiter beim FC St. Gallen, ist neu Assistenztrainer von Yakin. Wie kam das?

Das war eine Wahl von Yakin, da habe ich nicht reingeredet. Die beiden haben schon in Moskau zusammengearbeitet.

In St. Gallen nahm eine Gruppe um Otero und Yakin-Berater Donato Blasucci offenbar grossen Einfluss. Nimmt die Gruppe Sion ins Visier?

Die Trainer haben einen Vertrag bis Ende Saison. Bei mir gibt es sicher nicht dasselbe Problem wie in St. Gallen.

Man sagt, dass Sie monatlich rund 400 000 Franken für den Club aufwenden. Schmilzt da Ihr Vermögen von angeblich rund 1,5 Milliarden Franken langsam? Oder holen Sie im Immobiliengeschäft Monat für Monat so viel in Ihre Kassen?

Da fliesst so viel rein, so schwierig ist das nicht. Ich kann Ihnen folgende Zahl nennen: Die Steuern, die ich im Wallis jährlich zahle, betragen rund vier Millionen Franken.

Man sieht trotz stetem Geldfluss keine VIP-Logen im Tourbillon, dafür Raclettezelte. Verpasst Sion hier etwas?

Wir haben keine Kundschaft für solche Dinge. Wenn ich Logen baue, kämen sich die Walliser veräppelt vor.

Warum stecken Sie so viel Geld in den Club?

Weil mich der Sport fasziniert. Und: Würde ich nicht bezahlen, wäre Sion längst nicht mehr in der Super League.

Ihre direkte, unkonventionelle Art brachte Ihnen lange viele Sympathien ein. Nach den Schlägen gegen Rolf Fringer änderte sich die öffentliche Wahrnehmung grösstenteils. Nehmen Sie das auch so wahr?

Ich hatte ein Problem mit Rolf, das ist geregelt. Man hat genug darüber gesprochen. Die Leute dürfen denken, was sie wollen. Das verändert mich nicht. Ich lasse mir nicht auf die Füsse treten.

Der Tenor in der Öffentlichkeit war: Es ist eine Grenze überschritten. Was sagen Sie dazu?

Dass man sich nicht zu sehr auf die Füsse treten sollte. (lacht)

Fringer sagte: Mit mehr Ruhe arbeitet man erfolgreicher. Aufwand und Ertrag stimmen in Sion nicht.

Ich bin seit 19 Jahren Präsident, seither gab es sieben Cupsiege, ein Meistertitel, ein Double. Das ist etwas. Ohne mich wäre man in der Challenge League. Aber klar: Man kann es immer besser machen. Dass wir aber ein höheres Budget haben als andere Clubs im Liga-Mittelfeld, stimmt nicht. Es ist immer eine Frage, wie man die Zahlen interpretiert.

Barthélémy Constantin koordiniert die sportlichen Belange des FC Sion. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Barthélémy Constantin koordiniert die sportlichen Belange des FC Sion. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Kritisiert wird auch, dass ein erfahrener Sportchef fehlt.

Mein Sohn Barthélémy lernt das Metier. Er, der Trainer und ich entscheiden. Klar haben wir Constantins das grössere Gewicht. Das funktioniert so.

Reden Sie bei der Aufstellung mit?

Ich spreche mit dem Trainer, beeinflusse ihn aber nicht. Das tat ich noch nie. Natürlich bin ich auch mal in der Pause in der Spielerkabine. Ich will sehen, was abgeht. Ich bin ja kein normaler Zuschauer – da bin ich eher Mitspieler.

Wie regen Sie sich – idealerweise – nach einer Partie ab?

Nach dem Spiel ist das Ganze gelaufen, da muss ich mich ja nicht abregen.

Yoga? Meditation?

(lacht)

Eher Boxen als Yoga.

Im Ernst?

Ja. Ich absolviere gerne Boxtrainings, oft zweimal die Woche. Nicht richtige Kämpfe, aber Seilspringen und so weiter. Sehr gutes Training, sage ich Ihnen.

Eine Niederlage mussten Sie ein­stecken als Kämpfer für die ­Olympischen Spiele 2026.

Die Enttäuschung ist für mich kleiner als für den Tourismus und den Schweizer Sport. Der Wintersport hat schlicht an Bedeutung eingebüsst in der Schweiz.

Werden Sie – bei guter Gesundheit – in zehn Jahren noch Präsident sein?

Ich bleibe es sicher noch eine Weile. Aber zehn Jahre? Das wäre wohl das ­Maximum.

Zeidler: «Für uns ist der Cup so wichtig wie für Sion»

St.Gallens Trainer Peter Zeidler. (Bild:KEY)

St.Gallens Trainer Peter Zeidler. (Bild:KEY)

Nach zwei Cuppartien gegen Amateurteams hat St.Gallen für das heutige Achtelfinal-Heimspiel ab 20.15 Uhr einen Ligakonkurrenten zugelost erhalten: St.Gallen – Sion ist in dieser Runde eine von nur zwei Begegnungen zwischen Super-League-Teams. Obwohl es in der Meisterschaft harzt, der FC Sion nur den drittletzten Platz belegt und 2017 erstmals einen Cupfinal verloren hat: Die Walliser bleiben im Cup unberechenbar. «Die Besonderheit dieses Wettbewerbs bekam ich damals von Beginn an zu spüren», sagt St.Gallens Coach Peter Zeidler, der die Sittener von August 2016 bis April 2017 trainiert hat. Aber nun spiele das keine Rolle mehr: «Für uns ist der Cup genauso wichtig wie für Sion.» Der 3:2-Heimsieg gegen den FC Zürich am Sonntag hat seinem Team gutgetan. «Trotzdem können wir noch ein paar Dinge besser machen», so Zeidler. Für das heutige Cupspiel wurden bis gestern erst 3800 Tickets abgesetzt. So bleiben die Sektoren B1 bis B3 geschlossen, bereits gekaufte Tickets können für die Sektoren C1 und C2 umgetauscht werden. Getauscht werden kann vor den Sektoren im C. (pl)

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