FC Luzern: Kommt es im Machtkampf zum Showdown? 

Ein offizieller Termin steht an: die Aktionärsversammlung der FCL Holding AG. Jetzt müssen die FCL-Aktionäre antraben.

Jérôme Martinu
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Für den 26. November hat Präsident Philipp Studhalter die ordentliche Aktionärsversammlung der FCL Holding AG einberufen. Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg ebenso wie dessen Kontrahenten Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber haben die Einladung erhalten.

Kommt es an der GV im Machtkampf des Aktionaritats zum Showdown? Es gebe «bis dato nach wie vor keine Reaktion vom Mehrheitsaktionär», wie Marco Sieber auf Anfrage sagt. Alpstaeg ist im Oktober wie die «Triple-S-Gruppe» aus dem VR ausgetreten, nachdem er von Sawiris, Schmid und Sieber ein Kauf-/Verkaufsangebot für deren, beziehungsweise seine Aktien erhalten hatte.

Im Uhrzeigersinn von links oben: Hans Schmid (Bild: Matthias Jurt), Bernhard Alpstaeg (Bild: Philipp Schmidli), Marco Sieber (Bild: Matthias Jurt) und Samih Sawiris (Bild: Keystone).

Im Uhrzeigersinn von links oben: Hans Schmid (Bild: Matthias Jurt), Bernhard Alpstaeg (Bild: Philipp Schmidli), Marco Sieber (Bild: Matthias Jurt) und Samih Sawiris (Bild: Keystone).

Alpstaeg hat in seinem Rücktrittsschreiben überdies angekündigt, den Geldhahn zuzudrehen (Ausgabe vom 7. November). Gemäss verschiedenen Quellen soll er schon wiederholt mit einem Geld-Stopp gedroht haben und – bislang nicht bekannt – diesen auch praktiziert haben. Und zwar in der Zeit, als die Stierli-Aktien durch Studhalter Rechtsanwälte treuhänderisch verwaltet wurden und nach einer Frist von sechs Monaten zu Gunsten der FCL Holding AG hätten verkauft werden sollen. Im Frühling 2015 hatte man offenbar vereinbart, dass Sawiris, Schmid, Sieber und auch der neutral agierende Josef Bieri sich anteilsmässig die Defizitdeckung für das hinterlegte Stierli-Paket teilen. Ebendiese Aktionäre gingen davon aus, dass unter Einhaltung der Vereinbarung mit Alpstaeg und nach Ablauf der treuhänderischen Phase der 25-Prozent-Anteil mit Stierli-Aktien in den Verkauf geht, was der heutige Mehrheitsaktionär bekanntermassen dann nicht zulassen wollte.

Schuldet Alpstaeg den Aktionären Geld?

Heisst konkret: Die «Triple-S-­Gruppe» und auch Aktionär Bieri sind auf ihren zusätzlichen Zahlungen zur Defizitdeckung im 2015 sitzengeblieben. Es geht um eine Summe von gegen einer Million Franken. Kein Wunder also, machen die Minderheitsaktionäre im laufenden Machtkampf auch diesen Streitpunkt geltend und verlangen von Alpstaeg die Rückzahlung der rund 906000 Franken. Allerdings würden Sawiris und Co. persönlich auf das Geld ver­zichten. Man erwarte stattdessen, dass der Mehrheitsaktionär das der FCL Holding AG überweise.

Ob dieser Streitpunkt an der GV zur Sprache kommt, ist ebenso offen wie die Frage, wer von den sechs Aktionären überhaupt teilnehmen wird.