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FC Luzern beweist Winnermentalität

Dem FC Luzern drohte bei einer Niederlage in St. Gallen die rote Laterne. Doch die Luzerner zeigen gegen die St. Galler keine Nerven und siegen dank einer klaren Leistungssteigerung verdient 1:0.
Daniel Wyrsch
Abgebrüht: Marvin Schulz (rechts) im Zweikampf mit dem ehemaligen Teamkollegen Cedric Itten. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (St. Gallen, 26. August 2018))

Abgebrüht: Marvin Schulz (rechts) im Zweikampf mit dem ehemaligen Teamkollegen Cedric Itten. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (St. Gallen, 26. August 2018))

René Weiler ist kein Trainer, der durch Gefühlsausbrüche auffällt. Luzerns Coach klatschte nach dem 1:0-Sieg in St. Gallen seine Assistenten Thomas Binggeli und Michael Silberbauer ab. Im Gesicht zeigte der bald 45-jährige Winterthurer keine Regung. Später in der Medienkonferenz meinte er immerhin: «Sicher sind wir froh, dass wir die drei Punkte mit nach Hause nehmen können.» Sie bedeuten den zweiten Sieg unter Weiler in fünf Ligapartien. Nur im Heimspiel gegen Lugano hatte sich der FCL bis gestern einmal durchgesetzt, gegen Xamax, Thun und YB verlor er.

Luzerns Torschütze Idriz Voca jubelt nach Schlusspfiff. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Der Luzerner Marvin Schulz stellt sich dem Zweikampf mit St. Gallens Cedric Itten. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Luzerns Christian Schwegler verlässt das Spielfeld, um sich pflegen zu lassen. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Luzerns Christian Schwegler im Zweikampf gegen St. Gallen's Nassim Ben Khalifa. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Luzerns Idriz Voca im Duell um dan Ball gegen St. Gallen's Cedric Itten. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Der St. Galler Tranquillo Barnetta nach dem Spiel. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
6 Bilder

FC St. Gallen - FC Luzern 0:1 – Die Bilder

Der Druck vor dem Match gegen den erfolgreich in die Saison gestarteten FC St. Gallen (vier Spiele, sieben Zähler, Platz 3) muss gross gewesen sein. Denn eine Niederlage in der Ostschweiz hätte nach dem ersten Sieg von GC (2:1 gegen Sion) bedeutet, dass Luzern erstmals seit dem 25. November 2017 wieder die rote Laterne des Tabellenletzten hätte fassen müssen. Weiler verriet später unserer Zeitung, dass er das Spiel gegen St. Gallen so emotionslos wie möglich angenommen habe. «Auch ein Unentschieden wäre für mich in Ordnung gegangen», sagte er. Der eher selten seine Spieler lobende Ex-Anderlecht-Meistercoach fand schliesslich: «Mental hat meine Mannschaft vermittelt, dass sie den Sieg mehr wollte als die St. Galler.»

Kontroverse ums Wetter zwischen Weiler und Zeidler

Deren Coach Peter Zeidler war nach der bereits zweiten Heimniederlage der noch jungen Saison bedient. Minuten nach der Partie stand er mit Leuten vom Staff und vom Schweizer Fernsehen auf dem Spielfeld vor der Trainerbank und diskutierte St. Gallens Misserfolg, der seiner Meinung nach unnötig war. «Anfang der zweiten Halbzeit konnten die Luzerner spielen, wie sie wollten. Das ist eine grosse Enttäuschung, wir haben eine enorme Chance vor dem eigenen Publikum liegen gelassen.» Sie müssten diesen Auftritt gegen den FCL, der verdient gewonnen habe, erst verarbeiten.

Zeidler nahm dann noch eine ungewöhnliche Begründung von Weiler auf. Der Luzern-Trainer hatte für die schlechte erste Halbzeit der beiden Mannschaften unter anderem dem Wetter die Schuld gegeben. Dabei schien die Sonne, und es war immer angenehme 17 Grad warm, ideale Temperaturen, um Sport zu treiben. Zeidler widersprach also Weiler: «Das Wetter war nicht der Grund für die schwache erste Halbzeit, René.»

Was auch immer Weiler mit den äusseren Bedingungen gemeint hatte, sein Team kam mit einer ganz anderen Einstellung aus der Kabine. Ist in der Pause etwas vorgefallen? Weiler antwortete tiefenentspannt: «Nein, das Momentum kann im Fussball plötzlich auf deiner Seite sein. Die zweite Hälfte eines Spiels ist oft völlig anders als die erste Halbzeit.»

Weiler liess es sich allerdings nicht nehmen, seinen Schützlingen Balsam auf die Wunden der erwähnten Meisterschaftsniederlagen und dem klaren Quali-Aus zur Europa-League gegen das übermächtige Olympiakos Piräus zu streichen: «Kompliment meiner Mannschaft. Sie hat sich das Tor in der zweiten Halbzeit verdient, sie hat sich reingebissen und den Sieg gut verteidigt.» Das 1:0-Siegtor schossen die Luzerner quasi im zweiten Anlauf, nachdem Pascal Schürpf in der 54. Minute noch mit einem Hechtkopfball an St.-Gallen-Torhüter Dejan Stojanovic gescheitert war, traf 50 Sekunden später Idriz Voca. Er drückte den Ball an Stojanovic und den passiven Verteidigern Milan Vilotic und Andreas Wittwer vorbei über die Linie.

Am meisten Sorgen bereitete den Gästen vor und nach dem entscheidenden Treffer der frühere FCL-Stürmer Cedric Itten. Der Baselbieter hatte unmittelbar vor dem Pausenpfiff einen Corner an den Aussenpfosten geköpfelt, dazu vergab er in der 78. Minute eine weitere erstklassige Kopfballchance auf Flanke des eingewechselten Ex-Nationalspielers Tranquillo Barnetta.

Sonst stand die Defensive der Innerschweizer fast ausnahmslos kompakt. Herausragend agierte in der Hintermannschaft Innenverteidiger Marvin Schulz. Er hat zusammen mit dem erstmaligen Torschützen Idriz Voca den Löwenanteil, dass Luzern dank dem Vollerfolg auf Platz 7 vorgerückt ist.

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