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FCL droht der grosse Aderlass

Der Sieg über Lieblingsgegner St. Gallen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Besitzer des FC Luzern gefährlich stark auf der Ausgabenbremse stehen. Neben Tomi Juric könnte der FCL auch Pascal Schürpf verlieren.
Daniel Wyrsch
FCL-Flügel Pascal Schürpf (am Ball) wird von Lausanne umworben. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (St. Gallen, 26. August 20)

FCL-Flügel Pascal Schürpf (am Ball) wird von Lausanne umworben. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (St. Gallen, 26. August 20)

Linksaussen Pascal Schürpf bewies in St. Gallen, warum er beim FC Luzern hoch geschätzt ist. Der 29-jährige Baselbieter rackerte 90 Minuten wie ein Berserker. Vorne hatte er bei allen erfolgversprechenden Aktionen seine Füsse im Spiel, so bereitete er das 1:0-Siegtor von Idriz Voca mit einer Hereingabe auf Ruben Vargas vor. Hinten klärte der 1,90 Meter grosse Angreifer im Luftkampf mit seiner Kopfballstärke, die er überdies in der Offensive gekonnt zu Passverlängerungen nutzte. Und die zur schönsten Aktion des mässigen Spiels beitrug, als er in eine Flanke von Christian Schneuwly hechtete. St.-Gallen-Goalie Dejan Stojanovic konnte aber reflexstark parieren.

Schürpf regte sich auf: «Es wäre eine Kopie meines Tores beim letzten Gastspiel im Kybunpark gewesen.» Im Mai hatte der FCL in St. Gallen 3:2 gewonnen, Schürpf schnürte in dieser Begegnung ein Doppelpack. Luzern feierte unter dem damaligen Trainer Gerardo Seoane Platz 3.

Am Sonntag wären die Blau-Weissen mit einer Niederlage ans Tabellenende abgerutscht. «Mir ist ein grosser Stein vom Herzen gefallen», sagte Schürpf erleichtert. Die guten Erinnerungen an die letzten Vergleiche mit den Ostschweizern hätten ihnen im Vorfeld Mut gemacht. Prompt waren die St. Galler erneut der erhoffte Aufbaugegner und Punktelieferant. Die Erfolgsserie gegen den Lieblingsgegner hat der FCL nunmehr auf sechs Siege hintereinander ausgebaut.

Zweiteffizientester Angreifer nach Grossverdiener Hoarau

Trotzdem war die Partie für die Mannschaft von René Weiler kein Selbstläufer. «Wir sind den Match seriös angegangen, haben an unserem Umschaltspiel festgehalten und gezeigt, dass wir das können», erklärte Schürpf. «Ich bin glücklich, mit so einem jungen Team dieses Erfolgserlebnis geschafft zu haben.» Obwohl Schürpf für einmal nicht das entscheidende Tor erzielte hatte, gönnte er dem jungen Schützen Idriz Voca (21) den Glücksmoment. «Diesmal hat Voca uns gerettet, er hat die Lücke erkannt.»

Pascal Schürpf hat sich im Jahr 2018 zu einem Leistungsträger entwickelt, davon zeugen vor allem die 13 Treffer in 16 Ligaspielen in diesem Kalenderjahr. Erfolgreicher war in der Super League nur YB-Starstürmer Guillaume Hoarau mit 18 Toren aus 20 Partien. Allerdings verdient der frühere PSG-Angreifer und französische Ex-Internationale beim Meister in Bern ein Millionengehalt, während Schürpf vor anderthalb Jahren als erfahrener und ausgesprochen preiswerter Profi vom FC Vaduz zum sparsamen FCL gewechselt war.

Günstig ist Schürpf nicht zuletzt, weil er in Vaduz wegen eines Knorpelschadens zehn Monate verletzt ausgefallen war. Ein Freund, der nicht namentlich genannt werden will, sagt: «Pascal hat lange aufs Kicken verzichten müssen, darum geniesst er jetzt jede Minute umso mehr.» Am Sonntag zwickte Schürpf die Achillessehne, wie Weiler erzählte. «Ich musste ihn 90 Minuten durchspielen lassen, weil Alternativen fehlten», so der FCL-­Coach. Schürpfs Vertrag läuft Ende Saison aus. Wie unsere Zeitung berichtete (Ausgabe vom 16. August), möchte Lausanne Schürpf holen. Der Challenge-League-Leader wird von Giorgio Contini trainiert, er kennt Schürpf aus der gemeinsamen Zeit in Vaduz.

Chemie-Gigant Ineos zahlt höhere Gehälter als der FCL

Lausanne mit dem Chemie-Giganten Ineos als Besitzer hat offenbar ein klar höheres Budget als Luzern. Gemäss Weiler gibt der FCL in dieser Saison nur noch 5 Millionen Franken für das Profi-Team aus. Verlässt neben Stürmer Tomi Juric, der mit Basel und Zürich in Verbindung gebracht wird, bis zum Ende der Transferperiode am Freitag auch Schürpf die Innerschweizer? Schürpf sagt: «Ich bin momentan Angestellter des FC Luzern, mehr kann ich dazu nicht sagen.» Seine Ablöse beträgt zum jetzigen Zeitpunkt maximal 1 Million Franken. Sollten Schürpf und Juric gehen, würde Luzerns Ausverkauf nach Omlin und Kryeziu fortgesetzt. Es wäre sportlich und von den Fans her ein brandgefährliches Spiel.

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