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FCL-Fanliebling Gvilia überzeugt in Polen - eine Rückkehr im Sommer ist möglich

Die Entlassung von Trainer René Weiler beim FC Luzern verbessert die Perspektive auf eine Rückkehr von Spielmacher Valeriane «Vako» Gvilia im Sommer. Entscheidend wird aber sein, wie sich der ausgeliehene Gvilia bei Górnik Zabrze entwickelt.
Daniel Wyrsch
FCL-Leihprofi Valeriane Gvilia im Dress von Górnik Zabrze. (Bild: T. Wantula/Newspix (Zabrze, 23. Februar 2019))

FCL-Leihprofi Valeriane Gvilia im Dress von Górnik Zabrze. (Bild: T. Wantula/Newspix (Zabrze, 23. Februar 2019))

Valeriane «Vako» Gvilia (24) liess die Anhänger des FC Luzern im vergangenen Frühjahr von besseren Zeiten träumen. Der Spielmacher kam, spielte und begeisterte die Fans. Seine Technik, die Pässe in die Tiefe und die Weitschüsse sind herausragend. Mit Gvilia hatten die Innerschweizer endlich wieder einen Profi, der attraktiven Fussball zelebriert.

Inzwischen spielt Gvilia allerdings leihweise bis zum Saisonende in Polens Ekstraklasa bei Górnik Zabrze. Bei diesem Verein hatte Ryszard «Koko» Komornicki (59) als Spieler seine grössten Erfolge errungen. Zwischen 1985 und 1988 wurde der ehemalige FCL-Trainer viermal Meister mit Górnik. Für unsere Zeitung hat er den Luzerner Leihprofi beobachtet, Komornicki spricht positiv über Gvilia: «Ich höre und lese nur Gutes über ihn. Er ist der grosse Hoffnungsträger von Górnik im Abstiegskampf.»

Torschütze im Kellerduell gegen den Tabellenletzten

Bis jetzt hat Gvilia die Hoffnungen des 14-fachen polnischen Meisters erfüllt. In drei Meisterschaftspartien mit ihm hat das Team zweimal gewonnen, besonders wichtig war am letzten Samstag der 2:1-Heimsieg über das Schlusslicht Zaglebie Sosnowiec. Gvilia schoss dabei das 1:0. Vorgestern Mittwoch folgte im Cup eine 1:2-Niederlage gegen Tabellenführer Lechia Gdansk. In allen vier Pflichtspielen ist Gvilia während mindestens 83 Minuten im Einsatz gestanden. «Trainer Marcin Brosz setzt auf ihn», weiss Komornicki. Für den Beobachter des Fussballs in seiner alten Heimat steht fest: «Gvilia ist für Górnik herausragend, er tut der Mannschaft gut, hat Spielmacherqualitäten.» Górnik Zabrze ist derzeit auf Platz 14, hat drei Punkte Vorsprung auf das vorletzte Wisla Plock, welches auf Rang 15 steht und mit Sosnowiec (16.) zu den Absteigern zählen würde. Noch stehen für Gvilia mit Górnik sieben Spiele der regulären Meisterschaft plus sieben Partien der Abstiegsrunde aus.

Zurück in die FCL-Zeit von Gvilia: Positiv aufgefallen ist der Mann aus der westgeorgischen Stadt Sugdidi nicht nur auf dem Rasen, sondern ebenso durch seine freundliche, offene Art. Er ging in Luzern auf die Mitspieler und Fans zu, er mag es, zu kommunizieren. «Wir kämpfen für­einander», war sein Credo in Luzern – und jetzt in Zabrze.

Unter Weiler sieht Gvilia beim FC Luzern alt aus

Erst 24-jährig ist Gvilia, aufgrund seiner Stirnglatze und dem Bart könnte er durchaus doppelt so alt geschätzt werden. Richtig alt hat der Luzerner Königstransfer der Vorsaison ausgesehen, als im vergangenen Juni Trainer Gerardo Seoane zum Meister Young Boys wechselte und durch René Weiler ersetzt wurde. Gvilia kam unter Weiler immer weniger auf Touren. Schliesslich ging es so weit, dass der georgische Internationale freiwillig in der U21 (1. Liga) Spielpraxis holte.

Zum letzten Mal setzte Weiler den zentralen Mittelfeldmann im abschliessenden Vorrundenmatch am 16. Dezember 2018 zu Hause gegen St. Gallen (2:1) ein. Der FCL führte 2:1, als Gvilia für die letzten 20 Minuten ins Spiel kam und bei den ultradefensiv ausgerichteten Innerschweizern zusammen mit dem nigerianischen Stürmer Blessing Eleke für offensive Entlastung sorgen sollte. Doch das uneingespielte Duo harmonierte nicht, für Gvilia war es wie eine Vorführung. Er hatte unter Weiler jegliches Selbstvertrauen verloren. Der leihweise Wechsel nach Polen am Tag der Luzerner Hinreise ins Trainingslager überraschte nicht mehr.

Für Weiler und dessen Tempofussball war Gvilia zu wenig dynamisch. «Ein Spielertyp, den es in Zukunft wohl nicht mehr geben wird», fand Weiler. Komornicki, der Aarau zweimal auf Platz 5 in der Super League führte, würde flexibler umgehen mit technisch begabten Spielern wie Gvilia und Francisco Rodriguez. «Beide könnten Luzern in der Offensive helfen.» Speziell zu Gvilia sagt Komornicki: «Er hat Übersicht, einen guten Pass sowie präzisen letzten Pass und ist schussstark.» Weniger gefällt ihm die Ungeduld des Spielmachers. «Wenn er den Ball nicht erhält, gestikuliert er mit den Händen. Das sollte er abstellen», findet Komornicki.

Sportchef Remo Meyer könnte im Sommer die Option ziehen

Weilers Nachfolger Thomas Häberli sagt, er kenne Gvilia zu wenig, um dessen Fähigkeiten zu beurteilen. FCL-Sportchef Remo Meyer hatte Gvilia verpflichtet, er macht den Fans Hoffnung: «Wir beobachten gerne, wie sich Gvilia bei Górnik Zabrze entwickelt. Da er nach seiner Ausleihe weiterhin einen Vertrag bei uns hat, ist eine Rückkehr zum FC Luzern natürlich eine Option.»

Gvilias Vertrag beim FCL ist noch bis zum 30. Juni 2020 gültig

Der georgische Nationalspieler Valeriane «Vako» Gvilia (24) hat am 11. Februar 2018 beim 2:1-­Auswärtssieg gegen GC ­seinen Einstand beim FC Luzern unter Gerardo Seoane gegeben. Gvilia spielte die zweite Halbzeit durch – er machte dabei eine herausragende Figur im Mittelfeld.
Insgesamt kam der Spielmacher in der Rückrunde der Vorsaison auf zwölf Liga-Einsätze mit total 798 Minuten. Gvilia schoss ein Tor und gab einen Assist. In der Vorrunde der laufenden Saison wurde er von René Weiler in der Meisterschaft elf Mal (567 Minuten) eingesetzt. Er traf einmal. Am 11. Januar 2019 wurde Gvilia bis Ende Saison an Górnik Zabrze nach Polen in die 1. Liga ausgeliehen. Der 19-fache Internationale Georgiens hat in Luzern noch einen Vertrag bis Mitte 2020. (dw)

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