Vor dem Frühjahrsstart: Die FCL-Frauen sind trotz fehlender Testspiele zuversichtlich

Es lief nicht ganz optimal in der Vorbereitung der Frauenfussball-Frühjahrsrunde. Doch FCL-Trainer Glenn Meier glaubt an sein Team.

René Barmettler
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Bislang kamen die Luzernerinnen (Michèle Schnider, Mitte) um eine Quarantäne herum.

Bislang kamen die Luzernerinnen (Michèle Schnider, Mitte) um eine Quarantäne herum.


Boris Bürgisser (Luzern, 31. Oktober 2020)

Zu jeder Vorbereitung einer Halbsaison gehören nebst verschärften Trainingseinheiten ein paar Testspiele. Diese dienen Trainern dazu, Automatismen im Team zu proben. Die Frauen des FC Luzern konnten jedoch nur ein Testspiel vor dieser Frühjahrsrunde der Women’s Super League austragen. Sonst fiel während der Vorbereitungsphase seit dem 6. Januar einiges ins Wasser. Das traditionelle Skilager durfte ebenso wenig stattfinden wie das geplante Trainingslager in der Südtürkei, das annulliert werden musste.

Doch Glenn Meier, der Trainer des FCL, ist weit weg davon, deswegen zu jammern. «Wir haben derzeit das Riesenprivileg, diesen Sport ausüben zu dürfen», sagt er mit Blick auf die Amateurligen der Männer und Frauen, die sogar ein Team-Trainingsverbot haben. Auch blieb seine Frauschaft von Erkrankungen verschont, «wohl mit etwas Glück sind wir um Quarantänen herumgekommen». Dieses Pech ereilte jedoch die Berner Young Boys: Ausgerechnet eines der Teams, gegen das ein Testspiel anberaumt wurde. «Die Grasshoppers, unser Gegner vom Samstag, konnten gegen die Bernerinnen noch spielen», weiss Meier. Nach einem positiven Test im YB-Team musste auch sein Startspiel gegen Lugano verschoben werden. Weitere Testpartien, die der FCL geplant hatte, konnten wegen Spielverbots für die Gegner nicht durchgeführt werden.

Ein Trio kämpft um den fünften Platz

So blieb Meier nichts anderes übrig, als interne «Trainingsmätschli» abzuhalten. In den meisten Fällen gelang es, diese mit elf gegen elf zu spielen.

«Ich konnte praktisch aus dem Vollen schöpfen. Wir haben in dieser Vorbereitung alles herausgeholt, was möglich war.»

Bis auf das Trio Laura Keel, Debora Vogl und Melanie Müller ist das ganze Kader für das Startspiel gegen die punktgleichen Grasshoppers fit. Meier gibt auch deswegen den Tarif durch: «Unser Anspruch ist es, GC zu schlagen.» Diese Aussage kommt nicht von ungefähr. Seine Luzernerinnen starteten enttäuschend in die Saison, konnten sich dann allerdings steigern und fügten dem Serienmeister Zürich auswärts eine 0:2-Niederlage zu. Dem Team mit den zweitmeisten Gegentoren (32) gelang sogar eine Miniserie, in der es drei Mal ohne Gegentreffer blieb.

Das Formhoch während der Adventszeit liess den FCL mit einem guten Gefühl in die kurze Winterpause gehen, Meier hätte nach diesen gelungenen letzten Auftritten indes lieber weitergespielt. «Wir sind einen Schritt weiter», ist er überzeugt.

Im Dreikampf zwischen St. Gallen-Staad, Luzern und GC um Rang fünf könnte bereits im laufenden Monat eine Zäsur stattfinden. Luzern spielt nämlich am 27. Februar gleich nochmals gegen GC. Siegt Luzern beide Male, dürfte daraus noch ein Zweikampf werden. So oder so, beim FC Luzern werden die kommenden Aufgaben mit grosser Vorfreude in Angriff genommen – ohne eine optimale Anzahl Testspiele zwar, dafür mit dem Privileg, überhaupt spielen zu dürfen.