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Wie sich die FCL-Goalies verbessern

Christophe Lollichon war Torhütertrainer beim FC Chelsea, nun arbeitet der Franzose beim FC Luzern an einem Forschungsprojekt.
Daniel Wyrsch
Ex-Chelsea Torhütertrainer Christophe Lollichon, der am FCL-Projekt beteiligt ist. (Bild: Boris Bürgisser/LZ (Luzern, 15. November 2018))

Ex-Chelsea Torhütertrainer Christophe Lollichon, der am FCL-Projekt beteiligt ist.
(Bild: Boris Bürgisser/LZ (Luzern, 15. November 2018))

Für den FC Luzern ist es aussergewöhnlich, dass ein international anerkannter Fachmann wie Christophe Lollichon (55) sich mit den Torhütern aus dem Nachwuchs auseinandersetzt. Christian Schmidt (47) hat die Zusammenarbeit mit dem immer noch beim FC Chelsea in der Akademie tätigen, ehemaligen Torwarttrainer möglich gemacht. Luzerns langjähriger Chefkonditionstrainer hatte einst bei Stade Rennes mit Lollichon zum Staff der Ligue-1-Equipe gehört. In dieser Zeit machte Schmidt Alex Frei nach einer langwierigen Verletzung wieder fit. So kam es, dass Schmidt und Frei Freunde wurden. Als Alex Frei im Frühling 2013 das Amt als Sportchef beim FCL antrat, verpflichtete er Schmidt.

FCL-Konditionstrainer Christian Schmidt ist eine treibende Kraft des Forschungsprojekts. (Bild: Boris Bürgisser/LZ (Luzern, 15. November 2018))

FCL-Konditionstrainer Christian Schmidt ist eine treibende Kraft des Forschungsprojekts. (Bild: Boris Bürgisser/LZ (Luzern, 15. November 2018))

Im Gegensatz zu Frei ist Schmidt nach wie vor in Luzern tätig. Der Franzose hat in den vergangenen fünf Jahren viel zur Modernisierung der Infrastruktur beim FCL beigetragen. Fitnessgeräte wurden angeschafft, in technische Hilfsmittel wurde investiert. In seine Zeit fällt die Einführung von Puls- und GPS-Daten bei den Spielern.

Lollichon arbeitete mit der Weltklasse

Seit René Weiler im Sommer das Super-League-Team übernahm, hat sich Schmidts Aufgabenbereich verschoben. Zu den neuen Aufgaben gehört unter anderem ein neues Projekt. «Der Auslöser dafür war Christophe Lollichon», erklärt Schmidt. Lollichon arbeitete neun Jahre beim FC Chelsea unter Trainergrössen wie José Mourinho, Carlo Ancelotti, Guus Hiddink und Rafael Benitez. Meistens stand Petr Cech (jetzt Arsenal) im Tor der Londoner. Mit der langjährigen tschechischen Nummer 1 hatte Lollichon 2007 auch von Rennes zu Chelsea gewechselt. Am Schluss seiner Goalietrainer-Zeit bei Chelsea hatte Lollichon dann noch das Vergnügen, mit dem heutigen Real-Madrid Schlussmann Thibaut Courtois zusammenzuarbeiten. Ein Zufall nur, dass Courtois als belgischer Nationalgoalie nur drei Tage nach Lollichons Vorstellung des FCL-Torhüterprojekts in der Swisspor-Arena bei der historisch hohen Niederlage gegen die Schweiz (2:5) fünf Mal hinter sich greifen musste.

Förderung der geistigen Wahrnehmung

Christophe Lollichon hat für das FCL-Projekt die Türen zu Euro Mov nach Montpellier geöffnet. Euro Mov ist ein europäisches Zentrum für Forschung, Technologie und Innovation. Mit dem Support von Euro Mov, der Uni Montpellier und der Uni Lausanne können Lollichon, Schmidt und Gabriel Wüthrich (37), Koordinator der Luzerner Nachwuchsgoalies, ihr Forschungsprojekt vorantreiben. Um an die dazu nötigen Daten zu kommen, «haben in den letzten Monaten neu auch unsere Keeper mit GPS trainiert», sagt Christian Schmidt.

Gabriel Wüthrich ist Koordinator der FCL-Nachwuchsgoalies. Der 37-jährige Westschweizer war früher Torhüter der Luzerner Profis. (Bild: Boris Bürgisser/LZ (Luzern, 15. November 2018))

Gabriel Wüthrich ist Koordinator der FCL-Nachwuchsgoalies. Der 37-jährige Westschweizer war früher Torhüter der Luzerner Profis. (Bild: Boris Bürgisser/LZ (Luzern, 15. November 2018))

Im Mittelpunkt stehen die Power und Kraftschnelligkeit der Goalies – der energetische Bereich. Aber auch in hohem Mass werden kognitive Fähigkeiten, also die geistige Wahrnehmung, gefördert. Das Fussballspiel werde immer schneller, darum würde die Umschaltphase auch für die Torhüter immer anspruchsvoller, sagte Schmidt.

Verwaltungsrat entscheidet über die Fortsetzung

Lollichon dankte dem FC Luzern, Schmidt und Wüthrich für den interessanten Austausch. «Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel, sonst forscht man in Sachen Torhüter noch sehr wenig», erklärte er. Schmidt ist überzeugt, dass Forschungsprojekte wie dieses «in fünf bis sieben Jahren ins Tagesgeschäft beim Fussball einfliessen». Offensichtlich ist der FCL nun bereits einen Schritt weiter. Die ersten Auswertungen wollte Schmidt den anwesenden Journalisten nicht aushändigen. «Die Resultate geben wir nicht preis», sagte er. Sie könnten in die Hände der Konkurrenz geraten. Der Verwaltungsrat der FC Luzern-Innerschweiz AG erhielt die Ergebnisse, er muss nun entscheiden, ob der Verein dieses zukunftsweisende Projekt fortführt.

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