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FCL-Idol Marius Müller: «Das Kabinenleben fehlt mir»

Der Torhüter des FC Luzern unterhält in der Corona-Spielpause mit einer Parade im Wohnzimmer – und macht sich ernsthafte Gedanken.

Daniel Wyrsch
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Marius Müller hechtet im Video über die Polstergruppe im eigenen Wohnzimmer. Einer seiner Hunde würde gerne mittun beim Balgen um das ungewohnte Spielgerät, eine WC-Rolle. Aufgenommen wird das knapp 15 Sekunden dauernde Spektakel von Ehefrau Vivien. Sie kann sich am Schluss ein herzhaftes Lachen nicht verkneifen. Der Instagram-Auftritt von FCL-Goalie Marius Müller ist lustig und ein kleiner Stimmungsaufheller in Zeiten der Corona-Krise.

Rund 10 000 Klicks hat der Beitrag bereits generiert. «Pascal Schürpf hat mich auf die Idee gebracht. Beim Jonglieren bin ich eh nicht gut, schon gar nicht mit Klopapier», erklärt Müller. Schürpf ist Initiant der «Stay at Home Challenge» («Bleib-Daheim-Herausforderung»). Der Flügelspieler jongliert zuerst mit drei WC-Rollen, später auf einer schaukelnden Wippe. Als feiner Techniker bestätigt Aarau-Mittelfeldmann Markus Neumayr seine Fähigkeiten, die er bereits beim FC Luzern gezeigt hatte.

Eine Hommage ans grosse Vorbild

Den Humor-Preis dürfte aber Marius Müller für sich beanspruchen. In seinem weissen T-Shirt mit der Aufschrift «Titan» auf rotem Brustbalken scheint er den früheren Weltklassetorhüter Oliver Kahn nachzuahmen. «Das war auch mit einem Augenzwinkern gemeint, Oli Kahn war früher eines meiner grossen Vorbilder», sagt Müller über seinen berühmten Landsmann. Allerdings ist Titan nicht nur der Übername des früheren deutschen Nationaltorwarts und legendären Bayern-Profis, sondern auch der Firmenname der Handschuhe von Marius Müller.

Wie hat der 26-Jährige die erste Woche ohne Mannschaftstraining verbracht? «Ich war viel mit den Hunden draussen, aber auch nicht übertrieben oft.» In Erwartung einer baldigen Ausgangssperre wollte er die Zeit nutzen. Übrigens: Müller hat die ersten drei Tage «gar nichts gemacht, zuvor hatten wir derart hart trainiert. Das war echt wie eine weitere Vorbereitung.»

Zu Hause nutzte Müller die freie Zeit, um zusammen mit seiner Frau die Wohnung von Grund auf zu reinigen und den Keller aufzuräumen. Wichtig ist ihm, mit seinen Teamkollegen in Kontakt zu bleiben. «Das Kabinenleben fehlt mir.» Er hadert: «Endlich konnte ich wieder spielen, das war meine beste Saison, dann zwingt uns dieses Virus mitten in einer erfolgreichen Phase zum Aufhören.»

Der Glaube, dass dem Fussball die Pause gut tut

Marius Müller glaubt, dass die Pause dem Fussball auch gut tue. Er denkt dabei an den überfrachteten Kalender in grossen Ligen und in internationalen Wettbewerben. Luzerns überragender Goalie mit Bundesliga-Format schaut von zu Hause auf den Platz des FC Hergiswil. «Liebend gerne würde ich auf den Rasen. Aber zuerst braucht’s jetzt viel Geduld von uns allen.»