FCL im Jahrzehntranking der Super League auf Platz 3 hinter den Meisterklubs FCB und YB

Während der FC Luzern in der Rückrunde um den Ligaerhalt kämpft, beendete er die letzte Dekade auf dem Podest.

Daniel Wyrsch
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Fussball weckt Emotionen. Als an Silvester ein Statistik-Fan die Super-League-Tabelle des abgelaufenen Jahrzehnts veröffentlichte, freuten sich Funktionäre des FC Luzern über das überraschende Abschneiden der Blauweissen in den Saisons zwischen 2010 und 2019. Der FCL rangiert hinter den beiden Meisterklubs FC Basel und BSC Young Boys auf Platz 3.

Einer der Innerschweizer Geldgeber schrieb anschliessend in den sozialen Medien euphorisch zu den Wünschen für ein frohes neues Jahr(zehnt): «Als Nummer 3 dieses Jahrzehnts sollte in den nächsten Jahren auch mal etwas Grosses möglich sein!» Damit allen angeschriebenen Personen klar wurde, um was es geht, war ein golden glänzender Pokal auf der Mitteilung abgebildet.

Ein völlig legitimer Wunsch, gerade wenn damit wahrscheinlich die silberne Sandoz-Tro­phäe für den Cuptriumph gemeint ist. Aber selbst diesen Titel hat der FCL seit einer Fussball-Ewigkeit nicht mehr gewonnen; 1992 konnte Luzern nach 1960 den zweiten Cupsieg erringen. Am 4. März empfängt der FCL die Young Boys zum Viertelfinal, den Weg in den siebten Cupfinal könnten sich die Luzerner also noch ebnen.

Erfolgreicher Frühling 2018 unter Gerardo Seoane: 34 Punkte aus 17 Spielen. Mit dem Trainer feiern von links: Valeriane Gvilia, Pascal Schürpf, Konditionstrainer Christian Schmidt, Stefan Knezevic, Marvin Schulz und Yanick Schmid.

Erfolgreicher Frühling 2018 unter Gerardo Seoane: 34 Punkte aus 17 Spielen. Mit dem Trainer feiern von links: Valeriane Gvilia, Pascal Schürpf, Konditionstrainer Christian Schmidt, Stefan Knezevic, Marvin Schulz und Yanick Schmid.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (St.Gallen, 9.Mai 2018)

Vision 2021 ist in den Hintergrund gerückt

Der einzige Meistertitel wurde in Luzern vor über 30 Jahren am 10. Juni 1989 gefeiert. Das Championat ist für den FCL in der aktuellen Konstellation mit den beiden Übermannschaften FCB und YB kaum mehr realisierbar. Obwohl zur Saisonmitte St.Gallen noch immer ganz oben in den Top 3 mitmischt. In den vergangenen zehn Jahren hatten sich zwischen 2010 und 2017 achtmal Basel und zuletzt 2018 und 2019 YB aus Bern den Meisterpokal gesichert.

Der FC Luzern schrieb im Hinblick auf das 120-Jahr-Jubiläum vom nächsten Jahr in seine Vision 2021: «Wir wollen Pokale gewinnen und Fussballfeste feiern.» Diese mutige Aussage hat bei einem Grossteil der Fans für Kopfschütteln gesorgt, zu unberechenbar agieren die Geldgeber. Das hat der vergangene Herbst bestätigt, als Bernhard Alpstaeg, Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber im Streit um die Besitzmehrheit ihre Rücktritte aus dem Verwaltungsrat gaben. Beruhigend wirkte sich dagegen aus, dass sie danach zusammen mit Josef Bieri bekannt gaben, die Finanzierung des FCL bis Mitte 2021 zu garantieren. Die Vision mit dieser Jahrzahl ist damit definitiv in den Hintergrund gerückt.

Erstmals 14 Saisons am Stück erstklassig

Positiv in der Ära der Holding mit Alpstaeg, Sawiris, Schmid, Sieber und Bieri ist, dass der Klub erstmals eine 14. Saison in Folge in der höchsten Liga ­bestreitet. Ehrenpräsident ­Walter Stierli hatte das nicht immer einfache Konstrukt der FCL-Hausbank mit der Fertigstellung des Stadions 2011 ins Leben gerufen. Der vorherige Luzerner Rekord in der Nationalliga A waren 13 Spielzeiten zwischen 1979 und 1992.

Den Podestplatz im vergangenen Jahrzehnt holte sich der FCL im Vergleich mit dem viertplatzierten FCZ, der am Samstag (19.00) der erste Rückrundengegner im Letzigrund ist, weil die Zürcher nach dem Abstieg die Saison 2016/17 in der Challenge League absolvierten. Luzern ist hinter Basel und YB am drittlängsten am Stück Mitglied der Super League.

Am neuen Coach Fabio Celestini und dem Team liegt es, die Innerschweizer erstklassig zu halten. Das ist das Minimalziel. Und wie erwähnt, im Cup ist der FCL immer noch dabei.