Der FCL ist erfolgreich, aber das Celestini-Team sucht weiter die spielerische Linie

Trotz einer tadellosen Bilanz von drei Siegen in ebenso vielen Spielen: Dem FCL-Trainer geht die Arbeit nicht aus.

Daniel Wyrsch
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Luzern-Innenverteidiger Stefan Knezevic löst im Heimspiel gegen YB einen Angriff aus.

Luzern-Innenverteidiger Stefan Knezevic löst im Heimspiel gegen YB einen Angriff aus.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (1. Februar 2020)

Das Positive zuerst: Der FC Luzern ist unter dem neuen Trainer Fabio Celestini optimal in die Rückrunde gestartet. Der Reihe nach bezwangen die Innerschweizer Zürich (3:2), die Young Boys (2:0) und Neuchâtel Xamax (1:0). Mit 27 Punkten steht der FCL auf Platz 6. Nur vier Zähler beträgt der Rückstand auf den FCZ (31 Punkte), der Rang 5 belegt. «Wir haben uns vorgenommen, dass wir uns in der Rückrunde in Richtung obere Tabellenhälfte orientieren», bestätigt der Luzerner Innenverteidiger Stefan Knezevic (23) entsprechende Ambitionen.

Der Seetaler mit serbischen Wurzeln schwärmt vom Zusammenhalt in der Mannschaft: «Es macht richtig Freude, wie wir miteinander an einem Strang ziehen.» Knezevic lobt explizit Torhüter Marius Müller: «Es ist ein super Gefühl, wenn der letzte Mann immer zur Stelle ist.» Der Abwehrmann findet aber auch, dass er und sein Partner in der zentralen Abwehr derzeit funktionieren. «Lucas Alves und ich harmonieren gut.»

Luzernern fehlt die Kontrolle über das Spiel

Auch die Umstellung auf die Fünferabwehr 30 Minuten vor Schluss gegen Xamax habe die gewünschte Wirkung gezeigt: «Wir waren besser formiert bei den gegnerischen Flanken.»

Doch Stefan Knezevic erwähnt nicht nur die positiven Dinge. Ihm ist natürlich nicht entgangen, dass Marius Müller oft eingreifen musste und den knappen 1:0-Vorsprung in Neuenburg mit zahlreichen Paraden über die Zeit rettete. «Gewonnen haben wir dank unserem Willen, spielerisch war unsere Leistung aber gar nicht gut.»

Mit dieser selbstkritischen Haltung ist Knezevic nicht allein. Trainer Fabio Celestini stellt ebenfalls fest, dass seine Mannschaft nicht in der Lage war, den Ball zu kontrollieren. Vor dem Spiel gegen Xamax hatte er von seinem Team das couragierte Dagegenhalten wie im Match gegen YB und spielerische Kreativität wie in der ersten Halbzeit beim FCZ gewünscht. Vom Glanz der ersten 45 Minuten im Zürcher Letzigrund, wo der FCL aus einem frühen 0:1-Rückstand einen 3:1-Vorsprung machte, waren die Gäste aus der Zentralschweiz in Neuenburg weit entfernt.

Angestrebte vertikale Spielweise derzeit nicht zu sehen

Von der gegen Zürich phasenweise erkennbaren vertikalen Spielweise Celestinis ist derzeit kaum etwas zu sehen. Einzig beim Eckball, den Francesco Margiotta und Schütze Idriz Voca zum Siegtor nutzten, konnte man den Plan des neuen Trainers erkennen. Aber auch defensiv arbeitet der FCL unter Celestini wirksamer bei gegnerischen Standards als im Herbst.

Deutlich negativ ist dennoch die Spielstatistik gegen den Tabellenvorletzten: Xamax hatte 62 Prozent Ballbesitz, Luzern nur 38 Prozent. Dazu kam das Team von Joël Magnin zu 12 Schüssen aufs Tor, das sind so viele wie sonst nie. Der FCL hatte lediglich deren 3. Total zählte man bei Xamax 7 gefährliche Chancen, Luzern kam immerhin zu 4 Aktionen mit Torgefahr.

Knezevic freut sich auf den Leader aus St. Gallen

Doch am Ende zählt einzig das Ergebnis: 1:0 für Luzern. Das Celestini-Team hatte sich schon gegen YB entgegen der Statistik durchgesetzt. Nun kommt am Sonntag (16 Uhr) der Leader FC St. Gallen nach Luzern. «Den St. Gallern läuft es, aber bekanntlich liegen sie uns», stellt Knezevic mit Vorfreude fest.

FCL-Erfolg mit Wermutstropfen

Beim FC Luzern läuft es weiterhin wie am Schnürchen. Die Innerschweizer siegen auch im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Fabio Celestini und bezwingen Neuchâtel Xamax in dessen Stadion mit 1:0. Xamax scheitert immer wieder an Luzern-Torhüter Marius Müller.
Daniel Wyrsch aus Neuchâtel