FCL-Jungprofi Sidler hält der Kritik stand

Der FC Luzern hat die letzten drei Pflichtspiele gegen Olympiakos Piräus und YB verloren. Verteidiger Silvan Sidler sagt, er habe viel gelernt gegen diese starken Gegner. Der Cupmatch in Gland (morgen, 15 Uhr) muss ein Erfolgserlebnis bringen.

Daniel Wyrsch
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Silvan Sidler zahlt Lehrgeld – wie im Rückspiel gegen Olympiakos. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 16. August 2018))

Silvan Sidler zahlt Lehrgeld – wie im Rückspiel gegen Olympiakos. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 16. August 2018))

Silvan Sidler ragte am Donnerstag bei der 1:3-Heimniederlage gegen Olympiakos Piräus nicht mit einer Topleistung aus der überforderten Luzerner Abwehr heraus. Doch der 20-jährige Verteidiger stemmte sich vehement gegen die totale Übermacht des griechischen Rekordmeisters. Nach dem zweiten Duell gegen Olympiakos innert acht Tagen und dem klaren Aus in der Qualifikation zur Europa League mit dem Gesamtskore von 1:7 stand Jungprofi Sidler in der Mixed Zone vor die Medien und beantwortete die unangenehmen Fragen selbstkritisch und ehrlich.

Linksverteidiger Sidler sagte: «Die Partie ist uns besser gelungen als beim 0:4 verlorenen Hinspiel in Griechenland.» Dennoch: «Ärgerlich ist, dass wir zu Hause drei Tore bekommen haben.» Es sei verhängnisvoll, «wenn wir immer wieder Rückständen hinterherrennen müssen». Erst einmal in den ersten sechs Pflichtspielen sind die Luzerner 1:0 in Führung gegangen, das war in Thun (1:2-Niederlage). Sonst lagen sie stets 0:1 zurück. Fünf Niederlagen stehen nur einem Sieg gegenüber, den der FCL im Heimspiel gegen Lugano (4:2) errang. Die Bilanz unter dem neuen Trainer René Weiler ist enttäuschend.

Trotz gefährdetem Job bleibt Sidler fokussiert

Weiler redet, seit er seine Arbeit in Luzern aufgenommen hat, dauernd von Verstärkungen, die das Team noch benötigen würde. Herauszuhören ist, dass er sich einen neuen Aussenverteidiger wünscht. Damit hat Sidler einen gefährdeten Job. Doch lässt sich der gebürtige Zürcher von solchen Dingen nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Mindestens verneint er das entschieden: «Ich schaue nur auf mich und weiss, was ich kann.» Sidler, der im Frühling seine KV-Lehre beim Kanton Zug abschloss und seither Vollprofi ist, ist sich aber auch bewusst: «Bei den drei Niederlagen zuletzt gegen Olympiakos und YB bin ich auf dem Platz gestanden. Mir ist klar, dass mir Fehler unterlaufen sind, aber das sind grosse ‘Lehrplätze’ für mich.»

Der schlaksige 1,85-Meter-Mann war längst nicht der einzige des Innerschweizer Teams, der eine wenig vorteilhafte Figur gegen die in allen Belangen überlegenen Kontrahenten Olympiakos und YB abgegeben hat. Für Sidler war die grösste Schwierigkeit in diesen Partien, das gegnerische Tempo mitzugehen.

Im November 2017 gab Sidler unter Markus Babbel sein Debüt in der Super League. Er wurde als Stellvertreter für die verletzten Routiniers Claudio Lustenberger (31) und Christian Schwegler (34) links und rechts hinten eingesetzt – und zeigte auch im Cup in Basel (1:2) eine solide Abwehrleistung. Bei Babbel-Nachfolger Gerardo Seoane kam Sidler zu weiteren neun Einsätzen in der erfolgreichen letzten Rückrunde, Luzern sprang von Tabellenplatz 9 auf 3.

Sidler wünscht sich eine kompaktere Abwehr

Der heutige YB-Coach Seoane praktizierte ein aggressives Umschaltspiel mit Pressing und Gegenpressing, der FCL stand dabei deutlich sicherer in der Defensive als in dieser Saison. Spielt man derzeit zu offensiv? Sidler: «Wir müssten in der Defensive kompakter sein, den Gegner doppeln, dann würden wir weniger Tore erhalten.» Eine bessere Abstimmung wünscht er sich insbesondere bei den Standards.

Morgen (15 Uhr) im Cup gegen den regionalen Zweitligisten Gland muss der FCL siegen. Sidler ist guter Dinge, dass es klappt. «Nun sind die Vorteile bei uns, wir sind die in allen Belangen überlegene Mannschaft.»