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FCL nimmt Unruhen im Klub mit aufs Feld und geht gegen Xamax unter

Ganz schwacher Auftritt des FC Luzern in Neuenburg gegen das bisher vorletzte Xamax: Die Mannschaft von Thomas Häberli verliert verdient mit 0:2.
Daniel Wyrsch, Neuenburg
Otar Kakabadse, links, im Zweikampf mit Janick Kamber. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus/Neuenburg, 26. Oktober 2019))

Otar Kakabadse, links, im Zweikampf mit Janick Kamber. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus/Neuenburg, 26. Oktober 2019))

FCL-Trainer Thomas Häberli beschönigte nach der 0:2-Niederlage bei Neuchâtel Xamax nichts: «In den ersten 20 Minuten waren wir nicht parat gewesen. Kurz vor der Pause hätten wir die Möglichkeit gehabt, um in diesem Spiel zurückzukommen. Schliesslich verloren wir verdient.»

Häberli analysierte in wenigen Worten, wie diese einseitige Partie verlaufen war. Die Xamaxiens nutzten gleich die erste hochkarätige Chance zum 1:0. Bereits in der 11. Minute führten die Gastgeber. Luzern-Innenverteidiger Lazar Cirkovic hatte eine Flankenball mit dem Kopf nicht geklärt, stattdessen kam der Ball von ihm zu Maren Haile-Selassie, der mit einem Aussenristpass Gaëtan Karlen bediente - und der Xamax-Mittelstürmer nutzte die Vorlage mit einem unhaltbaren Schuss unter die Latte.

Raphël Nuzzolo schoss in der 13. Minute im Fallen flach und perfide aufs Tor, nur der Reaktionsstärke von Goalie Marius Müller war es zu verdanken, dass der FCL nicht bereits zu diesem frühen Zeitpunkt 0:2 zurück lag. Anschliessend neutralisierten sich die beiden Mannschaften.

Ndiaye vergibt Luzerner Ausgleichmöglichkeit

Wie aus dem Nichts hatten die Luzerner kurz vor der Pause dann doch noch eine erstklassige Ausgleichschance: Die optimale Flanke von Captain Pascal Schürpf vermochte Ibrahima Ndiaye einen Schritt hinter dem Penaltypunkt aber nicht einzunetzen. Sein Kopfball ging zu zentral auf Xamax-Torhüter Laurent Walthert, der mühelos parierte.

Wer vom FCL in der zweiten Halbzeit eine Reaktion wie am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen Sion (3:1) erwartete, der wurde enttäuscht. Das sah Coach Häberli gleich: «Diese Leistung ist eine Enttäuschung nach dem guten Match gegen Sion. Wir wussten, dass die Aufgabe hier in Neuenburg schwierig wird. Das war sie dann auch.»

Bis auf zwei Halbchancen des sonst blass wirkenden Margiotta - beide in der 59. Minute - agierte der FCL in den zweiten 45 Minuten noch harmloser als im ersten Umgang. Xamax dagegen unternahm alles, um endlich den ersten Heimsieg in der Maladière zu feiern. Hervorragende Gelegenheiten vergaben aber vorerst 1:0-Schütze Karlen (63.) und vor allem Nuzzolo (77.). In der 80. Minute lenkte Innenverteidiger Marcis Oss einen Nuzzolo-Eckball mit dem Bein in die Maschen zum viel umjubelten 2:0-Endstand. Keine gute Figur machte dabei FCL-Innenverteidiger Lucas Alves.

Kein Penalty für den FCL - Ref entscheidet richtig

Für Aufregung sorgte in der 75. Minute ein vermeintliches Handspiel von Xamax-Verteidiger André Neitzke. Doch Schiedsrichter Alain Bieri sprach sich danach nur kurz mit dem Video Assistant Referee (VAR) ab. Er entschied zu Recht nicht auf Penalty, denn Neitzke berührte mit dem Arm zwar den Ball, aber er konnte das Spielgerät in dieser Aktion gar nicht aus der Luft kommen sehen.

So war dann nach dem Match diese vermeintliche Elfmeterszene bei den FCL-Protagonisten gar kein Thema mehr. Vielmehr der Kunstrasen. «Wir waren mit unseren Pässen zu ungenau aufgrund des Kunstrasens», stellte Mittelfeldmann Simon Grether fest. Auch Captain Pascal Schürpf meinte, dass die Plastikunterlage für das Pressingspiel der Mannschaft nicht ideal sei.

Aller Ehren wert: Spieler und Trainer suchen kein Alibi in den Klub-Querelen

Den Grund für die schwache Darbietung bei den gravierenden Querelen im Verwaltungsrat der FCL Holding AG zu suchen, wollten die Spieler nicht. Wie immer in solchen Fällen heisst es auch jetzt von Seiten der Profis: «Wir müssen uns nur auf unsere Aufgaben auf dem Platz konzentrieren.» Das ist den Luzernern offensichtlich nicht gelungen.

Dem FCL-Trainer Thomas Häberli stellte unsere Zeitung die Frage, was schwerer gewiegt habe, der Kunstrasen oder der Rücktritt der Geldgeber Bernhard Alpstaeg, Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber in den Tagen vor dem Xamax-Match? «Keines von beidem. Die Hypothek mit dem schlechten Start ins Spiel und dem Rückstand wog zu schwer. Wenn man nicht parat ist, bestraft einem der Gegner.»

Vielleicht waren die Spieler im Kopf nicht bereit, weil die Unruhen im FCL in der letzten Woche Überhand genommen haben. Umso wichtiger wird es sein, dass sich die Mannschaft bis am Mittwoch (19.00) zum Cup-Achtelfinal in Zürich gegen Challenge-Ligist GC wieder auf die sportlichen Dinge fokussieren kann.

Neuchâtel Xamax - Luzern 2:0 (1:0)
5685 Zuschauer. - SR Bieri. - Tore: 11. Karlen (Haile Selassie) 1:0. 80. Oss (Haile Selassie) 2:0. – Neuchâtel Xamax: Walthert; Neitzke, Oss, Xhemajli; Seydoux, Corbaz, Ramizi (84. Di Nardo), Kamber; Haile-Selassie (88. Mulaj), Karlen (66. Seferi), Nuzzolo. – Luzern: Müller; Kakabadse, Cirkovic, Lucas, Sidler; Ndiaye, Voca, Grether, Schürpf (86. Demhasaj); Margiotta (70. Matos); Eleke (57. Males). – Bemerkungen: Neuchâtel Xamax ohne Doudin (gesperrt), Dugourd, Djuric und Farine (alle verletzt). Luzern ohne Schwegler, Ndenge, Arnold, Schulz, Binous (alle verletzt) und Knezevic (gesperrt). Verwarnungen: 71. Grether (Foul). 74. Matos (Foul). 78. Ndiaye (Foul).

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