Fussball
Der FC Luzern spielt in der U21-Meisterschaft eine starke Rolle

Die Luzerner U21-Junioren nutzen die Übergangsmeisterschaft für taktische Neuerungen.

Stephan Santschi
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Sandro Chieffo, Trainer des FC Luzern U21.

Sandro Chieffo, Trainer des FC Luzern U21.

Bild: Nadia Schärli / Luzerner Zeitung

«Training ist gut, doch wirklich besser macht dich der Match. Für diese Challenge trainiert der Spieler die ganze Woche. Der Match dient ihm auch als Kontrolle, ob er vorwärtskommt und wo er im Vergleich zur Konkurrenz steht.»

Sandro Chieffo, der Trainer der U21-Mannschaft des FC Luzern, misst dem U21-Wettbewerb eine grosse Bedeutung zu. Seit zwei Monaten ist sein Team in dieser Übergangsmeisterschaft engagiert, weil der Spielbetrieb in den unteren Ligen aufgrund der Coronamassnahmen ruht. Die Nachwuchsteams von Profiklubs profitieren bekanntlich von einer Ausnahmeregelung, dürfen ohne Einschränkungen spielen und trainieren – im Gegensatz zu allen anderen Teams der 1. Liga, in der die U21-Equipe des FCL sonst spielt. Am vorletzten Mittwoch absolvierten die Luzerner die achte Partie in dieser kurzfristig geschaffenen Ersatzliga und gewannen dank eines Tors von Abiran Sambasivam in St.Gallen mit 1:0. In der Tabelle mit 14 U21-Teams aus der Promotion League, der 1. Liga und der 2. Liga interregional belegen sie aktuell den dritten Platz. An den kommenden beiden Wochenenden treten sie auswärts zu den Spitzenspielen gegen Servette und YB an. «Die Resultate und die Art und Weise, wie wir auftreten, sind sehr erfreulich», sagt Chieffo.

So verhindert Chieffo, dass Junioren «verschwinden»

Sein Team und auch er selbst machen dabei keinen Unterschied zu normalen Meisterschaftsspielen, «auf dem Platz wollen wir immer gewinnen», betont Chieffo. Die Aufstellung allerdings wird ohne die Möglichkeit von Auf- und Abstiegen durchaus beeinflusst. «Wir nehmen vorzeitig Spieler aus der U18 zu uns rauf, treiben die Kaderplanung und den Aufbau für die kommende Saison schon jetzt voran», erklärt Chieffo. Auch die Trainingseinheiten werden modifiziert. «Wir bereiten uns nicht auf den Gegner vor, sondern haben mehr Zeit für die eigene Mannschaft. Seit einem Monat fokussieren wir uns auf das vertikale Spiel, sowohl mit als auch ohne Ball.» Während eines regulären Meisterschaftsbetriebs wäre es nicht möglich, sich einem Thema so intensiv zu widmen.

Die Fortschritte sind bemerkenswert, wie der Auftritt zuletzt in St.Gallen offenbarte. Die Luzerner spielten «nonstop Pressing», so Chieffo. «Unser Ziel ist, dass wir den gegnerischen Torhüter und die Innenverteidiger ständig angreifen, wenn sie im Ballbesitz sind.» Der Gedanke hinter dieser Spielweise ist die Neigung von Junioren, während eines Spiels passive Phasen einzuschalten, «zu verschwinden», wie Chieffo sagt. «Durch das ständige Pressing sind sie fast gezwungen, aktiv zu bleiben.»

Im einzigartigen Vergleich mit den U21-Teams der ganzen Schweiz bemerkt Chieffo, dass der FCL-Nachwuchs sehr gut aufgestellt ist. «Bei uns stimmt das Gesamtpaket, Luzern hat im Nachwuchs viel Qualität.» Ob und wann der 1.-Liga-Spielbetrieb aufgenommen wird, entscheidet sich wohl Mitte April. Für Sandro Chieffo steht dank des U21-Wettbewerbs fest: «Wir werden bereit sein.»

U21-Meisterschaft. Rangliste: 1. YB (1. Liga) 8/19. 2. Team Vaud (1.) 8/17 (+11). 3. Luzern (1.) 8/17 (+9). 4. Servette (2. Liga inter) 8/15. 5. Basel (Promotion League) 8/14. 6. Winterthur (1.) 7/13. 7. Team Ticino (2.i) 8/12. 8. Thun (2.i) 8/11. 9. Sion (PL) 8/10. 10. GC (1.) 8/9. 11. St.Gallen (1.) 8/8. 12. Xamax (2.i) 8/7. 13. Zürich (PL) 8/4. 14. Aarau (neu formierte Auswahl) 7/0.