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FCL-Sportchef Remo Meyer: «Mir fehlen Feuer, Mut und Leidenschaft»

Der FCL will am Sonntag (16.00) in Sion die Torflaute vergessen machen. Sportchef Remo Meyer ortet die Defizite nicht nur bei den Angreifern.
Daniel Wyrsch
FCL-Sportchef Remo Meyer. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 18. Februar 2019)

FCL-Sportchef Remo Meyer. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 18. Februar 2019)

Nach dem 2:0-Minisieg am Sonntag im Cup bei der AS Calcio Kreuzlingen (2. Liga inter) hatten die Luzerner zwei Tage frei. Zeit für Spieler, Trainer und Staff, um den Kopf zu lüften. Denn zum Saisonstart lief noch längst nicht alles nach Wunsch. Neun Pflichtspiele sind absolviert, die Mannschaft hat erst sechs Tore erzielt – trotz drei Partien gegen die klar unterlegenen Gegner Klaksvik (2) und Kreuzlingen.

Das Manko hat FCL-Trainer Thomas Häberli längst erkannt. Nach dem Überwinden der ersten Cuphürde kündigte er an, den Fokus in dieser Woche auf den Abschluss zu legen. Am Mittwoch übten die Luzerner vornehmlich, den Ball einzunetzen. Gestern Donnerstag trainierten sie das saubere Passspiel und das taktisch richtige Verhalten.

Häberli ist auf dem Trainingsplatz kaum mehr wiederzuerkennen nach den letzten Partien, die ihm viel Nerven und Energie abverlangten. Der Trainer ist bestimmend und laut, sein Akku scheint wieder aufgeladen zu sein, er treibt seine Spieler energisch an. Nur Jungprofi Marco Burch (18) kann noch immer nicht an den Einheiten teilnehmen, sonst sind alle Spieler fit.

«Wir haben auch Offensivqualität»

Sportchef Remo Meyer ist aufmerksamer Trainingsbeobachter. Dem 38-Jährigen ist nicht entgangen, «dass unsere Stürmer zu selten treffen». Er ortet die Defizite aber nicht nur bei den Angreifern: «Das Offensivverhalten des gesamten Mannschaftsverbundes muss besser werden.» In Panik verfallen mag Meyer nicht. Die bisherige Bilanz (vier Punkte aus vier Ligaspielen, im Cup weiter im Rennen, in der Europa-League-Qualifikation erstmals nach 27 Jahren eine Runde überstanden) ist gar nicht so negativ.

Doch Meyer ist ein Realist, der nicht nur auf Ergebnisse schaut, sondern die Leistungen analysiert. Er sieht «mehrere Spieler, welche die Formkurve der Vorsaison noch nicht erreicht haben». Der Sportchef unterstellt seinen Spielern nicht eine ungenügende Einstellung, eher eine kleine Blockade. «Generell fehlen mir das Feuer, der Mut und die Leidenschaft, alles aus sich herauszukitzeln. So hast du im Spitzenfussball keine Chance, etwas zu reissen.» Trotzdem findet Meyer: «Wir haben Offensivqualität in unserer Mannschaft.»

Meyer verteidigt Blessing Eleke

Im Sturm wird allen voran von Blessing Eleke (23) mehr verlangt. Letzte Saison erzielte er 13 Ligatore und war der beste Torschütze des Teams. In der laufenden Saison hat er einzig in St.Gallen mit einem Penalty getroffen. Allerdings verteidigt Meyer seinen wertvollsten Spieler (4 Millionen Euro Marktwert). «Blessing hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten nicht verändert. Wie die ganze Offensive kam aber auch er noch nicht richtig zur Geltung.»

Meyer findet es nicht gut, dass dem nigerianische Stürmer Offerten nachgesagt werden. «Man liest und spekuliert immer über mögliche Angebote. Das schadet nicht zuletzt dem Spieler, der sich auf seine Leistung beim FC Luzern konzentrieren soll.»

Die nächste Chance, es besser zu machen, haben Eleke und Co. am Sonntag in Sion (16 Uhr). Nach zwei Niederlagen in der Super League hintereinander gegen Servette (0:1) und Thun (0:2) käme ein Erfolgserlebnis im Wallis einem Befreiungsschlag gleich.

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