FCL-Talfahrt geht weiter: Angezählter Häberli und sein Team werden vom FC Zürich mit 0:3-Packung nach Hause geschickt

Für den FC Luzern und seinen Trainer Thomas Häberli ist der erhoffte Befreiungsschlag auswärts gegen den FC Zürich ausgeblieben. Im Gegenteil: Die Innerschweizer verlieren diskussionslos mit 0:3. Diese Niederlage ist bereits die vierte in Serie.

Daniel Wyrsch aus Zürich
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Die entscheidende Szene

Neben dem Platzverweis gegen Blessing Eleke (siehe in der nächsten Rubrik) ist das 2:0 in der 59. Minute der entscheidende Moment in diesem einseitigen Match: Zürichs talentierter Mittelfeldmann Simon Sohm spielt steil in Luzerns Strafraum, wo Marco Schönbächler den Traumpass perfekt verarbeitet.

Luzerns Blessing Eleke verlässt den Platz nach seiner roten Karte. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, Zürich, 23. November 2019)

Luzerns Blessing Eleke verlässt den Platz nach seiner roten Karte. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, Zürich, 23. November 2019)

Das hat zu reden gegeben

Blessing Eleke unterläuft in der 40. Minute an der Seitenlinie ein Frustfoul: Er tritt dem FCZ-Innenverteidiger Becir Omeragic mit der offenen Sohle auf die Wade. Nach Intervention des VAR schaut sich Schiedsrichter Stefan Horisberger die Szene noch einmal am Bildschirm an, dann wird aus der zuerst gegebenen gelben eine rote Karte für den nigerianischen FCL-Stürmer Eleke.

Das Ergebnis

Mit der guten Auswärtsbilanz (8 Siege, 4 Unentschieden, 2 Niederlagen seit der Saison 2011/12) beim FC Zürich kann sich der FCL nichts kaufen: 0:3 lautet das Verdikt vom Samstag und ist die vierte Liga-Niederlage der schwachen Häberli-Truppe in Folge.

Die erste Halbzeit

Die Zürcher sind von Anfang an die tonangebende Mannschaft. Sie haben deutlich mehr Spielanteile und kommen zu weitaus mehr Torschüssen. Das Team von Ludovic Magnin hat nach drei Siegen in Serie über Basel, Thun und Sion auch spürbar mehr Selbstvertrauen als die mental angeschlagenen Gäste.

Blaz Kramer schiesst das 1:0 für den FC Zürich. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, Zürich, 23., November 2019)

Blaz Kramer schiesst das 1:0 für den FC Zürich. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, Zürich, 23., November 2019)

In der 13. Minute kann Antonio Marchesano seine spielerische Klasse demonstrieren: Er flankt hinter die Abwehr, wo Kevin Rüegg mühelos für den neuen FCZ-Goalgetter Blaz Kramer auflegt. Es heisst 1:0 für die überlegenen Gastgeber. Zwei Schüsse von Ibrahima Ndiaye bringen ein wenig Torgefahr auf das Gehäuse von FCZ-Keeper Yanick Brecher. Ansonsten ist der FCL viel zu harmlos.

Blessing Eleke schwächt sein Team mit dem völlig unnötigen Platzverweis wenige Minuten vor der Pause. Der FCL muss 50 Minuten in Unterzahl spielen.

Die zweite Halbzeit

Etwas besser kommen die Luzerner in die zweiten 45 Minuten. Nach einem Pass von Ndiaye von der Grundlinie schiesst Darian Males den Ball in der 53. Minute an die Lattenunterkante. Doch nur sechs Minuten später gelingt Sohm der Traumpass auf Schönbächler, der kurz vor Ablauf einer Stunde das 2:0 markiert. In der 68. Minute kann Marchesano ruhig in die Tiefe auf Pa Modou passen, der Aussenverteidiger lupft den Ball auf den Kopf von Kramer, der mühelos zum 3:0 trifft.

Dann macht Thomas Häberli auf Schadensbegrenzung: Er wechselt mit Darian Males seinen besten Offensivmann aus, bringt an seiner Stelle in der 73. Minute Innenverteidiger Lazar Cirkovic.

Diskussionen um Häberli gehen erst recht los

Immerhin dieser Plan geht für den Coach auf, aber in den nächsten Tagen muss Häberli damit rechnen, dass er freigestellt wird. Sportchef Remo Meyer hatte den 45-jährigen Ballwiler schon nach der letzten Niederlage (1:2 gegen Servette) zu Beginn der Nati-Pause angezählt.