FCL-Trainer Häberli muss für den Cuphalbfinal gegen Thun umstellen

Beim FC Luzern hat sich die Stimmung nach dem Sieg in St. Gallen aufgehellt: Für den Cup-Halbfinal gegen den FC Thun von heute Dienstag (20.15 Uhr, SRF 2) sind die Innerschweizer recht zuversichtlich. Doch Trainer Thomas Häberli muss sein Team umstellen.

Daniel Wyrsch
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Thomas Häberli trifft mit seinem FC Luzern heute im Cuphalbfinal auf den FC Thun. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Thomas Häberli trifft mit seinem FC Luzern heute im Cuphalbfinal auf den FC Thun. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Daniel Krucker ist ein langjähriger FCL-Fan. Der 49-Jährige hat mit Hilfe von zahlreichen Helfern dafür gesorgt, dass heute Dienstagabend Tausende blaue und weisse Ballons im Publikum für eine besondere Choreo sorgen. Gegen 12 000 Zuschauer werden den Cup-Halbfinal gegen den FC Thun in der Swisspor-Arena verfolgen. Der stets inspirierte Fanblock des Heimteams dürfte mit einer eigenen Choreo seinen Teil zu einem ungetrübten Fussballfest beitragen.

Beinahe alles ist also angerichtet für eine Luzerner Cup-Party. Der unbequeme Gegner Thun, von dem Trainer Thomas Häberli berechtigten Respekt hat, und mindestens zwei gewichtige Absenzen beim FCL sprechen eher dagegen.

Ausgerechnet Schulz und Schwegler sind heute gesperrt

Nicht für die Blauweissen antreten können Marvin Schulz und Christian Schwegler. Beide kassierten beim wundersamen 4:0-Heimsieg im Cup-Viertelfinal über den neuen und alten Meister YB ihre zweite Verwarnung des laufenden K.-o.-Wettbewerbs und sind nun gegen Thun gesperrt. Beide waren am Samstag in St. Gallen wichtige Eckpfeiler des 2:1-Sieges. Schulz mit seinem eiskalt erzielten Doppelpack und Schwegler als kompromissloser Aufräumer mit Offensivdrang. «Marvin Schulz war gegen St. Gallen Doppeltorschütze und hatte schon beim Sieg bei GC das 1:0 geschossen, Christian Schwegler ist in sehr guter Verfassung. Aber ich freue mich auf die Spieler, die wir an ihrer Stelle einsetzen können», sagt Thomas Häberli.

Der Coach erklärt, er habe die Cup-Sperren in seine Planungen für den Halbfinal mit einbezogen. Häberli ist vorbereitet, zumindest in der Verteidigung dürfte feststehen, wer spielt: Silvan Sidler kehrt nach der abgesessenen Sperre wieder auf die linke Abwehrseite zurück, sein Stellvertreter von St. Gallen, Simon Grether, wird aller Voraussicht nach für Schwegler rechts hinten verteidigen.

Unklar ist dagegen die Lage im Angriff, weil Pascal Schürpf immer noch muskuläre Probleme in der Wade hat. In St. Gallen musste der Luzerner Liga-Topskorer (8 Tore, 9 Assists) deswegen zuschauen, erst heute am Spieltag wird entschieden, ob sein Einsatz Sinn macht. Schürpf ist bekanntlich ein Wettkampftyp, den die Innerschweizer gerade in so einem bedeutenden Match gebrauchen könnten. Der 29-jährige Basler war es, der Luzern mit seinen Toren zum 1:0 und 2:0 gegen YB in Richtung Cup-Vorschlussrunde geschossen hatte. In der Meisterschaft überzeugte Schürpf zwar zuletzt nicht immer, aber seine Hartnäckigkeit wäre für diesen Cupfight sehr willkommen.

Der FC Luzern bangt im Cup-Halbfinal um den Einsatz von Topskorer Pascal Schürpf - links im Bild der Thuner Stefan Glarner. (Bild: Peter Schneider/Keystone (Thun, 17. März 2019))

Der FC Luzern bangt im Cup-Halbfinal um den Einsatz von Topskorer Pascal Schürpf - links im Bild der Thuner Stefan Glarner. (Bild: Peter Schneider/Keystone (Thun, 17. März 2019))

Bei Thun hat es im letzten Ligaspiel am Samstag bei GC (1:1) ebenfalls Verletzte gegeben. Häberli glaubt, dass Dejan Sorgic, Matteo Tosetti und Stefan Glarner bloss geschont wurden. Der FCL-Trainer sagt: «Sorgic, Tosetti und Glarner spielen, sie kehren alle zurück.»

Ausblenden müssen die Gastgeber die Heimschwäche. In der Super League verlor der FCL 10 von 15 Partien im eigenen Stadion – und ist mit 13 Punkten das schwächste Heimteam. Häberli erwartet Thuner, die tief und kompakt stehen. Umso wichtiger wird es sein, die Partie früh mit dem Führungstor zu lancieren. Das meint auch Captain Christian Schneuwly: «Unser Problem ist in dieser Saison oft die Effizienz. Gerade gegen Thun wäre ein 1:0 Gold wert.»

Können die Meisterhelden von 1989 den Cupfinaleinzug bejubeln?

Seit 2012 und der Niederlage im Penaltyschiessen gegen Basel ist Luzern nicht mehr im Cupfinal gestanden. Dreimal scheiterte man seither im Halbfinal; Basel (2014), Lugano (2016) und Sion (2017) waren stärker. Gegen Thun hat der FCL in dieser Saison noch nie gewonnen. Heute Dienstag soll es so weit sein, auch dank der Meistermannschaft von 1989, die zum 30-Jahr-Jubiläum des einzigen Meistertitels ans Spiel eingeladen ist. Übrigens: Auch Thomas Häberli war bei der entscheidenden Begegnung am 10. Juni 1989 mit 24 000 anderen Fans gegen Servette (1:0) im Stadion, er feierte als 15-Jähriger mit. Nun könnten die FCL-Meisterhelden Häberli und dessen Spielern beim Cupfinaleinzug zujubeln.

Halbfinals, heute Dienstag 20.15 (SRF 2): Luzern – Thun. – Donnerstag, 20.15: Zürich – FC Basel. – Final: Sonntag, 19. Mai, 15.00 (Stade de Suisse, Bern).