Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

FCL-Trainer Häberli vor der Reise nach Sion: «Ich hoffe, der Akku ist 100 Prozent gefüllt»

FCL-Trainer Thomas Häberli ist froh, konnte er endlich wieder mit dem Team trainieren. Morgen Sonntag (16.00) spielt Luzern in Sion.
Daniel Wyrsch
Energischer Thomas Häberli: Die Talfahrt mit dem FCL soll in Sion aufgehalten werden. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Barcelona, 15. August 2019)

Energischer Thomas Häberli: Die Talfahrt mit dem FCL soll in Sion aufgehalten werden. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Barcelona, 15. August 2019)

Thomas Häberli erklärte vor dem Saisonstart aus seiner Trainersicht: «Du brauchst Energie am Spieltag, um diese Kraft auf die Spieler zu übertragen.»

Offenbar ist ihm der Energietransfer in den ersten fünf Wochen und neun Pflichtpartien nur beschränkt gelungen. Oder der 45-jährige FCL-Trainer und die Spieler haben in der Startphase dieser Saison zu oft die Reserven anzapfen müssen.

An die Doppelbelastung mit der europäischen Qualifikation, welche die Mannschaft in den vergangenen vier Wochen auf die Färöer-Inseln (Klaksvik) und nach Spanien (Espanyol Barcelona) führte, kann sich der FC Luzern in der jetzigen Form und Budgetgrösse nicht anfreunden. Wenn man Häberli über die Europareisen reden hört, macht er den Eindruck, sehr erleichtert zu sein, wieder zurück auf der Allmend schaffen zu dürfen.

Eine Mannschaft wie Luzern braucht die Trainings

Beim Trainingsbesuch diese Woche fällt auf, dass Häberli sich etwas erholt hat und seinen Spielern wieder lautstark und energisch Anweisungen gibt. Die Frage drängt sich auf: Haben Sie nach den englischen Wochen den Akku aufladen können? Häberli sagt: «Wir haben zwei Tage frei gehabt, nachdem wir vier Wochen fast ohne freie Tage über die Runden gekommen sind. Ich hoffe, der Akku ist wirklich auf 100 Prozent geladen, weil die Belastung enorm war. Wir sind glücklich, konnten wir wieder zusammen trainieren.»

Thomas Häberli präzisiert: «Eine Mannschaft wie Luzern, die nicht nur aus fertigen Spielern besteht, braucht die Trainings. Das hilft diesem jungen Team.» Ausserdem sei man besonders in englischen Wochen abhängig vom Zustand der Mannschaft, «sei es wegen Schlägen und Verletzungen. Meistens reichen zwei Tage zwischen den Spielen nicht, wir brauchen eher vier oder fünf. Das hatten wir nicht, nun ist diese Zeit vorbei. Wir haben in der laufenden Woche Dinge anschauen können, die wir zuvor nicht konnten.» Vor allem nach dem viel zu knappen 2:0-Sieg im Cup gegen das fünftklassige Calcio Kreuzlingen musste der Fokus auf den Abschluss gelegt werden. Darum gehörten das Toreschiessen, aber auch die Taktik und das Arbeiten an den Basisdingen zu den Fixpunkten im Training.

Warum machen Profis, wie die des FCL, immer wieder einfache technische Übungen? Häberli erklärt: «Wie der Klavierspieler immer wieder an seiner Grundfingertechnik arbeitet, müssen wir das im Fussball auch tun.»

Muss Blessing Eleke zu Beginn zuschauen?

Spannend ist, ob Häberli Mittelstürmer Blessing Eleke (23) nach dessen schwachen letzten Auftritten am Sonntag in Sion zuerst auf die Bank setzt. Der Coach lässt sich nicht in die Karten blicken. Er sagt auch nicht, ob Stefan Knezevic (22) erstmals in dieser Saison von Anfang an in der Liga ran darf. «Kneze» fühlt sich bereit. «Ich konnte länger in meinen Körper investieren.» Jetzt sei aber die Aufbauphase vorbei, sagt der Innenverteidiger, der von Ende November 2018 bis zur Vorbereitung im Sommer wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen war.

Knezevic, der Seetaler mit serbischen Wurzeln, ist ein emotionaler Spieler. «Die Emotionalität hat uns in letzter Zeit etwas gefehlt. Und jemand der Verantwortung übernimmt auf dem Feld, sodass zu spüren ist, dass wir präsent sind, wir uns nicht einfach ausspielen lassen», sagt er. Stefan Knezevic betont:

«Wir dürfen auch mal aggressiver sein als der Gegner. Das ist eine meiner Stärken.»

Selbst der bislang harmlosen Offensive (6 Tore in 9 Pflichtspielen) könnte der zentrale Abwehrmann mit seiner Kopfballstärke und auch mit den Füssen – insbesondere bei Standards – helfen. Knezevic schoss in 51 Pflichtmatch-Einsätzen 4 Tore – alles bedeutende FCL-Treffer. Ohne Allüren sagt er: «Klar wäre es schön, wenn ich dem Team mit einem Tor helfen könnte, aber meine Hauptaufgabe bleibt, hinten dichtzumachen.»

Derweil will Coach Thomas Häberli von steigendem Druck auf seiner Position nichts wissen. «Sion ist das nächste Spiel, wir wollen weiter Punkte sammeln. Das ist möglich.» Falls er die Energiereserven wieder hat, um sie aufs Team zu übertragen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.