FCL verliert gegen spielerisch überlegenes St. Gallen mit 1:4 – Trainer Häberli muss um seinen Job bangen

Der FC Luzern tritt im Spiel gegen die drittplatzierten St. Galler Himmelsstürmer viel kämpferischer als sonst in dieser Saison auf. Bis zur Pause reicht das zu einem 1:1, in der zweiten Halbzeit erzielen die Gäste drei Tore mehr zum verdienten 4:1-Sieg. 

Daniel Wyrsch
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Am Boden: Der FC Luzern verliert gegen den FC St. Gallen klar mit 1:4. Im Bild: Ibrahima Ndiaye.

Am Boden: Der FC Luzern verliert gegen den FC St. Gallen klar mit 1:4. Im Bild: Ibrahima Ndiaye.

Gian Ehrenzeller/Keystone, Luzern, 1. Dezember 2019

Die entscheidende Szene

St. Gallens Nationalspieler Cedric Itten narrt die Luzerner Innenverteidiger Stefan Knezevic und Lucas Alves, sein perfekter Pass verwertet Boris Babic in der 67. Minute zum 2:1. Schürpf hat zwar noch einen Pfostenschuss, aber die Ostschweizer zeigen mit diesem Tor und auch anschliessend, dass sie dem FCL inzwischen spielerisch überlegen sind. 

Das hat zu reden gegeben

Wegen der Serie von zehn verlorenen Spielen in Serie gegen Luzern haben die St. Galler ihr Hotel in Luzern in die Stadtmitte verlegt. «Das kann man als Aberglauben ansehen», sagte Trainer Peter Zeidler vor dem Match. Er will nach diesem Sieg am City-Hotel festhalten. «Das Hotel ist schön, wir mussten nach dieser Serie die Herberge wechseln.»

Das Ergebnis

Das 1:4 ist die fünfte Niederlage hintereinander für den achtplatzierten FC Luzern. Zum Glück für die Innerschweizer haben auch Xamax (9.) und Thun (10.) an diesem Wochenende verloren. 

Die erste Halbzeit

Wie erwartet schenken sich die beiden Mannschaften nichts, Luzern gegen St. Gallen ist ein Kampfspiel. Die St. Galler treten trotz ihrer Serie von 25 Punkten aus den letzten 10 Partien nervös auf. Bis zur Pause zeigt Schiedsrichter Alessandro Dudic sechs gelbe Karte; zwei für St. Gallen, vier für Luzern – inklusive einer Verwarnung für FCL-Ersatzkeeper David Zibung.

In den letzten fünf Minuten vor dem Pausentee überschlagen sich die Ereignisse: Zuerst foult Lazar Cirkovic den St. Galler Ermedin Demirovic. Den fälligen Elfmeter verwertet Jordi Quintillà in der 41. Minute zu Führung der Gäste. Nach einem Freistoss der Luzerner prallt der Ball an die Hand von Miro Muheim. Dudic entscheidet auf Handspenalty, den FCL-Captain Pascal Schürpf in der Nachspielzeit des ersten Umgangs zum 1:1-Ausgleich verwertet. 

Die zweite Halbzeit

Die St. Galler spielen weniger nervös als noch in den ersten 45 Minuten. Der frischgebackene Nationalspieler und frühere FCL-Stürmer Cedric Itten düpiert in der 67. Minute Stefan Knezevic und Lucas Alves, passt präzis auf Boris Babic. Dieser hat keine Mühe, das 2:1 für die Ostschweizer zu erzielen. Nach einem langen Ball von Idriz Voca kann Pascal Schürpf in Richtung des St. Galler Tors laufen, er trifft in der 74. Minute allerdings nur den Pfosten. Es ist die beste Chance der Luzerner in der zweiten Halbzeit.

Das Spiel ist entschieden, als Idriz Voca einen St. Galler Schuss mit der Hand blockt, Dudic erkennt aber erst dank des VARs dieses Handsspiel im Sechzehner. Er gibt Elfmeter. Quintillà trifft wieder vom Punkt, zum 3:1 für die Gäste, knapp noch in der 79. Minute

Ein feiner Steilpass von Quintillà bringt dann Ermedin Demirovic in Abschlussposition. Er lässt sich die Chance nicht entgehen und erzielt das 4:1. Am Schluss werden die kämpferischen, aber in der zweiten Halbzeit nicht mehr so kompakten Luzerner gedemütigt. 

Fünfte Niederlage in Serie unter Häberli - Sportchef Meyer sagt heute Sonntag nichts zur Trainerfrage

Für FCL-Coach Thomas Häberli ist dieses 1:4 die fünfte Niederlage in Folge, die dritte Heimpleite in Serie. Die Luft für den Trainer wird damit immer dünner. Man darf gespannt sein, ob Sportchef Remo Meyer weiter an Häberli festhält oder ob der Ballwiler entlassen wird. Wie Luzerns Medienchef Markus Krienbühl den Journalisten mitteilt, wird sich Sportchef Remo Meyer heute Sonntag nicht mehr zur Trainerfrage äussern. 

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