0:5! FCL wird im Testspiel von Challenge-League-Leader Lausanne vorgeführt

Bitterer Mittwochnachmittag für den FC Luzern: Im Testmatch gegen den wahrscheinlichen Super-League-Aufsteiger FC Lausanne-Sport unterliegen die Innerschweizer 0:5 (0:3) – und zeigen Nerven.

Daniel Wyrsch
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Matchbericht

Anderthalb Wochen vor dem Re-Start der Meisterschaft muss der FC Luzern einen argen Dämpfer einstecken. In der Swisspor-Arena wird die Mannschaft von Fabio Celestini in der ersten Halbzeit vom klaren Challenge-League-Tabellenführer Lausanne-Sport von A bis Z vorgeführt.

Andi Zeqiri (16.), der aus Hochdorf stammende Aldin Turkes (33.) sowie Stjepan Kukuruzovic (34.) schiessen die Waadtländer bis zur Pause 3:0 in Führung.

Ein Gegentor aus über 50 Metern Entfernung

Das dritte Gegentor schmerzt besonders: Kukuruzovic trifft von hinter der Mittellinie – aus über 50 Metern. FCL-Goalie Marius Müller steht weit vor seinem Tor, wird vom Lobball des Lausanne-Captains überrascht.

Nach den ersten 45 Minuten hat Lausanne-Coach Giorgio Contini seine Startelf bis auf Torhüter Thomas Castella durch die zweite Garnitur ersetzt. Schliesslich treffen die Romands am Sonntag zu Hause im Cup-Viertelfinal auf den FC Basel. In dieser Form haben die Waadtländer mehr als nur Aussenseiterchancen.

Der ballführende Silvan Sidler (links) wird von Andi Zeqiri angegriffen.

Der ballführende Silvan Sidler (links) wird von Andi Zeqiri angegriffen.

Bild: Urs Flüeler/Keystone

Die Nerven von Matos und Margiotta liegen blank

Nachdenklich stimmen muss Luzern-Coach Fabio Celestini aber auch die zweite Halbzeit. Zuerst holt sich Ryder Matos bei einem Zweikampf in der 53. Minute mit einem Schlag ins Gesicht seines Gegenspielers zu Recht die gelb-rote Karte. Dann liegen offensichtlich auch die Nerven des Ex-Lausanners Francesco Margiotta blank. Der Turiner tritt Gabriel Bares im Mittelkreis von hinten in die Beine, bekommt von Schiedsrichter Sandro Schärer die gelbe Karte – glücklicherweise nur eine Verwarnung aus Luzerner Sicht. In der 59. Minute foult Margiotta dann auch noch unmotiviert Cameron Puertas im Strafraum, das führt zu einem berechtigten Elfmeter für Lausanne. Maxime Dominguez verwertet diesen Penalty gegen Müller-Ersatz Simon Enzler souverän zum 4:0 für die Gäste.

Doch damit nicht genug. Der frühere FCL-Angreifer João Oliveira trifft in der 70. Minute zum 5:0-Endstand. Für Oliveira wie für den ebenfalls ehemaligen Luzern-Profi Christian Schneuwly und die gesamte Lausanner Equipe ist der Trip in die Zentralschweiz sehr erfolgreich verlaufen. Während beim FCL nun Wundenlecken angesagt ist. Diese Leistung ist ungenügend – ganz egal, ob die Luzerner die letzten 37 Minuten in Unterzahl absolvieren mussten.

Mittelfeldspieler Voca übt Kritik am eigenen Auftritt

Wie am 7. März gegen den FC Zürich muss der FC Luzern gegen Lausanne erneut eine 0:5-Heimniederlage in einem Testspiel einstecken. «Es ist nicht die Leistung gewesen, die wir uns vorgestellt haben», sagt Mittelfeldmann Idriz Voca nach dem Schlusspfiff. «Vom Anfang bis zum Schluss haben wir nicht umgesetzt, was der Trainer uns vorgegeben hat und wir trainiert haben.» Dass die Kraft wegen der intensiven Vorbereitung in diesem Match gefehlt haben könnte, will Voca nicht als Ausrede gelten lassen.

Zu Ryder Matos und Francesco Margiotta, die vor allem aus disziplinarischen Gründen einen schlechten Eindruck hinterlassen haben, sagt Idriz Voca: «Die beiden waren frustriert, weil wir gegen starke Lausanner dem Ball hinterherlaufen mussten. Aber solche Reaktionen dürfen uns nicht passieren.»

Telegramm

Luzern – Lausanne-Sport 0:5 (0:3)

Swisspor-Arena. – 20 Zuschauer (nur Offizielle und Journalisten zugelassen). – SR Schärer.

Tore: 16. Zeqiri (Ndoye) 0:1. 33. Turkes (Zeqiri) 0:2. 34. Kukuruzovic 0:3. 60. Dominguez (Foulpenalty) 0:4. 70. Oliveira (Dominguez) 0:5.

Luzern: Müller (46. Enzler); Sidler (67. Kakabadse), Knezevic, Bürki (67. Burch), Grether; Ndiaye (83. Tia Chef), Schulz (67. Mistrafovic), Ndenge (30. Voca), Matos; Margiotta (62. Demhasaj), Schürpf (67. Males).

Lausanne, 1. Halbzeit: Castella; Boranijasevic, Loosli, Monteiro, Flo; Zeqiri, Kukuruzovic, Geissmann, Schneuwly, Ndoye; Turkes.

Lausanne, 2. Halbzeit: Castella; Ouattara, Loosli, Nganga, Getaz; Lukembila (81. Schmitt), Puertas, Bares, Dominguez, Oliveira; Koura.

Bemerkungen: Luzern ohne Lucas, Schwegler, Eleke, Emini und Balaruban (alle verletzt). Lausanne ohne Pasche (abwesend) und Diaw (verletzt). Gelb-rote Karte: 53. Matos (Foul). Verwarnungen: 25. Matos (Foul). 55. Margiotta (Foul). 56. Nganga (Reklamieren). 83. Knezevic (Foul)

Die Partie zum Nachschauen