1:1 im erwartet schwierigen Spiel für den FCL und für Startelf-Debütant Bürki

Für den FC Luzern ist die Begegnung auf dem Thuner Kunstrasen wie gewohnt eine anspruchsvolle Aufgabe. Am Schluss müssen die Innerschweizer mit dem ersten Remis unter Fabio Celestini zufrieden sein.

Daniel Wyrsch aus Thun
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Der Ex-Thuner Marco Bürki (rechts) im FCL-Dress in Aktion gegen Nicolas Hasler vom FC Thun.

Der Ex-Thuner Marco Bürki (rechts) im FCL-Dress in Aktion gegen Nicolas Hasler vom FC Thun.

Martin Meienberger/Freshfocus (22.Februar 2020)

Nach total 291 Minuten und drei Spielen ohne Gegentor (2:0 gegen YB, je 1:0 bei Neuchâtel Xamax und gegen Leader St. Gallen) ist Luzern-Torhüter Marius Müller erstmals wieder bezwungen worden. Ridge Munsy war in der 9. Minute der Thuner Torschütze zum 1:1-Ausgleich. Dieser frühe zweite Treffer dieser Partie bedeutete schliesslich auch den Endstand zwischen Thun und Luzern. 

FCL-Coach Fabio Celestini ärgerte sich nach dem Match, «dass wir in der Phase nach unserer Führung nicht besser das Spiel kontrolliert haben». Das wiedererstarkte Tabellenschlusslicht Thun hatte vehement auf den Rückstand gegen die Innerschweizer reagiert. Francesco Margiotta war zuvor mit seinem sechsten Saisontreffer erfolgreich, er hatte einen Fehlpass von Nicolas Sutter in der 4. Minute im Mittelkreis angenommen und nach einem Sprint fast über das halbe Feld aus elf Metern unhaltbar zum 1:0 abgeschlossen. 

Startschock bringt Thun nicht aus dem Tritt

Doch wie erwähnt: Für den FCL war das Geschenk der Berner Oberländer nicht die halbe Miete zum fünften Sieg im fünften Spiel unter Celestini. Ganz im Gegenteil. Die Thuner liessen sich vom Schock in der Startphase nicht beeindrucken. Von nun an brandete eine Angriffswelle nach der anderen auf das Tor der Gäste. Im Sturmzentrum bewies der beim FC Luzern ausgebildete Ridge Munsy, dass er sein Selbstvertrauen mit den zwei entscheidenden Treffern zu den Siegen über Lugano (3:2) und in Basel (1:0) wieder gefunden hat. 

Der in Küssnacht gross gewordene Schweizer mit kongolesischen Wurzeln nutzte seine erste Torchance zum 1:1. Vorausgegangen waren zwei Abwehrfehler: Zuerst verlor der erstmals in der Startelf stehende Ex-Thuner Marco Bürki ein Kopfballduell gegen den stämmigen Simone Rapp, dann konnte Lucas Alves mit einem Kopfball nicht klären. Der 26-jährige Bürki suchte nach dem Spiel keine Entschuldigungen für seinen Fehler: «Das Luftduell mit Rapp kann ich auch gewinnen - oder besser: ich hätte es gewinnen sollen.» 

Luzerner Teamzusammenhalt hält dem Druck stand

Sonst zeigte der Berner, der auf der linken Abwehrseite verteidigte, aber auch gute spielerische Ansätze. So unter anderem mit gekonnten Seitenwechseln. «Einer meiner Stärken ist sicher das hinten Herausspielen», bestätigte er seine technischen Fähigkeiten und die Übersicht. Er habe sich sofort gut aufgenommen gefühlt in der Mannschaft. «Wir haben einen super Teamspirit, das hat man schon in den ersten vier gewonnenen Spielen gesehen.»

Enttäuscht war der YB-Meisterspieler von 2018 an alter Wirkungsstätte dennoch. Obwohl er in Thun im Match nichts anderes erlebt hat, als er erwartete. «Wie gewohnt war es extrem schwierig, hier zu spielen.» Für Marco Bürki ist klar, dass sein früherer Arbeitgeber FC Thun «da unten rauskommen wird». Im Moment stehen die Berner Oberländer punktgleich mit Xamax (spielte in Zürich ebenfalls 1:1) auf dem letzten Platz.

Allerdings bewies die auf dem eigenen Kunstrasen agil agierende Mannschaft von Marc Schneider, wie die drei Siege in den ersten vier Rückrundenspielen sich auf das Selbstvertrauen ausgewirkt hatten. Die teilweise hoch pressenden Berner Oberländer hatten nicht nur mehr Spielanteile, sondern auch die deutlich besseren Chancen. Für Luzern erwies sich einmal mehr Marius Müller als die Lebensversicherung. Gegen die aus kurzer Distanz von Nicolas Hasler (36.) und Simone Rapp (83.) abgegebenen Schüsse reagierte er mit überragenden Reflexen. 

Marius Müller erwies sich erneut als Luzerner Lebensversicherung.

Marius Müller erwies sich erneut als Luzerner Lebensversicherung.

Martin Meienberger/Freshfocus (22.Februar 2020)

Viel Glück für den FCL in der 20. Minute

Ein zweites Mal wurde Marius Müller in Thun bezwungen. Die Szene ereignete sich in der 20. Minute. Ridge Munsy ging in einen Flankenball, Müller stürzte in Richtung des Stürmers und Marco Bürki kam von rechts. Von Munsy sprang der Ball ins Tor, doch Schiedsrichter Fedayi San aberkannte den Treffer, welcher das 2:1 bedeutet hätte. Er wertete einen leichten Schubser von Munsy an Bürki als Foul. Aus Luzerner Sicht war das ein glücklicher Entscheid. Thun-Coach Marc Schneiders Erklärung war plausibel: «Wenn dieses leichte Vergehen ausserhalb des Strafraumes passiert wäre, hätte es Herr San nicht geahndet.»

Luzern liess sich von den aufsässigen Gastgebern zu sehr in die eigene Zone einschnüren. Zudem fehlte es dem Celestini-Team an der Präzision der Zuspiele, um sich von der Thuner Umklammerung zu befreien. In der zweiten Halbzeit hatten nur gerade Shkelqim Demhasaj (58.) und Francesco Margiotta (68.) Abschlüsse auf Faivres Tor. Beide Schüsse landeten in den Armen des Thuner Schlussmanns. 

Zufrieden mit dem einen Punkt

Am Ende zog Marco Bürki ein eher ernüchterndes Fazit: «Unter dem Strich ist das 1:1 für uns okay.» Nach total fünf Siegen in Serie und vier Vollerfolgen in ebenso vielen Partien unter Fabio Celestini hat es die ersten Punkteverluste unter dem neuen Coach gegeben. «Der Punkt ist gut für uns», bestätigte auch Captain Christian Schwegler, der nach 45 Minuten wegen muskulären Problemen draussen blieb. Wichtig ist, dass der FCL mit 31 Punkten auf Platz 6 steht - und weiterhin komfortable 12 Zähler entfernt vom Tabellenende mit Xamax und Thun ist.  

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