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16-jähriges Stürmertalent verlässt den FCL - Bradley Fink lebt den grossen Traum von Borussia Dortmund

Bradley Fink (16) wechselt vom FC Luzern in den Nachwuchs von Borussia Dortmund. Auch wenn schon viele Schweizer Talente im Ausland scheiterten, ist Fink von seinem Transfer zum BVB überzeugt.
Raphael Gutzwiller
Bradley Fink auf der Tribüne der Swisspor-Arena. Er wird das beschauliche Luzern mit der Ruhrpott- und Bundesliga-Stadt Dortmund tauschen. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 11. Juni 2019))

Bradley Fink auf der Tribüne der Swisspor-Arena. Er wird das beschauliche Luzern mit der Ruhrpott- und Bundesliga-Stadt Dortmund tauschen. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 11. Juni 2019))

Mit 16 Jahren verlässt Bradley Fink den FC Luzern. Es ist einer jener Wechsel, die bei vielen Beobachtern Kopfschütteln auslöst. Fink gilt als grosses Stürmertalent, das schon in den nächsten Wochen mit den Luzerner Profis hätte trainieren sollen. Stattdessen spielt er ab kommender Saison für die U17 von Borussia Dortmund. «Ich habe mir den Wechsel gut überlegt», sagt Fink. Denn er habe sich überhaupt nicht für den erstbesten Spitzenklub entschieden, der ihm ein Angebot gemacht hat. Liverpool, Manchester City und andere Topvereine hatten sich nach Fink erkundigt, nur Dortmund hat man ernsthaft in Betracht gezogen.

«In Deutschland werden junge Talente anders gefördert, als etwa in England», erklärt Fink. Im Gespräch macht der erst 16-Jährige einen für sein Alter reifen Eindruck. Tatsächlich scheint er sich mit dem Wechsel auseinandergesetzt zu haben, wirkt weder naiv noch blauäugig. «Der Wechsel ist überhaupt kein Entscheid gegen den FC Luzern», will er unbedingt klarstellen. Er sei dem FCL für alles dankbar und er werde den FCL vermissen.

Überzeugt vom deutschen Ausbildungsweg

Doch: «Ich glaube, dass der Wechsel für meine Entwicklung der richtige ist.» Die Ausbildung beim deutschen Topklub sei nochmals besser. «Die Dortmunder haben in die Nachwuchsarbeit investiert, sind sich auch bewusst, dass sie mit den finanziellen Mitteln der englischen Topvereine nicht mehr mithalten können. Deshalb möchten sie auf den eigenen Nachwuchs setzen.»

Noch viel wichtiger als diese Tatsache sei es, dass er von Dortmund grosse Wertschätzung erfahren hat. «Das ganze Paket passt», ist auch Vater Thomas Fink überzeugt. Insgesamt haben die Verantwortlichen von Borussia Dortmund Fink über 15-mal beobachtet – und ihm schliesslich das Angebot gemacht. «Das hat mir auch gezeigt, dass sie wirklich mit mir planen», sagt Bradley Fink. «Er ist wirklich ein Projekt und nicht einfach einer von vielen Spielern, die geholt werden», sagt Thomas Fink. Spielerberater Marco Lichtsteiner, der Bruder von Nationalcaptain Stephan, hat den Deal schliesslich eingefädelt.

Optische Ähnlichkeit mit Harry Kane

Fink gilt mit seiner Spielweise als besonders interessant in der heutigen Zeit, in der die klassischen Mittelstürmer rar geworden sind. Der 1,90 m grosse Teenager erinnert optisch und von der Spielweise her an England-Captain Harry Kane. Fink ist technisch gut, beidfüssig, hat den Riecher vor dem Tor, gibt aber auch viele Assists. Auch wenn er körperlich Vorteil gegenüber seinen Alterskollegen hat, spiele er relativ wenig mit dem Körper. «Den Körper besser einzusetzen, muss ich noch ein wenig lernen», sagt der schweizerisch-englische Doppelbürger. Für ihn ist übrigens klar: «Wenn ich es schaffen würde, würde ich bestimmt für die Schweiz spielen. England ist kein Thema.»

Beim SC Cham startete Bradley Fink, der in Knonau wohnt, seine fussballerische Laufbahn. Oft kickte er stundenlang mit seinem Vater, der bei den F-Junioren auch sogleich sein Trainer war. Als Neunjähriger wechselte Fink, der bei Cham von Beginn an immer viele Tore erzielte, zum FC Luzern. «Der grosse Traum von mir war es, mal in der Swisspor-Arena aufzulaufen», sagt Fink. Diesem Traum wäre er nun recht nahe, doch: «Mein Traum hat sich geändert. Mein Ziel ist es für Dortmund vor 80'000 Zuschauern aufzulaufen.»

Luzern bekommt nur eine Ausbildungsentschädigung

Und dennoch ist sich Bradley Fink bewusst, dass es dazu noch ein sehr langer Weg ist. «Ich wäre sehr zufrieden, wenn ich eine Karriere in der Super League machen könnte», sagt er. «Der Wechsel bedeutet nicht, dass ich nicht hier spielen will. Ich glaube einfach, dass ich in Dortmund als Bundesligaspieler ausgebildet werde, und dass dies für meine Entwicklung besser ist.» Dass aktuelle Nationalspieler wie Kevin Mbabu oder Djibril Sow wieder in die Schweiz zurückwechselten und sich erst in der Super League durchsetzen konnten, ist Fink bewusst.

Jedoch sagt er auch: «Auch wenn ich beim FC Luzern bleiben würde, habe ich keine Garantie, dass ich Profi werde. Ich denke, die Chance, dass ich mit dem Wechsel zu Dortmund Profi werde, ist höher als hier.»

Für den FC Luzern, der sein derzeit wohl grösstes Juwel im Nachwuchs verliert, bleibt übrigens lediglich eine Ausbildungsentschädigung. Diese beträgt rund 200'000 Franken.

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