Abstiegsduell
Dank Traumtor von Sidler: Der FC Luzern erkämpft sich im letzten Moment einen Punkt gegen GC

Der FC Luzern erringt sich beim Rekordmeister in einer turbulenten Partie einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Silvan Sidler gleicht in der 90 Minute und nur 57 Sekunden nach seiner Einwechslung aus – ein Traumtor zum 2:2-Unentschieden.

Pascal Linder
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Die FCL-Startaufstellung

Im heutigen Spiel kommt es zu wesentlichen Änderungen im Sturm: Zum ersten Mal kommt Ibrahima Ndiaye unter Trainer Mario Frick von Beginn an zum Einsatz. Er ersetzt Asumah Abubakar, der vorerst auf der Bank platznehmen muss. Ausserdem steht Marko Kvasina in der Startelf, Nikola Cumic fungiert als Ersatzspieler.

Mario Frick muss auf die Dienste der beiden Mittelfeldspieler Jordy Wehrmann und Varol Tasar verzichten – beide holten sich im Spiel gegen den FC Lugano die vierte gelbe Karte. Hingegen kehren Ardon Jashari und Marvin Schulz zurück in die Startelf. Beide waren beim letzten Heimspiel gegen Lugano gelbgesperrt. Ausserdem: Viele Fans erwarten die Rückkehr von Offensivmann Pascal Schürpf. Obwohl der langzeitverletzte Publikumsliebling wieder im Training mittun kann, ist es noch zu früh für seine Rückkehr in die Aufstellung.

Die Tore

13. Minute: Nach einem kurz gespielten Eckball flankt Ermir Lenjani zur Mitte, wo Allan Arigoni den Ball ungehindert ins Tor köpfeln kann. FCL-Verteidiger Mohamed Dräger lässt dem Torschützen zu viel Freiheiten.

Allan Arigoni jubelt über seinen Trefer zum 1:0

Allan Arigoni jubelt über seinen Trefer zum 1:0

Bild: Martin Meienberger / freshfocus (Zürich, 09. April 2022)

29. Minute: Das Heimteam schlägt einen langen Ball nach vorne. Giotto Morandi erobert sich das Spielgerät und schickt Francis Momoh. Der Nigerianer kann alleine auf das Tor losziehen und souverän zum 2:0 verwandeln. Luzerns Ardon Jashari grätscht bei seinem Abwehrversuch ins Leere.

Akrobatische Einlage von Francis Momoh nach dem Treffer zum 2:0.

Akrobatische Einlage von Francis Momoh nach dem Treffer zum 2:0.

Bild: Michael Buholzer / KEYSTONE

63. Minute: Marko Kvasina kann sich auf der rechten Seite durchsetzen und passt zur Mitte auf Asumah Abubakar. Der zuvor eingewechselte Stürmer schliesst mit der Hacke ab und sorgt für das 1:2.

Filip Ugrinic und Asumah Abubakar jubeln nach dem Aschlusstreffer.

Filip Ugrinic und Asumah Abubakar jubeln nach dem Aschlusstreffer.

Bild: Martin Meienberger / freshfocus (Zürich, 09. April 2022)

90. Minute: Der eben eingewechselte Silvan Sidler gleicht mit seinem Volley-Schuss von ausserhalb der Strafraumgrenze zum 2:2 aus. Dieser Treffer passt wohl in die Kategorie «Traumtor».

Silvan Sidler nach seinem Traumtor.

Silvan Sidler nach seinem Traumtor.

Bild: Martin Meienberger / freshfocus (Zürich, 09. April 2022)

Matchbericht

Für den FC Luzern geht es acht Runden vor Schluss im Zürcher Letzigrund um ziemlich viel: Die Luzerner haben 23 Punkte auf dem Konto und sind zweitletzter in der Tabelle. Mit einem Sieg gegen die Grasshoppers könnten die Zentralschweizer den Rückstand auf Tabellennachbar GC auf zwei Punkte verkürzen – ein wichtiger Schritt in Richtung vorzeitigen Klassenerhalt. Für die Mannschaft von Mario Frick gilt es, sich vom Barrage-Platz zu entfernen. Die Devise vor dem Spiel: Drei Punkte gegen GC müssen her. Die Vorzeichen für einen FCL-Erfolg im Sechspunktespiel gegen GC stehen gut, denn in den letzten zwölf Direktbegegnungen der beiden Mannschaften resultierten fünf Unentschieden und sieben Siege für den FC Luzern.

Doch es ist das Heimteam aus Zürich, das zur ersten nennenswerten Torchance der Partie kommt: Nachdem Filip Ugrinic im Mittelfeld den Ball verliert, spielt Hayao Kawabe von GC einen Steilpass auf Ermir Lenjani. Dieser haut das Leder von der Strafraumgrenze ins Aussennetz. Glück für den FC Luzern.

Nur wenige Minuten später fällt das erste Tor im Letzigrund für das Heimteam. Nach einem kurz gespielten Eckball flankt Lenjani zur Mitte, wo Allan Arigoni den Ball ungehindert ins Tor köpfeln kann. Der Treffer zum 1:0 ist zu grossen Teilen auf einen Fehler von Mohamed Dräger zurückzuführen - der Tunesier lässt den Torschützen nämlich alleine.

Die Luzerner zeigen sich trotz frühem Rückstand keineswegs eingeschüchtert. Die Mannschaft von Mario Frick ist stets bemüht, Druck nach vorne aufzubauen - letztendlich fehlt es jedoch an Genauigkeit im Aufbauspiel. Obwohl die Luzerner in den letzen Minuten das Spiel eher dominierten, scheint es bislang noch nicht klappen zu wollen. Nach rund einer halben Stunde muss sich FCL-Keeper Marius Müller nämlich erneut geschlagen geben.

Schon wieder nutzen die Grasshoppers einen Fehler in den Abwehrreihen der Leuchtenstädter eiskalt aus. Das Heimteam schlägt einen langen Ball, den sich Giotto Morandi erobern kann. Dieser spielt einen Steilpass auf Francis Momoh. Ardon Jashari versucht zu klären, grätscht jedoch ins Leere.

Ardon Jashari grätscht am Ball vorbei.

Ardon Jashari grätscht am Ball vorbei.

Bild: Michael Buholzer / KEYSTONE (Zürich, 09. April 2022)

Momoh bekundet keine Mühe und zieht alleine auf das FCL-Tor – der 21-jährige Nigerianer feiert sein drittes Saisontor mit einem akrobatischen Rückwärtssalto. In den verbleibenden Spielminuten vor der Pause drückt der FC Luzern auf den Anschlusstreffer, Tore folgen aber keine mehr. Mit 73 Prozent Ballbesitz und einem Zweitorerückstand verschwindet der FC Luzern in den Katakomben.

Nach dem Seitenwechsel nehmen beide Mannschaften den Spielbetrieb mit unverändertem Personal wieder auf. Die Zentralschweizer haben vorerst wieder mehr Spielanteile, die 5049 Zuschauerinnen und Zuschauer bekommen aber noch keine klaren Torchancen zu sehen.

In der 57. Spielminute kommt Denis Simani dem Anschlusstreffer gefährlich nahe: GC bringt den Ball nicht richtig aus der Gefahrenzone und der Ball landet in den Füssen des FCL-Verteidigers. Simani haut das Spielgerät jedoch nur ins Aussennetz. FCL-Trainer Mario Frick unternimmt nach der Torchance gleich einen Doppelwechsel: Er bringt die beiden Stürmer Asumah Abubakar und Nikola Cumic. Campo und Jashari verlassen den Platz.

FCL-Trainer Mario Frick unternimmt einen Doppelwechsel.

FCL-Trainer Mario Frick unternimmt einen Doppelwechsel.

Bild: Michael Buholzer / KEYSTONE (Zürich, 09. April 2022)

Die beiden neuen Stürmer im FCL-Spiel setzen sich nach wenigen Minuten auch gleich in Szene - und wie! Zuerst passt Cumic auf Kvasina, dieser wiederum spielt zur Mitte. Abubakar vollendet den Angriff mit der Hacke und trifft zum 1:2. Ein sehenswerter Treffer des zuvor eingewechselten Stürmers.

Rund 15 Minuten vor Schluss ist einiges los im Zürcher Letzigrund: Zuerst vergibt Dejan Sorgic eine Grosschance für die Luzerner, danach steht die Mannschaft von Mario Frick sogar mit einem Mann mehr auf dem Platz. Noah Loosli der Hoppers steigt in Strafraumnähe zu hart in den Zweikampf mit Dejan Sorgic. Die zweite gelbe Karte und frühzeitiges Duschen sind die Konsequenz für den Innenverteidiger.

Noah Loosli bekommt den roten Karton zu sehen.

Noah Loosli bekommt den roten Karton zu sehen.

Bild: Martin Meienberger / freshfocus (Zürich, 09. April 2022)

In der Schlussphase drücken die Luzerner in Überzahl stark auf den Ausgleichstreffer - und plötzlich geht die Post ab. Die Zentralschweizer beweisen viel Kampfgeist und gleichen tatsächlich in der 90 Spielminute noch aus. Nur gerade 57 Sekunden nach seiner Einwechslung trifft Silvan Sidler mit seinem linken Fuss – ein satter Volley-Schuss von ausserhalb der Strafraumgrenze. Was für ein Spiel und was für ein Tor von Sidler!

Der Schiedsrichter lässt fünf Minuten nachspielen und dem FC Luzern gelingt in den turbulenten Schlussminuten beinahe noch der Führungstreffer. Doch die Partie endet nach einem FCL-Schlussfeuerwerk letztlich 2:2-Unentschieden.

FCL-Reaktionen

Silvan Sidler im Interview nach dem Spiel.

Video: PilatusToday

Marius Müller im Interview nach dem Spiel.

Video: PilatusToday

FCL-Noten

Telegramm

Grasshoppers – Luzern 2:2 (2:0)
Letzigrund. – 5049 Zuschauer. – SR San.
Tore: 13. Arigoni (Lenjani) 1:0. 29. Momoh (Morandi) 2:0. 63. Abubakar (Kvasina) 2:1. 90. Sidler 2:2.
Grasshoppers: Moreira; Arigoni, Loosli, Seko; Bolla, Kawabe, Herc, Lenjani; Morandi (78. Jordao), Jeong (62. Sène); Momoh (62. Riascos).
Luzern: Müller; Dräger (89. Sidler), Burch, Simani, Frydek; Jashari (57. Cumic); Ugrinic, Schulz (89. Gentner); Campo (57. Abubakar); Kvasina, Ndiaye (75. Sorgic).
Bemerkungen: Grasshoppers ohne Schmid (gesperrt), Ribeiro, Hoxha, Margreitter, Lei und Abrashi (alle verletzt). Luzern ohne Tasar und Wehrmann (beide gesperrt), Schürpf, Monney und Loretz (alle verletzt). – Gelb-Rot: 76. Loosli (Foul). Verwarnungen: 33. Bolla, 34. Jashari, 38. Loosli (alle Fouls), 55. Lenjani (Unsportlichkeit), 71. Kvasina, 87. Burch (beide Foul), 88. Sène (Unsportlichkeit).

Resultate und Tabelle

Ausblick

Der FC Luzern startet am Ostermontag in eine Englische Woche: Am 18. April spielt die Mannschaft von Mario Frick zuhause gegen den FC St.Gallen. Am Mittwoch folgt dann der Cup-Halbfinal auswärts gegen Lugano. Zum krönenden Abschluss dieser Woche spielen die Luzerner am Sonntag im St. Jakob-Park gegen den FC Basel.