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ANALYSE ZUM FC LUZERN: Magere Torbilanz ist Grund der Misere

Sportredaktor Daniel Wyrsch über die Krise des FC Luzern.
Daniel Wyrsch, Sportredaktor
Daniel Wyrsch.

Daniel Wyrsch.

Beim Betrachten der Tor­statistik fällt einem auf der FCL-Mannschaftsliste auf, dass es sehr viele Nullen hat. Gemeint ist damit nicht die Qualität der Spieler, sondern deren Ausbeute. 21 Feldspieler hat Trainer Markus Babbel in den bis dato gespielten 13 Runden eingesetzt. 7 Profis haben mindestens einmal getroffen.

Der nur in fünf Partien eingesetzte einheimische Verteidiger Yannick Schmid ist mit 2 Toren bereits der drittbeste FCL-Schütze. Nur die Stürmer Shkelqim Demhasaj mit 3 und Tomi Juric mit 4 Treffern – davon zwei verwertete Penaltys – sind etwas erfolgreicher als der 22-jährige Schmid.

Darauf folgen mit Daniel Follonier, Pascal Schürpf, Francisco Rodriguez und dem Nordkoreaner Il-Gwan Jong vier Spieler mit je einem Tor. Somit kommt man nach Adam Riese bloss auf 13 Treffer in 13 Spielen. Des Rätsels Lösung: Das 14. FCL-Tor hat Basel-Profi Mohamed Elyounoussi mittels Eigentor erzielt.

Diese magere Torbilanz zeigt die Misere des FC Luzern. Gerade im Vergleich mit den beiden letzten Saisons zum gleichen Zeitpunkt. Vor einem Jahr hatte die Mannschaft nach 13 Runden bereits 26-mal getroffen und bereits 19 Punkte. Vor zwei Jahren waren es 20 Tore – und 20 Zähler. Die nun 21 Gegentreffer sind fast genau im Schnitt der letzten zwei Jahre, doch mit nur 11 Punkten steckt man im Tabellenkeller.

Zweifellos eine gefährliche Entwicklung, wenn Luzern mit einer spielerisch bislang kaum überzeugenden Mannschaft, die dazu ziemlich harmlos im Abschluss ist, das Schlusslicht ist. Auch in diesem Punkt wirkt ein Blick in die Vergangenheit nicht unbedingt hoffnungserregend. Die letzte grosse sportliche Krise des FCL hatte ihren Lauf Anfang Mitte September 2014 mit dem Fall auf den letzten Platz genommen. Aber damals gehörten den Innerschweizern noch mehrere technisch überdurchschnittliche Offensivspieler wie Dario Lezcano, Remo Freuler, Jakob Jantscher und Jahmir Hyka an. Ausserdem war zu Beginn der Rückrunde der kopfballstarke Abwehrhaudegen Tomislav Puljic zurückgekehrt – damit war man auf einen Schlag defensiv viel kompakter und offensiv durchschlagskräftiger.

Ebenso nicht vergessen werden darf, dass schon in jener Saison Marco Schneuwly ein Torgarant war. 17 Treffer wurden es bis Ende Saison, 16 und 14 Tore kamen in den folgenden zwei Spielzeiten dazu. Ein Total von 47 Goals in drei Luzerner Super-League-Saisons hat Marco Schneuwly auf dem Konto. Keine Frage, der Fribourger war die Versicherung für das Wohlergehen des FCL!

Trainer Markus Babbel verteidigt jedoch weiterhin die Strategie des Vereins. Alternde Stars wie Marco Schneuwly wollte man bewusst nicht halten, und die öfter mal kritische Haltung des Goalgetters und von Abwehrchef Puljic wurden Babbel und Konditionstrainer Christian Schmidt mit deren Abgängen auch gleich los.

Die Verjüngungskur brachte Olivier Custodio, Shkelqim Demhasaj, Daniel Follonier und Marvin Schulz nach Luzern. Der Plan ist clever und absolut nachvollziehbar: Man kauft talentierte junge Profis von anderen Clubs und macht sie in Luzern besser, um sie dann weitaus teurer zu verkaufen. Der Haken an der Sache ist, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, man in der unteren Tabellenregion herumkickt oder gar das Tabellenende ziert, dann will kein potenter Verein einen Spieler dieses Teams verpflichten. In diesem Fall ist die total siebenstellige Summe für das Trio Custodio, Demhasaj und Follonier sehr viel Geld.

Das heisst allerdings nicht, dass sich der FCL wieder einen Millionenflop geleistet hat wie im Vorjahr mit dem damals 35-jährigen Portugiesen Ricardo Costa. Die Möglichkeit besteht immer noch, dass sich weitere Jungprofis wie Demhasaj entwickeln. Er hat neben seinen 3 Toren in der Liga auch 2 Treffer im Cup erzielt.

Das Team braucht eine Reaktion auf den schwachen Auftritt in Lugano, morgen gegen St. Gallen ist eine überzeugende Leistung gefordert. Mit hoffentlich einem FCL, bei dem egal ist, ob einer alt oder jung ist, ob einer von Hinz oder Kunz geholt wurde, sondern allein die Leistungsstärke zählt. Dann dürfte der Turnaround auch mit dieser Equipe zu schaffen sein.

Daniel Wyrsch, Sportredaktor

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

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