ANTISEMITISMUS: Spruchband ist Fall für den Staatsanwalt

Ein Transparent mit der Aufschrift "Fussball macht frei" am Super-League-Spiel vom Donnerstag auf der Luzerner Allmend beschäftigt die Staatsanwaltschaft. Sie prüft, ob Anhänger des FC St. Gallen damit gegen die Rassismus-Strafnorm verstossen haben.

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Fans des FC St. Gallen. Hier bei einem Heimspiel in der AFG-Arena in St. Gallen. (Bild: Keystone)

Fans des FC St. Gallen. Hier bei einem Heimspiel in der AFG-Arena in St. Gallen. (Bild: Keystone)

Ein Sprecher der Luzerner Polizei bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda entsprechende Medienberichte. Die Staatsanwaltschaft habe Kenntnis von dem Transparent, sagte der Sprecher. Sie prüfe nun, ob ein Anfangsverdacht gegeben sei und werde allenfalls eine Strafuntersuchung eröffnen.

Mehrere Onlineportale hatten am Freitag Fotos vom Match in der Luzerner Swisspor-Arena vom Vortag und dem Spruchband im Zuschauerraum publiziert. Der auf einem weissen Transparent gehisste Schriftzug erinnert an die Inschrift "Arbeit macht frei" aus mehreren Konzentrationslagern der Nazis. In den Vernichtungslagern wurden im Zweiten Weltkrieg Millionen von Menschen ermordet.

Der FC St. Gallen verurteilte in einer Mitteilung das Spruchband. Spieler, Funktionäre und Angestellte distanzierten sich entschieden von dem im Gästesektor in Luzern aufgehängten Banner. Rassistische, religiöse, politische oder andere extremistische Propaganda hätten in der Gesellschaft und im Fussball nichts verloren.

Bereits im Februar war es am Rande einer Begegnung zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen zu einem Zwischenfall gekommen. Danach wurden mehrere Personen angezeigt, weil sie möglicherweise gegen die Rassismus-Strafnorm verstiessen.

Beim Marsch von Fans des FC Luzern am 15. Februar in der Nähe der AFG-Arena in St. Gallen lief ein als Jude verkleideter Mann dem Umzug voraus. Bei Zuschauern war der Eindruck entstanden, die FCL-Fans würden eine antisemitische Jagd veranstalten. (sda)