AUSSCHREITUNGEN: Luzerner Video sorgt in Bern für rote Köpfe

Zeigen die Videobilder des Berner Stadions nicht die ganze Wahrheit? Jetzt wird der Vorfall extern untersucht.

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Charles Beuret, Mediensprecher des Stade de Suisse. (Bild Keystone)

Charles Beuret, Mediensprecher des Stade de Suisse. (Bild Keystone)

Das harte Einschreiten von Sicherheits­leuten gegen FCL-Fans wegen eines Transparents erhält eine neue Dimension: Bislang hatten die Berner Stadionbetrei­berin und die Sicherheitsfirma Protectas stets von einem normalen Einsatz gesprochen und sich dabei auf die Bilder der Stadionkameras gestützt.

Jetzt belegen Videobilder des FCL das Gegenteil davon. Sie zeigen Protectas-Leute, die mit Schlagstöcken auf Fans im Luzerner Sektor einprügeln.

«Wir müssen uns heute intern die Frage stellen, weshalb der Schlagstockeinsatz auf unseren Aufnahmen nicht ersichtlich war - oder nicht ersichtlich gemacht worden ist», sagte gestern der Mediensprecher des Stade de Suisse, Charles Beuret. «Es besteht die Möglichkeit, dass uns die Protectas nicht die ganze Wahrheit gesagt hat.» Deshalb wird eine externe Untersuchung eingeleitet.

Externe Untersuchung soll Klarheit bringen
Damit stehen auch die Betreiber des Stade de Suisse unter Druck. Ein externer Videotechniker soll die Aufnahmen der Stadion-Kameras zusammengestellt haben.

"Eine externe Untersuchungsorganisation soll die Vorfälle in unserem Auftrag aufklären", sagt Stadion-CEO Stefan Niedermaier. Er wolle jetzt endlich Klarheit. "Sollte sich herausstellen, dass bei uns etwas schief lief, wird es Konsequenzen haben." Auch die Luzerner Fan-Organisationen überlegen sich eine Anzeige.

Die Firma Protectas begrüsste gestern die externe Untersuchung und werde "die nötigen personellen und/oder einsatztaktischen Massnahmen" ergreifen, falls die Untersuchung ein unverhältnismässiges Vorgehen von einzelnen Angestellten ergebe.

Stefan Inderbitzin/si

Mehr zum Thema lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.