BAAR: Tangente – das sind die Folgekosten

Rund 6,34 Millionen Franken ergeben sich für die Gemeinde im Zusammenhang mit dem Grossprojekt. Einige Projekte sind laut dem Bauchef unumgänglich, aber nicht alle.

Rahel Hug
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Die starken Männer beim FC Luzern (von links): Walter Stierli, Bernhard Alpstaeg und Holding-Präsident Marco Sieber. (Bilder Neue LZ/Keystone)

Die starken Männer beim FC Luzern (von links): Walter Stierli, Bernhard Alpstaeg und Holding-Präsident Marco Sieber. (Bilder Neue LZ/Keystone)

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Die Tangente Zug/Baar ist eines der bislang grössten Strassenbauprojekte des Kantons Zug. Diesen Sommer starteten die Vorbereitungsarbeiten für das 201 Millionen Franken teure Vorhaben. Investieren muss dabei nicht nur der Kanton als Bauherr – auch für die Gemeinde Baar ergeben sich Kosten. An der Gemeindeversammlung von letzter Woche hat der Gemeinderat auf Wunsch der Alternative-die Grünen über die finanziellen Folgen für die Gemeinde informiert und eine Aufstellung präsentiert. Im Investitionsprogramm für die kommenden Jahre sind Aufwendungen von insgesamt rund 6,34 Millionen Franken veranschlagt für Tiefbauprojekte, die im Zusammenhang mit der Tangente Zug/Baar stehen.

Den grössten Posten macht die Verlegung von Kanalisationsleitungen bei den beiden Knoten Südstrasse und Zugerstrasse aus. Rund 2,8 Millionen Franken sind dafür vorgesehen. «Dabei handelt es sich um gebundene Ausgaben», erklärt Bauchef Paul Langenegger. Finanziert wird dieses Vorhaben über die Abwasser-Spezialfinanzierung. In denselben Bereich fällt auch die Sanierung der Strassenentwässerung an der Rigistrasse, die zirka 500 000 Franken kostet.

Inwilerriedstrasse wird umgestaltet

Mit rund 1,6 Millionen Franken schlägt die Fussgängerbrücke Neufeld zu Buche. Den Baukredit genehmigte die Bevölkerung bereits im Juni 2013. Gemäss Auskunft von Paul Langenegger soll die Brücke «nächstes oder übernächstes Jahr» gebaut werden. Noch offen ist der Projektumfang bei der Umgestaltung der Ägeristrasse sowie der Inwilerriedstrasse. Hier rechnet der Gemeinderat insgesamt mit Kosten von rund 300 000 Franken. Die Inwilerriedstrasse soll für Busse und Velofahrer attraktiver werden, wenn dereinst ein Grossteil der Autos auf der Tangente unterwegs sein wird. Ein Projekt, bei dem die Baarer Bevölkerung wird mitreden können, ist die Umgestaltung des Knotens Baarermatt. «Es ist ein Vorhaben, das auch ohne den Bau der Tangente nötig wäre», sagt Paul Langenegger. Wegen der neuen Überbauung Baarermattpark müsse in diesem Gebiet die Linienführung, insbesondere für die Busse, angepasst werden. Baar rechnet mit Kosten von zirka 1,44 Millionen Franken. An den Gesamtkosten wird sich auch die Stadt Zug beteiligen. «Geht alles nach Plan, werden wir der Gemeindeversammlung im nächsten Jahr einen Kredit vorlegen können.»

Zu guter Letzt möchte die Gemeinde eine Aussichtsplattform im Margel bauen. Im Bereich der zukünftigen Tunneleinfahrt, wo eine neue Bushaltestelle realisiert wird, ist ein öffentlicher Platz angedacht. «In diesem Gebiet muss sowieso Land aufgeschüttet werden», erklärt Lan­genegger, «die Plattform ist aber erst eine Idee beziehungsweise ein Wunsch.» Dafür sind 200 000 Franken veranschlagt.

Alternative-die Grünen fordert Transparenz

Andreas Lustenberger, Kantonsrat der Alternative-die Grünen, ist zufrieden, dass der Gemeinderat über die Kostenfolgen orientiert hat. «Es ist wichtig, dass transparent informiert wird», sagt er und fügt an: «Wir hoffen, dass der Gemeinderat dies auch künftig tut, wenn sich weitere Investitionen ergeben.» Die meisten Projekte seien unumgänglich, ergänzt Lustenberger. Ein Fragezeichen setzt er allerdings hinter die geplante Aussichtsplattform. «Dieses Projekt hat in Zeiten des Sparens sicher nicht Priorität. Wir erwarten vom Gemeinderat, dass er es noch einmal überdenkt.»