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Babbel ist weg – die Probleme bleiben

Sportchef Cyril Aregger über die Freistellung von FCL-Trainer Markus Babbel.
Cyril Aregger

Cyril Aregger

Wenn sich ein leitender Angestellter öffentlich negativ über seinen Arbeitgeber äussert, ist das Vertrauensverhältnis massiv zerrüttet. So geschehen im Fall Markus Babbel. Der FC Luzern hat nun die Konsequenzen gezogen und Babbel sowie seinen Assistenten Patrick Rahmen freigestellt. Ein nachvollziehbarer Schritt.

Babbel war in den letzten gut drei Jahren gewiss nicht fehlerlos, hat aber sportlich einiges erreicht. Er führte den FC Luzern zweimal auf den fünften und einmal auf den dritten Platz und integrierte junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ins Team. Doch ganz offensichtlich stimmte es zwischen dem Trainer und der Klubführung nicht mehr. Babbel hat dies mit klaren Worten kundgetan – und somit seinen vorzeitigen Abgang beim derzeit Vorletzten der Super League provoziert.

Vorläufig übernimmt der bisherige U21-Trainer Gerardo Seoane das Team und hat die Chance, definitiv zum Cheftrainer aufzusteigen. Das könnte für den FCL eine sinnvolle und günstige Lösung sein. Seoane kennt die Spieler und – fast noch wichtiger – die Klubführung. Ob er erfolgreich sein könnte, wird sich weisen. Denn Babbel ist zwar weg, doch die auch von ihm angesprochenen Probleme bleiben. Dazu zählt die Unzufriedenheit der Angestellten in der Geschäftsstelle, die sich seit dem Amtsantritt von CEO Marcel Kälin im Oktober 2016 offenbar akzentuiert hat. Zahlreiche Personen haben den Klub seither verlassen.
Aber auch die Aussendarstellung der Führung ist Teil des FCL-Problems: Es bleibt unklar, wer im Klub aus dem Trio mit dem Präsidenten Philipp Studhalter, CEO Marcel Kälin und Sportchef Remo Meyer (er besitzt als Einziger einen fussballerischen Hintergrund) zu welchen Themen das Sagen hat.

Die Einflüsse und Wortmeldungen aus dem Kreis der – ebenfalls fussballfremden – Investoren machen das Chaos komplett. Wenn Investor Bernhard Alpstaeg Trainer Babbel durchgehende Erfolgslosigkeit vorwirft und ihn in einem «Blick»-Interview als «Birchermüesli-Trainer» tituliert, ist das nicht der Stil, der Ruhe in den Klub bringt. Dass auch schon andere scheidende Führungskräfte bei ihrem Abgang solche Tiraden zu hören bekamen, macht es gewiss nicht besser.

In so einem Umfeld werden Trainerwechsel nie andauernde sportliche Besserung bringen. Das gelingt erst, wenn der FCL im Umfeld wieder Ruhe und Klarheit hergestellt hat.

Cyril Aregger

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