Bernegger liest Kasami die Leviten

Pajtim Kasami (20) kommt beim 1:1 des FC Luzern gegen Thun nur zu einem Kurzeinsatz. «Anspruch und Realität liegen bei ihm weit auseinander», meint Trainer Carlos Bernegger.

Jonas von Flüe, Thun
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Nur eine Viertelstunde im Einsatz: Pajtim Kasami (links) im Zweikampf mit Thuns Renato Steffen. (Bild: Keystone)

Nur eine Viertelstunde im Einsatz: Pajtim Kasami (links) im Zweikampf mit Thuns Renato Steffen. (Bild: Keystone)

Das hat Pajtim Kasami wohl noch nie erlebt. Noch bevor er überhaupt auf dem Platz steht, wird ihm von Carlos Bernegger so richtig der Kopf gewaschen. Rund 75 Minuten sind in der Partie gegen Thun gespielt, als der FCL-Trainer Kasami für Daniel Gygax aufs Feld schicken will. Der 20-Jährige läuft sich mit Jahmir Hyka und Michel Renggli an der Seitenlinie warm und schaut dem Geschehen auf dem Platz zu. Die Rufe von Bernegger hört er nicht, weshalb Konditionstrainer Reto Jäggi zum Trio rennen muss. Bei der Bank angelangt, erlebt Kasami ein regelrechtes Donnerwetter, das bis in die oberen Ränge der Tribüne zu hören ist. «Er fragte nur, ob ich bereit sei», sagt Kasami später, auf die Szene angesprochen. Das ist wohl nur die halbe Wahrheit.

Berneggers harte Worte

Bernegger spricht nach dem Spiel Klartext: «Bei Pajtim liegen Anspruch und Realität weit auseinander. Das muss ich ihm noch beibringen.» Hoppla, das sind harte Worte des FCL-Trainers über den Fulham-Profi, der nur beim FCL spielt, weil er sich bei den Innerschweizern mehr Spielpraxis erhofft hat. Bis im Sommer ist er noch an den FCL ausgeliehen, dann will er den grossen Schritt zurück in die Premier League wagen und sich bei Fulham einen Stammplatz erarbeiten – ein grosser Schritt von der FCL-Ersatzbank zum Stammspieler in eine der besten Ligen der Welt. «Er muss noch viel lernen», sagt Bernegger.

Thuns Renato Steffen, rechts, im Duell mit Luzerns Philipp Muntwiler, Mitte, und Xavier Hochstrasser. (Bild: Keystone)
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Thuns Renato Steffen, links, im Kopfballduell mit Luzerns Sally Sarr. (Bild: Keystone)
Thuns Renato Steffen, links, im Duell mit Luzerns Sally Sarr. (Bild: Keystone)
Luzerns Philipp Muntwiler, links, trifft gegen Thuns Thomas Reinmann zum 1:0. (Bild: Keystone)
Luzerns Goalie David Zibung hechtet nach einem Ball. (Bild: Keystone)
Luzerns Trainer Carlos Bernegger applaudiert. (Bild: Keystone)
Luzerns Verwaltungs Ratspraesident Mike Hauser, rechts, und Sportchef Alex Frei verfolgen das Fussballspiel. (Bild: Keystone)
Thuns Trainer Urs Fischer, rechts, blickt skeptisch. (Bild: Keystone)
Thuns Marco Schneuwly, links, im Duell mit Luzerns Philipp Muntwiler. (Bild: Keystone)
Thuns Spieler feiern ihren Treffer zum 1:1. (Bild: Keystone)
Thuns Marco Schneuwly, rechts, im Duell mit Luzerns Florian Stahel. (Bild: Keystone)
Thuns Nicolas Schindelholz, rechts, im Duell mit Luzerns Goalie David Zibung. (Bild: Keystone)
Thuns Renato Steffen, hinten, im Duell mit Luzerns Sally Sarr. (Bild: Keystone)
Thuns Renato Steffen, hinten, im Duell mit Luzerns Sally Sarr. (Bild: Keystone)
Thuns Michael Siegfried, links, im Duell mit Luzerns Xavier Hochstrasser. (Bild: Keystone)

Thuns Renato Steffen, rechts, im Duell mit Luzerns Philipp Muntwiler, Mitte, und Xavier Hochstrasser. (Bild: Keystone)

Statt Kasami spielte gestern Dimitar Rangelov im Zentrum. Bernegger erklärt: «Ich wollte das kreative Element verstärken. Dimitar hat gut trainiert und harmoniert mit Philipp Muntwiler.» Bitter für den U-17-Weltmeister, dass sich Bernegger vom bisher glücklos agierenden Bulgaren mehr Kreativität verspricht.

Kasamis dürftige Leistung

Kasami findet gestern nicht ins Spiel, fällt nur durch einen Fehlpass auf, in dessen Folge sich Philipp Muntwiler die zwölfte gelbe Karte der Saison einhandelt. «Ich wollte, dass er mit seiner Grösse die langen Bälle der Thuner unterbindet», erklärt Bernegger seine Überlegung beim Wechsel. Kasami meint: «In zehn Minuten kannst du dem Team nicht mehr viel helfen.» Mit seiner Reservistenrolle ist er sichtbar unzufrieden. Den Entscheid des Trainers habe er aber zu akzeptieren, sagt er.

Berneggers Aussagen sorgen für Zündstoff. Kasami dürfte die öffentliche Kritik kaum einfach schlucken.