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Bittere Niederlage gegen Thun: Der FCL-Cuptraum ist ausgeträumt

Der FC Luzern verliert den Cuphalbfinal gegen den FC Thun mit 0:1. Die Niederlage war unnötig, war Luzern doch lange das bessere Team. Am Ende sind die Emotionen in Luzern stark.
Raphael Gutzwiller

Manchmal kann der Fussball starke Emotionen auslösen. Manchmal sind es gute, man kann strahlen, jubeln, feiern. Es gibt als Fussballer oder als Fan wohl nichts Schöneres, als über einen gewonnenen Titel jubeln zu können.

Als Fan des FC Luzern hat man sich stattdessen eher daran gewöhnt, dass es immer dann, wenn es darauf ankommt, am Ende doch nicht reicht. Seit 1992 und dem letzten Cuptitel wartet man in der Innerschweiz sehnlichst auf den nächsten Triumph. Und immer wieder war man nah dran. 1997, 2005, 2007 und 2012 stand der FCL im Cupfinal. Den ­Titel holte man aber dennoch nie. In der jüngeren Vergangenheit standen die Innerschweizer in den letzten vier Jahren dreimal im Halbfinal. Eine weitere Finalteilnahme kam gestern nicht dazu.

Luzerner mit viel Ballbesitz gegen kompakte Thuner

Auch diesmal reichte es wieder nicht zum langersehnten Finaleinzug. Ein Finaleinzug, der durchaus verdient gewesen wäre, nähme man nur die Spielanteile in dieser Halbfinalpartie zwischen ­Luzern und Thun zum Massstab. Aber im Fussball geht es nicht immer darum, was verdient ist. «So hart kann Fussball sein», bediente sich FCL-Captain Christian Schneuwly nach der Partie einer Floskel. Eine Floskel aber, die selten so viel Wahrheit besass. Aus Luzerner Sicht war man mit dem 0:1 am Ende zu Recht völlig bedient. Vor dem Stadion sassen nur wenige Minuten nach Abpfiff einige Teenager-Mädchen, sie weinten.

Luzern war in diesem Cuphalbfinal gegen den FC Thun lange die spielbestimmende Mannschaft gewesen. Schon nach wenigen Minuten kristallisierte sich heraus, welche zwei unterschiedlichen Spielsysteme in dieser Partie aufeinandertrafen. Auf einer Seite standen die Thuner, die für ihr Konterspiel gefürchtet sind. Ihr Ziel war es in erster Linie kompakt zu verteidigen und schnell umzuschalten, wenn sich die Möglichkeit bot.

So sah es über weite Strecken des Spiels aus: Die Luzerner hatten den Ball, die Thuner verteidigten. (Bild: Claudio Thoma/freshfocus)

So sah es über weite Strecken des Spiels aus: Die Luzerner hatten den Ball, die Thuner verteidigten. (Bild: Claudio Thoma/freshfocus)

Auf der anderen Seite hatten die Luzerner deutlich mehr Ballbesitz, sie drängten mit ihrer Physis in Richtung des Thuner Tores. Weite Strecken der Partie konnte der FCL so dominieren, auch wenn eine kompakte Thuner Hintermannschaft gegenüberstand. So kam der FCL zu mehreren Möglichkeiten, auch wenn FCL-Publikumsliebling Pascal Schürpf später sagen musste: «Die absoluten hundertprozentigen Chancen sind nicht dabei gewesen.»

Und so hätte es vielleicht ein bisschen mehr Entschlossenheit oder Effizienz gebraucht, um gegen diesen FC Thun das entscheidende Tor zu schiessen. Genau so, wie es der Gegner nämlich machte. Mit dem einzigen Abschluss in der zweiten Halbzeit war Thun sogleich super effizient. Roy Gelmi traf nach einem Patzer von Torhüter David Zibung und einer Unordnung im FCL-Strafraum. Das Tor ist doppelt bitter aus Luzerner Sicht: Offenbar lag zuvor nämlich eine Abseitsposition vor.

Und so kam es, dass in der stimmungsvollen Swissporarena, bei der ein bisschen mehr als 12000 Zuschauer für eine gefühlt noch grössere Ambiance sorgten, am Schluss die Gäste aus Thun jubeln konnten. Die Luzerner Spieler dagegen legten sich auf den Rasen, vergruben ihr Gesicht in ihren Händen. Die Enttäuschung war ihnen auch aus der Distanz anzusehen. Schon ein bisschen gesammelt, bilanzierte Pascal Schürpf später:

«Es schmerzt, den Gegner im eigenen Stadion jubeln zu sehen.»

Für den FC Thun seinerseits ist der Triumph über Luzern noch historischer, als es ein Sieg für den FCL gewesen wäre: Seit 1955 sind die Berner Oberländer nicht mehr im Cupfinal dabei gewesen. Damals unterlagen sie La Chaux-de-Fonds mit 1:3. Nun träumen sie vom ersten Triumph überhaupt. «Das ist natürlich unser Ziel», sagte dazu Trainer Marc Schneider strahlend. Auf die Frage, ob er sich im Final lieber Zürich oder Basel wünsche, meinte er: «Damit habe ich mich gar noch nicht beschäftigt. Es ist ja kein Wunschkonzert.»

Ein passendes Bild von FCL-Trainer Thomas Häberli zum Cuphalbfinal gegen Thun. (Bild: Claudio Thoma/freshfocus)

Ein passendes Bild von FCL-Trainer Thomas Häberli zum Cuphalbfinal gegen Thun. (Bild: Claudio Thoma/freshfocus)

FCL-Trainer Thomas Häberli würde sich dagegen glücklich schätzen, wenn er sich mit solchen Fragen auseinandersetzen könnte. Stattdessen musste er der Medienschar erklären, weshalb man jenes Halbfinalduell so unglücklich verlor. Warum die Effizienz wiedermal dann gefehlt hat, wenn es darauf angekommen ist. Er hielt fest:

«Für uns ist es ein ­extrem bitterer Abend.»

Luzern - Thun 0:1 (0:0)

12'094 Zuschauer. - SR Jaccottet. - Tor: 80. Gelmi (Sorgic) 0:1.

Luzern: Zibung; Kakabadse, Lucas, Cirkovic, Sidler; Voca, Ndenge (62. Custodio); Vargas, Schneuwly (87. Demhasaj), Rodriguez (58. Schürpf); Eleke.

Thun: Faivre; Glarner, Rodrigues, Sutter, Joss (39. Salanovic); Gelmi; Ferreira, Karlen, Stillhart, Spielmann (70. Tosetti); Sorgic.

Bemerkungen: Luzern ohne Schulz, Schwegler (beide gesperrt), Juric, Knezevic und Schmid (alle verletzt). Thun ohne Da Silva, Kablan (beide gesperrt), Hediger und Ruberto (beide verletzt). 38. Joss verletzt ausgeschieden. Verwarnungen: 56. Ndenge (Foul), 71. Rodrigues (Foul), 85. Glarner (Foul/im Cupfinal gesperrt), 90. Cirkovic (Foul), 93. Sidler (Foul).

Luzerns Mirko Salvi (links) und Claudio Lustenberger (rechts) trösten Idriz Voca. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Mirko Salvi (links) und Claudio Lustenberger (rechts) trösten Idriz Voca. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzern-Trainer Thomas Häberli tröstet Ruben Vargas. (Bild: Philipp Schmidli)Luzern-Trainer Thomas Häberli tröstet Ruben Vargas. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Ruben Vargas ärgert sich über eine vergebene Chance. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Ruben Vargas ärgert sich über eine vergebene Chance. (Bild: Philipp Schmidli)
Über 12'000 Zuschauer verfolgten das Spiel in der Swissporarena – die FCL-Fans glänzten zu Spielbeginn mit einer Choreo. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)Über 12'000 Zuschauer verfolgten das Spiel in der Swissporarena – die FCL-Fans glänzten zu Spielbeginn mit einer Choreo. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
FCL-Spieler Francisco Rodriguez stand überraschend in der Startelf. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)FCL-Spieler Francisco Rodriguez stand überraschend in der Startelf. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Das Spiel war umkämpft: Hier ein Zweikampf mit FCL-Spieler Lucas Alves. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)Das Spiel war umkämpft: Hier ein Zweikampf mit FCL-Spieler Lucas Alves. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Bis zur 80. Minute hatte der FCL die Partie jedoch mehrheitlich im Griff. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)Bis zur 80. Minute hatte der FCL die Partie jedoch mehrheitlich im Griff. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
In der 80. Minute der folgenschwere Fehler von FCL-Goalie David Zibung. (Bild: Philipp Schmidli)In der 80. Minute der folgenschwere Fehler von FCL-Goalie David Zibung. (Bild: Philipp Schmidli)
Nach diesem Getümmel kommt Dejan Sorgic an den Ball ... (Bild: Urs Flüeler / Keystone) Nach diesem Getümmel kommt Dejan Sorgic an den Ball ... (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Kopfball zwischen dem Thuner Grégory Karlen (rechts) und den beiden FCL-Spielern Silvan Sidler und Pascal Schürpf. (Bild: Claudio Thoma / Freshfocus)Kopfball zwischen dem Thuner Grégory Karlen (rechts) und den beiden FCL-Spielern Silvan Sidler und Pascal Schürpf. (Bild: Claudio Thoma / Freshfocus)
Luzerns Francisco Rodriguez (links) gegen Thuns Nelson Ferreira. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Francisco Rodriguez (links) gegen Thuns Nelson Ferreira. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Ruben Vargas (links) gegen Thuns Nelson Ferreira. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Ruben Vargas (links) gegen Thuns Nelson Ferreira. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Tsiy William Ndenge (rechts) gegen den Thuner Basil Stillhart. (Bild: Claudio Thoma / Freshfocus)Luzerns Tsiy William Ndenge (rechts) gegen den Thuner Basil Stillhart. (Bild: Claudio Thoma / Freshfocus)
Luzerns Blessing Eleke zieht ab. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Blessing Eleke zieht ab. (Bild: Philipp Schmidli)
...dieser bedient Roy Gelmi, welcher zum Sieg einschiebt. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)...dieser bedient Roy Gelmi, welcher zum Sieg einschiebt. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Luzerns Blessing Eleke liegt nach dem Schlusspfiff enttäuscht am Boden. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 23. April 2019)Luzerns Blessing Eleke liegt nach dem Schlusspfiff enttäuscht am Boden. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 23. April 2019)
Luzerns Mirko Salvi (2. von rechts) tröstet Idriz Voca nach verlorenen Spiel. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 23. April 2019)Luzerns Mirko Salvi (2. von rechts) tröstet Idriz Voca nach verlorenen Spiel. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 23. April 2019)
Luzerns Trainer Thomas Häberli läuft vom Spielfeld während im Hintergrund Francisco Rodriguez (rechts) Ruben Vargas (Mitte) tröstet. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 23. April 2019)Luzerns Trainer Thomas Häberli läuft vom Spielfeld während im Hintergrund Francisco Rodriguez (rechts) Ruben Vargas (Mitte) tröstet. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 23. April 2019)
Der FC Thun steht zum zweiten Mal in seiner Klubgeschichte im Schweizer Cupfinal. (Bild: Claudio Thoma / Freshfocus, Luzern, 23. April 2019)Der FC Thun steht zum zweiten Mal in seiner Klubgeschichte im Schweizer Cupfinal. (Bild: Claudio Thoma / Freshfocus, Luzern, 23. April 2019)
19 Bilder

Enttäuschte Luzerner, jubelnde Thuner – die Bilder zum Cuphalbfinal

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