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Crashtest für den FCL im Umbruch

Der FC Luzern tritt heute (16 Uhr, SRF zwei) beim FC St. Gallen an. Gegen die Ostschweizer hat der FCL seit zwei Jahren nicht mehr verloren. Allerdings ist das Luzerner Kader für diese Saison noch immer nicht komplett.
Daniel Wyrsch
Augen zu und durch: Luzerns Idriz Voca (rechts) gegen Luganos Balint Vecsei. (Bild: M. Meienberger/Freshfocus (Luzern, 4. August 2018))

Augen zu und durch: Luzerns Idriz Voca (rechts) gegen Luganos Balint Vecsei. (Bild: M. Meienberger/Freshfocus (Luzern, 4. August 2018))

Marvin Schulz und Shkelqim Demhasaj strahlten nach dem Freitagtraining um die Wette. Die beiden FCL-Profis übten noch länger Flanken, wobei Verteidiger Schulz mit spektakulären Volleyschüssen die Vorlagen von Stürmer Demhasaj überraschend gekonnt verwertete.

Unerwartet war auch, welch positive Stimmung «Mimi» Demhasaj und Schulz verbreiteten. Denn die Atmosphäre im FC Luzern ist nach dem unbefriedigenden Saisonstart ziemlich angespannt. Selbst wenn man die beiden Taucher gegen Olympiakos Piräus (0:4, 1:3) in der Qualifikation zur Europa League als Streichresultate wertet, ist die Bilanz in der Liga ernüchternd: vier Spiele, ein Sieg, drei Niederlagen. Die Innerschweizer haben damit schon so oft wie in allen 17 Meisterschaftsspielen des Frühjahres verloren. Doch zu der Zeit war das eine andere Mannschaft: Torhüter Jonas Omlin und Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu sind nicht mehr da, die Verteidiger Stefan Knezevic und Claudio Lustenberger sind dauerverletzt, und Stürmer Tomi Juric ist seit vier Monaten mit Ausnahme der WM angeschlagen. Der australische Internationale steht vor dem Absprung zum FC Basel oder, falls der Deal scheitert, möglicherweise zum FC Zürich. Während der FCL heute in St. Gallen das fünfte Ligaspiel bestreitet.

Luzerner basteln heuer bis zum Transferschluss am Kader

Zudem ist es der letzte Match, bevor am nächsten Freitag um 24 Uhr das Transferfenster schliesst. Luzern tritt mit einer Mannschaft im Umbruch an. René Weiler, der Nachfolger von Gerardo Seoane, wiederholt ununterbrochen seine Forderung, die er eine «objektive Beurteilung» nennt: «Neben Goalie Salvi haben wir mit Stürmer Eleke einen einzigen neuen Spieler bekommen. Logisch, brauchen wir noch ein, zwei Verstärkungen.» Entscheidend sei, welches Kader am Samstag, 1. September, zur Verfügung steht. Weiler ist sich bewusst, dass Luzern allein von der Kaderplanung her keine gute Figur abgibt. «Wir sind spät dran, hat die Meisterschaft in der Schweiz doch früh begonnen.» Mit der Partie in St. Gallen werden fünf Runden gespielt sein, wenn kommenden Samstag das definitive Kader für die Vorrunde feststeht.

Andererseits geht es dem Konkurrenten aus der Ostschweiz nicht viel besser. Die St. Galler haben seit dem Saisonstart mit Marco Aratore (zu Ural Jekaterinburg/Russland) und aller Voraussicht nach Stjepan Kukuruzovic (vor dem Absprung zu Lausanne) zwei Offensivkräfte nicht mehr zur Verfügung. Nicht zuletzt dank deren Toren hat St. Gallen unter dem neuen Trainer Peter Zeidler einen erfolgreichen Start hingelegt: Sieben Zähler aus vier Partien geben dem Verein von Präsident Matthias Hüppi und Sportchef Alain Sutter Aufwind.

Dabei waren die St. Galler für den FCL in den letzten zwei Jahren Punktelieferanten. Die letzte Niederlage gegen die Ostschweizer datiert am 28. August 2016, das 0:3 im Kybunpark ist fast auf den Tag 24 Monate her. Zuletzt setzte sich der FCL fünf Mal hintereinander gegen den FCSG durch. Diese Zeiten der Überlegenheit scheinen vorbei zu sein. Heute erwartet die Innerschweizer ein Crashtest in der Ostschweiz, der Ex-Sion-Coach Zeidler lässt sein neues Ensemble schnell angreifen. Für schweizerische Verhältnisse ist zudem das 4-3-3 ein mutiges Spielsystem. Für den Ur- Luzerner Alain Wiss (28) dürfte es dort keinen Platz mehr geben, Zeidler mag Mittelfeldleute, die über mehr Beschleunigungspower verfügen. Dagegen blüht mit Cedric Itten (21) ein anderer Ex-FCL-Profi in der zweiten St. Galler Saison auf: Der Stürmer hat schon drei Tore auf seinem Konto. Das sind gleich viele Treffer, wie der ebenfalls aus dem Baselbiet stammende Pascal Schürpf (29) für Luzern in dieser Saison erzielt hat. Allerdings hat der nach wie vor von Lausanne umworbene Linksaussen zweimal mittels Elfmeter getroffen. Aus Luzerner Sicht ist zu hoffen, dass Schürpf und der FCL sich bald finden, damit dessen auslaufender Vertrag verlängert wird. Zusätzliche Personaldiskussionen schaden der Ambiance im Team.

Für Luzern ist viel mehr zu hoffen, dass so schnell wie möglich wieder mehr Blau-Weisse wie Schulz und Demhasaj Spass am Fussball versprühen.

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