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Dank Adi Koch kam der Cupsieg des FC Luzern 1992 auch nach Rothenburg

Im Jahr 1992 holte sich der FC Luzern den zweiten Cupsieg der Vereinsgeschichte. Im Team mit dabei, war der damals 18-jährige Rothenburger Adi Koch.

Turi Bucher
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Bald 28 Jahre ist das nun schon her. Es ist der 8. Juni 1992 im Berner Wankdorf-Stadion. Der Cupfinal zwischen dem FC Luzern und dem FC Lugano ist um 15 Uhr von Schiedsrichter Arturo Martino angepfiffen worden. In den Reihen des von Friedel Rausch gecoachten Luzern stehen Spieler wie Adrian Knup, Peter Nadig, Semir Tuce oder René van Eck. Beim FC Lugano, trainiert vom ins Tessin «ausgewanderten» Ibächler und Ex-FCL-Torhüter Karl Engel, spielen beispielsweise Pierluigi Tami und Dario Zuffi.

Bild: Str/Keystone

Die Tessiner gehen in der 36. Minute durch Andrioli in Führung. Luzern gleicht noch vor dem Pausenpfiff durch den Urner Heinz Moser aus. Luzern, das – drei Jahre nach dem ersten Meistertitel in der Vereinsgeschichte – eben erst den Abstieg in die Nationalliga B erleiden musste, wankt in der zweiten Halbzeit des Cupfinals. Doch in der Verlängerung brilliert Adrian Knup mit zwei Treffern zum 3:1 für den FCL – den FCL aus der Innerschweiz wohlgemerkt.

Die letzten Sekunden des Spiels: 

Dann, es ist inzwischen schon 18 Uhr, steigen die FCL-Spieler auf die Wankdorf-Tribüne, wo Bundesrat Flavio Cotti mit dem Pokal wartet. Adrian «Atze» Knup, der zweifache Torschütze, ist der Held.

Von links: Doppeltorschütze Adrian Knup, Bundesrat Flavio Cotti und Torhüter Beat Mutter.

Von links: Doppeltorschütze Adrian Knup, Bundesrat Flavio Cotti und Torhüter Beat Mutter.

Bild: Str/Keystone

Aber: Einige Meter hinter Knup wartet nochmals einer mit den Initialen A. K., um den Pokal in die Höhe zu stemmen: Es ist Adalbert «Adi» Koch. Der 18-Jährige hat im Cupfinal zwar keine einzige Minute gespielt, aber für den Kantonsschüler ist es gleichwohl ein grosser Moment, …denn so kam der Pokal auch irgendwie nach Rothenburg, dorthin, wo Koch im Elternhaus aufwuchs. Der Cupsieg: Er war für Adi Koch dann der Steilpass für einen noch grösseren Moment.

Vom Cupfinal direkt in den Europacup

Adi Koch erinnert sich an die Stunden rund um den Cupfinal: «Wir übernachteten einen Tag vor dem Cupfinal im Berner Fünf-Sterne-Hotel Bellevue Palace. Das war für einen 18-Jährigen wie mich schon sehr eindrücklich. Nach dem Cupsieg, auf der Heimfahrt mit dem Car, war die Stimmung geprägt von einer Mischung zwischen Freude und Enttäuschung. Freude einerseits über den zweiten Cupsieg der Luzerner Vereinsgeschichte, Enttäuschung andererseits über den Abstieg aus der Nationalliga A.»

Bild: Str/Keystone

Kochs Vorbild beim FCL damals: der unvergessliche Semir Tuce, 1986 Fussballer des Jahres in Jugoslawien. Koch: «Sein Können auf dem Rasen war einmalig. Aber Tuce war auch ein sehr umgänglicher Typ, seine Bescheidenheit hat mich beeindruckt.» Bemerkenswert: Als der FCL-Mannschaftscar nach dem Cupsieg in Luzern eintraf, wartete in der jubelnden Menschenmenge auch ein Gratulant namens Bertalan Bicskei. Der 2011 in Budapest verstorbene ungarische Trainer und ehemalige Torhüter war schon vor dem Cupfinal als Nachfolger von Friedel Rausch engagiert worden. Bicskei schaffte mit dem FCL die Rückkehr in die Nationalliga A und setzte während seiner Zeit in Luzern bis 1993 auch auf Adi Koch als Stammkraft.

Heute besucht er nur noch selten FCL-Spiele

Der grosse Moment des Cupsiegs führte Koch nämlich zu einem noch grösseren Moment: Der FC Luzern war in der folgenden Saison als NLB-Verein für den Cup der Cupsieger qualifiziert. Dort spielte der FCL und somit auch der 19-jährige Adi Koch gegen Levski Sofia (1:2 und 1:0) sowie in der nächsten Runde gegen Feyenoord Rotterdam (1:0 und 1:4). «Auch diese Momente bleiben für mich natürlich unvergesslich», sagt Koch heute.

Adi Koch (am Ball) 1992 im FCL-Europacup-Heimspiel gegen Feyenoord Rotterdam.

Adi Koch (am Ball) 1992 im FCL-Europacup-Heimspiel gegen Feyenoord Rotterdam.

Bild: Cecy Young (21. Oktober 1992)

Adi Koch machte während seiner Zeit als Profispieler nie ein Geheimnis daraus, dass er damit auch sein Studium der Politikwissenschaften finanzierte. Koch erlebte neben Friedel Rausch («sein Charisma als Motivator in der Kabine war unerreicht») Michel Decastel als Trainer, als er mit Delémont in die Nationalliga A aufstieg. «Bei Decastel schätzte ich die ruhige und bestimmte Art.» Koch spielte in der Folge noch für Kriens, Emmenbrücke und Zug.

Heute verfolgt er den FCL «praktisch nur noch aus der Distanz, am Rande. Ich besuche vielleicht pro Saison ein Heimspiel mit meinem Sohn Yael».

Zur Person

Vater von drei Kindern

Vater von drei Kindern

Adalbert «Adi» Koch (Bild) ist heute 46-jährig und lebt mit seiner Familie in Luzern. Koch, verheiratet mit Murielle, ist Vater von drei Kindern: Yael (13), Eline (11) und Malina (9). Der in Rothenburg aufgewachsene Koch arbeitet bei der SwissRe in Zürich in der Strategie- und Unternehmungsentwicklung. Seine Bruder Patrick, der ebenfalls in der ersten Mannschaft des FC Luzern spielte, ist Inhaber eines Architekturbüros in Emmen. (tbu.)

Hinweis
In unserer Serie «Mein Moment» blicken Zentralschweizer Sportlerinnen und Sportler auf prägende Ereignisse ihrer Karriere zurück. Zuletzt erschienen: Andreas Küttel (27.April), Viktor Röthlin (22. April) und Nicole Fähndrich (20. April).