«Dann wird die Situation sicher prekär»

Der FC Luzern steht noch immer sieglos da, kommt nicht vom Fleck. Wie soll es weitergehen? Wie kann die Trendwende erzwungen werden? Eine Umfrage.

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Stefan Marini, Ex-FCL-Spieler und ex-SCK-Trainer. (Archivbild Beat Blättler/Neue LZ)

Stefan Marini, Ex-FCL-Spieler und ex-SCK-Trainer. (Archivbild Beat Blättler/Neue LZ)

Stefan Marini (Ex-FCL-Spieler und Ex-SCK-Trainer):«Ich habe mit Kriens in der letzten Saison eine solche Negativspirale selber miterlebt. Diese Situation ist nicht einfach. Der FCL ist im Moment sicher auch vom Pech verfolgt. Mit Veskovac und Diarra fehlte zu Beginn die eingespielte Innenverteidigung, dann kam der Weggang von Lustrinelli hinzu und auch Tchouga ist noch nicht einsatzfähig. Solche Ausfälle kann der FC Basel mit seinem Kader kompensieren, aber nicht der FCL. Und als Trainer ist man auf die wichtigen Spieler im Team einfach angewiesen. Wichtig ist nun aus meiner Sicht, dass sich in der Mannschaft keine Grüppchen bilden. Das wäre gefährlich. Es braucht alle, um aus diesem Tief herauszukommen, alle müssen am gleichen Strick ziehen und noch 5 Prozent mehr investieren. Dann wird sich der FCL auffangen, denn an der Substanz fehlt es nicht. Deshalb ist es wichtig, die Nerven zu behalten.»

Maurizio Jacobacci (Trainer SC Kriens):«Ich hoffe schwer, dass der FC Luzern schnell die Kurve kriegt. Denn die Innerschweiz braucht einen starken FCL. Ohne zu wissen, was beim FCL intern abgeht, glaube ich daran, dass die Luzerner aus dieser Misere rauskommen. Es ist ja so oft dasselbe im Fussball: Das Erfolgserlebnis fehlt, und wenn dies eintritt, dann kann es sehr schnell aufwärts gehen. Ja, die FCL-Mannschaft ist genug stark, um da rauszukommen. Rufe nach einer Stürmerverstärkung sind das eine. Aber wichtig ist jetzt doch, dass das vorhandene Kader Vertrauen spürt.»

Thomas Wyss (Ex-FCL-Spieler und Cham-Trainer):«Ich vermute, dass Sforza vor der Saison hart trainieren liess und den Fokus längerfristig setzte. Deshalb war das Team beim Start noch nicht in der besten Verfassung. Zudem ist der FCL für mich im Vorfeld besser gemacht worden als er ist. Für mich waren die Luzerner auch nicht der Transfersieger. Der FCL hat eine junge und dynamische Mannschaft, die einfach noch etwas Zeit braucht. Ich bin deshalb nicht verängstigt oder skeptisch, was die Zukunft des FCL angeht. Und ich hoffe, dass jetzt nicht übereilte Entscheidungen gefällt werden. Trotzdem: Die beiden nächsten Spiele gegen Aarau und YB sind wegweisend. Wenn dort wieder keine Punkte herausschauen, wird die Situation sicher prekär.»

Umfrage at/tbu/Neue LZ