Das Glück kehrt gegen GC doch noch zum FCL zurück

Der FC Luzern kann wieder siegen. Auch dank zwei Toren des nigerianischen Stürmers Blessing Eleke gewinnt der FCL mit 3:2 bei den Grasshoppers.

Raphael Gutzwiller, Zürich
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Der zweifache FCL-Torschütze Blessing Eleke (Mitte) wird von seinen Teamkollegen beglückwünscht. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Zürich, 9. Dezember 2018))

Der zweifache FCL-Torschütze Blessing Eleke (Mitte) wird von seinen Teamkollegen beglückwünscht. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Zürich, 9. Dezember 2018))

Mit dem Glück im Fussball ist es so eine Sache. Anders als in anderen Sportarten gewinnt beim Fussball nicht immer das bessere, oft aber das glücklichere Team. Wer das Glück auf seiner Seite weiss, spricht meist davon, dass es erkämpft sei. Wem das Glück nicht hold ist, findet, er sei vom Pech verfolgt. Genau so tönte es vor einer Woche, als der FC Luzern beim FC Sion eine unnötige 0:2-Niederlage kassiert hatte. Der Luzerner Goalie David Zibung fand damals, dass es in vielen Situationen gegen sein Team laufen würde, sein Trainer René Weiler vermisste das nötige Matchglück.

Doch beim 3:2-Sieg bei den Grasshoppers hatten die Luzerner am Sonntag genau jenes Glück auf ihrer Seite, das zuletzt gefehlt hatte. Es lief die 90. Spielminute beim Spielstand von 3:2 für den FCL, als sich Lazar Cirkovic im eigenen Sechzehner die Freiheit nahm, GC-Stürmer Julien Ngoy an dessen Hosen zurückzuziehen. Der Serbe hatte mächtig Glück, dass die Schiedsrichterpfeife von Lukas Fähndrich stumm blieb. «Es war sicher eine kritische Szene», fand René Weiler dazu. Und der Luzerner Aussenverteidiger Simon Grether bediente sich der Floskel: «Irgendwann gleicht es sich mit dem Glück jeweils aus.»

Luzerner dominieren im Letzigrund

Doch es wäre total vermessen, den 3:2-Sieg bei GC an jenem verregneten Sonntag im ungemütlichen Letzigrund lediglich als glücklich zu bezeichnen. Der FCL war über die gesamte Partie als die dominantere und aktivere Mannschaft aufgetreten. Die Hoppers hingegen waren sehr fehleranfällig in der Defensive und kreierten nach vorne wenig. Insbesondere in der zweiten Hälfte kam vom Rekordmeister fast nichts. Ausser bei der Penaltyszene und einem Schussversuch von Petar Pusic waren die Zürcher in der zweiten Halbzeit chancenlos. Die Luzerner kamen dagegen immer wieder zu gefährlichen Angriffen. Der beste Angriff war über die rechte Seite erfolgt – als sich Simon Grether durchtankte, Christian Schneuwly auf Marvin Schulz auflegte, der Deutsche mit seinem Schlenzer aber nur die Lattenunterkante traf (71.).

Irgendwie fühlte man sich da wieder erinnert an den Auftritt in Sion. Wieder wollte und wollte der Ball einfach nicht ins Tor. Just in dem Moment, als man aus Luzerner Sicht langsam der Verzweiflung nahe schien, erlöste Blessing Eleke den FCL in der 79. Minute und erzielte den Treffer zum 3:2, der später gleichbedeutend mit dem Sieg sein sollte. Seine Hereingabe von Pascal Schürpf hatte er an Lindner vorbei ins Tor geschoben.

Der Grasshopper Nedim Bajrami, rechts, gegen den Luzerner Idriz Voca, links. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri, 9. Dezember 2018)
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Der Luzerner Lazar Cirkovic (Nr.3) schiesst das 1-2 für Luzern. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri, 9. Dezember 2018)
Der Grasshopper Nedim Bajrami schiesst den 1-1 Ausgleich. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri, 9. Dezember 2018)
Djibril Diani (GC) gegen Blessing Eleke (Luzern). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, 9. Dezember 2018)
Aleksander Cvetkovic und Arlind Ajeti (GC) gegen Blessing Eleke (Luzern). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, 9. Dezember 2018)
Ruben Vargas (Luzern) gegen Julien Ngoy (GC). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, 9. Dezember 2018)
Der Grasshopper Nedim Bajrami, rechts, gegen den Luzerner Idriz Voca, links. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri, 9. Dezember 2018)

Der Grasshopper Nedim Bajrami, rechts, gegen den Luzerner Idriz Voca, links. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri, 9. Dezember 2018)

Eleke: «Man sieht bei uns deutliche Verbesserungen»

Blessing Eleke war es auch gewesen, der für einen Blitzstart in die Partie gesorgt hatte. Aus dem Nichts hatte er Arlind Ajeti im Laufduell überholt, ihn ausgetänzelt und sein erstes Tor an diesem Nachmittag erzielt. «Es war ein sehr wichtiges Tor, das uns Vertrauen gab», sollte Schürpf dazu sagen. Gespielt war beim 1:0 nur ein bisschen mehr als eine Minute. Dass die Luzerner in der Folge trotz deutlicher Überlegenheit nicht zu einem Sturmlauf im fremden Stadion ansetzen konnten, lag daran, dass man in der Defensive einige Abwehrprobleme offenbarte. Bei beiden Ausgleichstoren der Grasshoppers zum 1:1 (Bajrami) und 2:2 (Ngoy) hatten sich die Innerschweizer zu leicht und ohne grosse Gegenwehr ausspielen lassen. In der Offensive dagegen zeigte man sich kreativ, kam zu unzähligen Torchancen. Eine davon nutzte Lazar Cirkovic (18.) zum Kopftor nach einem Eckball. Und weil Eleke in der zweiten Hälfte noch zum Sieg traf, jubelten am Schluss die Luzerner über einen verdienten Erfolg.

Und so waren die FCL-Profis diesmal nach der Partie deutlich besser gelaunt als noch in der Vorwoche. Doppeltorschütze Blessing Eleke meinte etwa: «Es ist ein grosser Sieg hier bei GC. Man sieht deutliche Verbesserung bei uns. Ich freue mich sehr.» Freuen konnte er sich auch deshalb, weil der FCL das Glück doch noch in Anspruch nehmen konnte.