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Das sind die Baustellen von FCL-Sportchef Remo Meyer

Der FC Luzern hat zwar den Ligaerhalt noch nicht auf sicher, dennoch plant Sportchef Remo Meyer bereits die nächste Saison. Sein Ziel: Das Kader möglichst zusammenzuhalten.
Raphael Gutzwiller
Befindet sich mitten in der Kaderplanung: Sportchef Remo Meyer. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 27. Mai 2018))

Befindet sich mitten in der Kaderplanung: Sportchef Remo Meyer. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 27. Mai 2018))

Die Super League spielt verrückt. Zwar sind die Plätze vorne bezogen, und auch der Abstieg von GC ist inzwischen schon praktisch besiegelt, trotzdem zittern sieben weitere Teams auch vier Spiele vor Schluss noch immer um den Ligaerhalt. Mittendrin: der FC Luzern. Am Sonntag hat er mit einer 0:1-Niederlage beim FC Lugano den Abstand nach hinten nicht vergrössern können.

Diese Tatsache erschwert den Job von Sportchef Remo Meyer, der sich mit dem Kader für die neue Saison beschäftigen muss. «Selbstverständlich ist es in diesem Jahr eine spezielle Konstellation. Doch die Kaderplanung läuft schon länger», sagt er. Und: «Wir planen ganz klar für die Super League.» Remo Meyer hat noch einige Baustellen.

Trainer

Eigentlich scheinen sich beim FCL alle einig zu sein: Thomas Häberli bleibt. Der Vertrag des Cheftrainers läuft jedoch Ende Saison aus, eine Verlängerung müsste bald anstehen. Dazu will man beim FCL aber den Ligaerhalt abwarten. «Eine Vertragsverlängerung ist derzeit sekundär», so Meyer. «Der Fokus für uns liegt klar auf den nächsten vier Spielen. Denn viele Leistungen wie zuletzt gegen Lugano können wir uns nicht mehr erlauben.» Zur Personalie Häberli sagt Meyer aber immerhin: «Für uns ist Häberli erster Ansprechpartner für den Cheftrainerposten.»

Torhüter

Nicht erst seit der Untätigkeit beim Freistosstor von Alexander Gerndt am Sonntag offenbart sich: Goalie David Zibung hat den Zenit überschritten. Bereits 35 Jahre ist er alt, noch immer ist er Stammgoalie des FC Luzern. Sein Vertrag wurde bis 2020 verlängert. Meyer muss auf jener Position jedoch aktiv werden. Denn Zibung soll künftig nur noch die Nummer 2 sein. «Eigentlich war das ja schon in diesem Jahr geplant», so Meyer.

Wie angewurzelt: David Zibung kassiert ein Freistosstor von Luganos Alexander Gerndt. (Bild: Samuel Golay/Keystone (Lugano, 5. Mai 2019))

Wie angewurzelt: David Zibung kassiert ein Freistosstor von Luganos Alexander Gerndt. (Bild: Samuel Golay/Keystone (Lugano, 5. Mai 2019))

Nun hat er genau drei Möglichkeiten als neue Nummer 1: Simon Enzler, Loïc Jacot oder eine Neuverpflichtung. Als wahrscheinlich gilt, dass der an Kriens ausgeliehene Enzler (21) wieder zum FCL zurückkehrt. Sein Vertrag wurde kürzlich bis 2021 verlängert. Selber sagt der Goalie, dass er eigentlich nur zum FCL zurückkehren will, wenn er Stammgoalie sein kann. Bei Kriens ist er das derzeit. «Er macht eine positive Entwicklung», sagt Meyer zu ihm.

Auch Loïc Jacot (19) dürfte in der nächsten Saison dem FCL-Kader angehören. Er ist von Neuchâtel Xamax mit einer Kaufoption ausgeliehen. Es ist davon auszugehen, dass Meyer diese Option zieht. Zuletzt sass Jacot zweimal nacheinander auf der Ersatzbank. Auch ein Zeichen dafür, dass mit ihm geplant wird. Die Tauglichkeit für die Super League müssen aber Enzler und Jacot noch beweisen.

Auch deshalb wird in der Innerschweiz spekuliert, ob der FCL für einen neuen Stammkeeper Geld in die Hand nehmen würde. Denn: Will man einen gestandenen Super-League-Goalie verpflichten, kostet das einiges. Möglicher Kandidat wäre Heinz Lindner (28) vom fast abgestiegenen GC. Doch Meyer sagt: «Lindner ist bei uns kein Thema.» Dabei spielen offenbar nicht nur finanzielle Gründe eine Rolle, der FCL will lieber einen jüngeren Keeper.

Bei GC kann sich übrigens Mirko Salvi (25), den der FCL von GC ausgeliehen hat und für den man die Option nicht ziehen möchte, in der nächsten Saison berechtigte Chancen auf einen Stammplatz machen.

Auslaufende Verträge

Bei fünf Feldspielern laufen am Ende dieser Saison die Kontrakte beim FCL aus. Dren Feka (21) und Tomi Juric (27) werden Luzern verlassen. Auch der Vertrag von Dario Ulrich (21), der an Kriens ausgeliehen ist, wird wohl nicht verlängert. Noch unklar ist derweil was mit Eric Tia Chef (22) passiert. Er wurde vom FC Zürich verpflichtet, spielte bislang aber lediglich in der U21 des FCL. «Es gibt Gründe, warum er noch nicht zum Einsatz gekommen ist», sagt Meyer.

Die Verträge von Claudio Lustenberger (32) und Yannick Schmid (23) werden wohl auch eher nicht verlängert, auch wenn Meyer hierbei nichts preisgeben will. «Mit beiden Spielern haben schon mehrfach Gespräche stattgefunden. Klar ist, dass wir nicht öffentlich kommunizieren, bevor Klarheit herrscht.»

Wird mit dem 32-jährigen Claudio Lustenberger nochmals verlängert? Sportchef Meyer will sich dazu nicht äussern. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 7. April 2019))

Wird mit dem 32-jährigen Claudio Lustenberger nochmals verlängert? Sportchef Meyer will sich dazu nicht äussern. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 7. April 2019))

Vertragsverlängerungen

Ablösefreie Abgänge von Topspielern: Die Luzerner Fans können davon ein Lied singen. In den letzten Jahren verlor man so etwa die eigenen Talente Nicolas Haas (Atalanta Bergamo, 2017) und Hekuran Kryeziu (Zürich, 2018). Zwar war für diese Abgänge nicht der heutige Sportchef Remo Meyer hauptschuldig, jedoch hat er daraus gelernt. «Natürlich ist für uns klar, dass wir mit Spielern, die bei uns gesetzt und wichtig sind, nicht in das letzte Vertragsjahr steigen können, ohne einen längerfristigen Kontrakt zu haben.»

Somit hat Meyer Handlungsbedarf. Denn im Sommer 2020 laufen eine Vielzahl an Verträgen aus, darunter anderem die Verträge der Leistungsträger Marvin Schulz (24), Christian Schneuwly (31), Pascal Schürpf (29) oder beim verletzten Verteidiger Stefan Knezevic (22) aus. Insbesondere bei Schulz könnte die Zeit eilen. Denn: Will der FCL bei einem Abgang eine anständige Ablösesumme generieren, muss man den Vertrag verlängern – oder Schulz schon im Sommer verkaufen. Er soll bereits Angebote aus Deutschland vorliegen haben. «Schulz hat sich gut entwickelt und ist für uns ein sehr wichtiger Spieler. Selbstverständlich möchten wir die Zusammenarbeit weiterführen», so Meyer. Gespräche laufen, Schulz hat aber noch nicht unterschrieben. Möglich, dass er abwartet, ob er mit dem FC Luzern international spielen kann.

Mögliche Abgänge

Der FCL ist in einer komfortablen Ausgangslage. Die meisten Verträge umworbener Spieler laufen noch eine Weile. Auch deshalb kann Meyer zum begehrten Flügelspieler Ruben Vargas (20, Vertrag bis 2022) sagen: «Innerhalb der Schweiz werden wir ihn nicht verkaufen.» Und auch ein Transfer ins Ausland sieht Meyer skeptisch: «Für seine Entwicklung wäre es wichtig, dass er bei uns den nächsten Schritt machen kann.» Im Winter gab es rege Transfergerüchte um Blessing Eleke (23, Vertrag bis 2022). Der nigerianische Stürmer ist noch immer auf dem Markt interessant, aber auch ihn lässt der FCL nur bei einem entsprechend hohen Millionenangebot ziehen. Bei Marvin Schulz ist ein Abgang wahrscheinlich, würde er den Vertrag nicht verlängern wollen.

Wird laut Remo Meyer keinesfalls an einen Schweizer Klub verkauft: Das 20-jährige Talent Ruben Vargas. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Lugano, 5. Mai 2019))

Wird laut Remo Meyer keinesfalls an einen Schweizer Klub verkauft: Das 20-jährige Talent Ruben Vargas. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Lugano, 5. Mai 2019))

Leihen

Mit Mirko Salvi und Loïc Jacot hat Luzern derzeit zwei Torhüter ausgeliehen, die unterschiedliche Ausgangslagen haben (siehe Torhüter). Derweil hat der FCL derzeit gleich sechs Spieler an andere Vereine ausgeliehen. Das Gute aus FCL-Sicht: Nirgends hat ein Klub eine Kaufoption. Das bedeutet: Der FCL ist am längeren Hebel. Neben Enzler und Ulrich ist auch Marco Rüedi (21) an Kriens ausgeliehen. Rüedi hat sich nicht für die Super League empfehlen können, und wird wohl weiterhin ausgeliehen. Möglich ist dies auch bei Daniel Follonier (25), der bei Servette nur auf Teileinsätze kommt. Sein Vertrag beim FCL läuft noch bis 2021.

Derweil könnte Remo Arnold (22) wieder beim FCL spielen. Er macht bei Winterthur eine konstant gute Saison. «Remo hat in Winterthur genau das gekriegt, was man sich erhofft hatte», sagt Meyer. Ähnlich spricht er über Valeriane Gvilia (24) . Der Georgier ist an den polnischen Verein Górnik Zabrze ausgeliehen. «Ich gehe davon aus, dass er in der neuen Saison bei uns ist.»

Für einige Spieler im derzeitigen FCL-Kader dürfte es zu einer Ausleihe können. «Einigen Spielern kann dies im Entwicklungsprozess helfen», sagt Meyer. So ist anzunehmen, dass Filip Ugrinic (20) und Stefan Goofy Wolf (20) in der nächsten Saison in die Challenge League ausgeliehen werden.

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