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Der FC Luzern schafft Historisches

Idriz Voca schiesst den FC Luzern beim 1:0 gegen Klaksvik in die nächste Runde. Dort wartet Espanyol Barcelona.
Raphael Gutzwiler aus Toftir
Luzerns Idriz Voca jubelt nach seinem Tor zum 0:1. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Toftir, 1. August 2019)

Luzerns Idriz Voca jubelt nach seinem Tor zum 0:1. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Toftir, 1. August 2019)

Die Erlösung war im Gesicht von Idriz Voca sichtbar. Er jubelte, ballte die Faust, ehe er sich in Richtung der rund 120 mitgereisten Luzerner wandte und sie zu einem noch lauteren Jubel aufforderten. Soeben hatte er das so wichtige 1:0 in jenem speziellen Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Klaksvik erzielt. Mit jenem Führungstor in der 34. Minute legte er den Grundstein zu einem wichtigen Luzerner Sieg auf den Färöern-Inseln.

«Hauptsache wir sind durch. Wir haben Historisches geschafft», stellte Voca später nach Spielschluss fest. Erstmals seit 1992 qualifiziert sich der FCL für eine nächste europäische Runde. Seit 2010 ist der FCL sechsmal bereits in der ersten Begegnung ausgeschieden. Nun hat er es endlich geschafft und steht in der nächsten Qualifikationsrunde, wo man auf Espanyol Barcelona trifft.

Kunstrasen wurde nicht gewässert

Dass ausgerechnet Idriz Voca das wichtige Führungstor erzielte, passte zum Spiel. Voca zeigte sich als Dreh- und Angelpunkt in einer Luzerner Mannschaft, die ansonsten über wenig spielerischen Glanz verfügte. Der 22-jährige Stansstader belohnte sich mit seinem Tor dafür, dass er in dieser Saison offensiver und torgefährlicher in Erscheinung tritt. Der Vizecaptain hatte bereits im Hinspiel gegen Klaksvik gute Möglichkeiten aus der Distanz gehabt, war einmal an einer tollen Goalieparade und einmal an der Latte gescheitert. Auf die schöne Art aus der Distanz, wollte der Ball damals nicht rein, aus kurzer Distanz diesmal aber schon. Blessing Eleke tankte sich auf der linken Seite im Strafraum durch und legte ideal für Voca vor. Voca beschrieb sein Tor gleich selber.

«Ich habe gesehen, dass Tsiy Ndenge absichert, darum machte ich den Weg in den Strafraum. Die tolle Vorlage konnte ich dann verwerten. Ich bin vor allem froh, dass er endlich mal reinging.»

Spätestens nach diesem Treffer war die Spannung vor rund 1000 Zuschauern draussen, spielerisch hochstehend war es über die gesamten 90 Minuten zudem nie. Dies auch, weil Klaksvik den Kunstrasenplatz in Toftir zuvor absichtlich nicht gewässert hatte. «Dadurch war es enorm schwierig mit flachem Spiel zum Erfolg zu kommen», meinte FCL-Trainer Thomas Häberli dazu. «Der Ball klebte, der Platz war holprig», beschrieb Voca. Und so kam es, dass sich der FCL über vieles nervte. Über den aufsässigen Gegner, den spröden Platz und dann und wann auch über den Schiedsrichter.

Der FCL spielt schon am Sonntag wieder

Vielleicht auch deshalb beschränkte sich der FCL nach dem Höhepunkt der Partie nur noch auf das Nötigste. Dabei zeigte sich der Klassenunterschied zwischen den beiden Teams. Luzern liess den Ball in den eigenen Reihen laufen, nach vorne unternahmen die Innerschweizer im hohen Norden jedoch nichts mehr. Und so hatten die rund 120 mitgereisten Luzerner Fans – die im Stadion von Toftir für einiges Staunen sorgten – genug Zeit, das Team, und auch mal sich selber zu feiern. Im schmucken Kleinstadion mit Meerblick fühlten sich die Luzerner Supporter offenbar besonders wohl und verliessen das Stadion nach Spielschluss erst, als sie vom Stadionsprecher mehrfach dazu aufgefordert wurden.

Während die Euphorie bei den mitgereisten Fans über den historischen Erfolg grenzenlos schien, zeigten sich die Spieler lediglich erleichtert. Strahlende Spieler suchte man vergebens. «Wir mussten hier weiterkommen und das haben wir gemacht. Das ist das wichtigste», so Trainer Häberli. Voca meinte immerhin: «Ich freue mich schon jetzt sehr auf das Duell mit Espanyol.»

Nach dem historischen Sieg fliegt der FC Luzern heute Freitag zurück in die Schweiz. Bereits am Sonntag spielt er auswärts bei Servette Genf. Und schon am Donnerstag geht es in der Europa-League-Qualifikation weiter. Dort wäre ein 1:0 gegen Espanyol Barcelona bestimmt ein grösserer Grund zur Freude.

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