Der FC Luzern stellt René Weiler per sofort frei

Die Trennung von FCL-Trainer René Weiler kommt früher als erwartet, doch zwischen ihm und Sportchef Remo Meyer hat schon länger Uneinigkeit geherrscht. Die Zusammenarbeit soll in einem Disput geendet haben.

Daniel Wyrsch und Raphael Gutzwiller
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Seine Zeit beim FCL ist bereits abgelaufen: Trainer René Weiler. Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 13. Februar 2019)

Seine Zeit beim FCL ist bereits abgelaufen: Trainer René Weiler. Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 13. Februar 2019)

Der Knall beim FC Luzern kam selbst für das Team überraschend. Die Spieler wurden gestern mit einem SMS über die sofortige Freistellung von René Weiler informiert. Zum Rückrundenstart hatte der FCL drei Niederlagen bezogen, die verlorenen Partien bei Xamax (1:2), gegen Sion (1:3) und am Samstag erneut zu Hause gegen Lugano (0:3) hatten natürlich Einfluss auf den Entscheid für die Trennung.

Doch zwischen René Weiler und Sportchef Remo Meyer hat es bereits seit geraumer Zeit gebrodelt. Das Verhältnis zwischen den beiden ist immer angespannter geworden. Der Zeitpunkt der Trennung kommt überraschend, dass Weiler kaum über die Saison hinaus beim FCL geblieben wäre, das hatten Insider aber längst angenommen.

Am 1. Juli 2001 eingestellt, am 28. Juli nach einem Punkt aus fünf Meisterschaftsspielen wieder entlassen: Ryszard Komornicki.
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Raimondo Ponte, FCL-Trainer von Juli 2001 bis Juni 2002.
Hans-Peter «Bidu» Zaugg, Cheftrainer von Juli 2002 bis Juni 2003 beim FC Luzern.
Urs «Longo» Schönenberger war von Juli 2003 bis Oktober 2003 FCL-Cheftrainer.
René van Eck war von November 2003 bis Juni 2006 Cheftrainer.
Ciriaco Sforza war 2 Jahre lang (Juli 2006 bis Oktober 2008) Trainer des FC Luzern. Dann wurde er entlassen.
Im August 2008 übernahm der damalige U21-Coach Jean-Daniel Gross als Interimstrainer für kurze Zeit das Ruder.
Roberto Morinini trainierte den FC Luzern nur kurze 2 Monate, nämlich vom 18. August bis zum 26. Oktober 2008. Nach nur sechs Spielen wurde der Tessiner wieder entlassen.
Danach kam Rolf Fringer. Er trainierte den FC Luzern von Oktober 2008 bis Mai 2011. Im Jahre 2015 wurde er dann, bis zu seiner Entlassung ein Jahr später, zum Sportchef des FC Luzern.
Christian Brand trainierte die Mannschaft nach der Entlassung von Rolf Fringer als Interimstrainer von Anfang Mai bis Ende Juni 2011.
Nach Christian Brand übernahm Murat Yakin die Trainerposition. Da unter seiner Obhut die Erfolge der Mannschaft ausblieben, wurde er schon Ende August 2012 wieder freigestellt.
Ryszard Komornicki trainierte den FC Luzern bis Anfang April 2013. Ihm wurde eine 0:4-Niederlage gegen Basel zum Verhängnis.
Dann folgte der erste Auftritt von Gerardo Seoane: Er übernahm im April als Interimstrainer für vier Tage die Mannschaft.
Carlos Bernegger trainierte den FC Luzern von April 2013 bis Oktober 2014. Auch ihm wurde seine schlechte sportliche Bilanz zum Verhängnis und er wurde entlassen. Wieder übernahm Gerardo Seoane als Interimstrainer.
Dann kam Markus Babbel mit einer ungewöhnlich langen Amtszeit: Der Deutsche trainierte die Mannschaft von Oktober 2014 bis Januar 2018.
Mitte Januar 2018 stellte der FC Luzern dann Gerardo Seoane als neuen Cheftrainer vor.
Im Juni 2018 vermeldete der FC Luzern dann die Verpflichtung von René Weiler als neuen Chefcoach. Am Sonntag, 17. Februar 2019 wurde er per sofort freigestellt.
Erster Arbeitstag von Thomas Häberli: 22. Februar 2019.
Trotz 2:1-Sieg gegen den FC Basel: Am 15. Dezember 2019 steht Thomas Häberli zum letzten Mal als Cheftrainer am Rasenfeld.
Ein Tag später teilt der FC Luzern mit: Der FCL und Thomas Häberli trennen sich per sofort.

Am 1. Juli 2001 eingestellt, am 28. Juli nach einem Punkt aus fünf Meisterschaftsspielen wieder entlassen: Ryszard Komornicki.

Archiv LZ

Meyer präsentierte am 21. Juni 2018 Weiler als Nachfolger von Gerardo Seoane, der sich vorher zum Meister Young Boys aufgemacht hatte. Von Anfang an war klar, dass Weiler, anders als sein Vorgänger Seoane, nicht bereit war, mit diesem Kader und mehreren Spielern aus dem eigenen Nachwuchs zu arbeiten. Weiler forderte denn auch sofort vehement Verstärkungen.

Der FCL-Sportchef konnte im Sommer einzig mit dem Neuzugang des nigerianischen Stürmers Blessing Eleke den Coach überzeugen. Dagegen konnten die weiteren Zuzüge Tsiy William Ndenge und Otar Kakabadze das Team nicht verstärken. Meyer hat für Eleke, Ndenge und Kakabadze zusammen über 2 Millionen Franken ausgegeben. Im Winter war kein Geld mehr da, um die von Weiler geforderten zwei weiteren frischen Kräfte zu holen. Andererseits setzte Weiler nicht mehr auf Mittelfeldmann Valeriane Gvilia, den Meyer erst vor einem Jahr verpflichtet hatte und der im Januar an Gornik Zabrze ausgeliehen wurde. Uneinigkeit herrschte zuletzt auch bezüglich Tomi Juric, den Meyer zumindest für die Spiele gegen Sion und Lugano suspendiert hat. Die Zusammenarbeit zwischen Meyer und Weiler soll in einem Streit geendet haben.

Häberli, Smiljanic, Vogel und Wicky werden gehandelt

Das Missverständnis Meyers mit der Verpflichtung des Ex-Anderlecht-Meistertrainers Weiler dürfte den FCL in den restlichen rund 2,5 Jahren bis zum Vertragsende Mitte 2021 mehr als 1 Million Franken kosten.

Weilers Assistenten Thomas Binggeli und Manuel Klökler führen bis auf weiteres das Team. Als Nachfolger Weilers werden Thomas Häberli, Raphael Wicky, Boris Smiljanic und Heiko Vogel gehandelt.