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Der FC Luzern überzeugt gegen GC mit Siegeswille

Ein spätes Tor von Blessing Eleke führt zum Luzerner 1:0-Sieg über GC und zum Viertelfinal-Einzug im Cup.
Daniel Wyrsch aus Zürich

FCL-Trainer Thomas Häberli atmete nach diesem Cupfight tief durch. «Es zählt nur der Sieg. Um diesen zu holen, sind wir hier angetreten», stellte er fest. Hauptsache, seine Mannschaft hat vier Tage nach der blamablen 0:2-Niederlage in der Meisterschaft beim Abstiegskandidaten Neuchâtel Xamax am Mittwoch in Zürich gegen die Grasshoppers wieder auf die Siegstrasse zurückgefunden. Hinter den nackten Zahlen dieses 1:0-Sieges steckt ein hartes Stück Arbeit für die Innerschweizer. «GC hat uns die Aufgabe nicht einfach gemacht. Dieser Gegner aus der Challenge League ist für uns wie ein Liga-Konkurrent gewesen. Eigentlich gehören die Zürcher mit diesem Team in die Super League», befand Innenverteidiger Stefan Knezevic.

Luzerns Silvan Sidler (rechts) im Duell mit dem Grasshopper Allan Arigoni. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Zürich, 30. Oktober 2019)

Luzerns Silvan Sidler (rechts) im Duell mit dem Grasshopper Allan Arigoni. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Zürich, 30. Oktober 2019)

Der Druck sei als Oberklassiger auf ihnen gelastet, führte Knezevic weiter aus. Als Super-League-Vertreter einen solchen Cup-Achtelfinal zu verlieren, wäre für die Luzerner einem Scheitern gleichgekommen. Doch die Innerschweizer überzeugten in diesem hart umkämpften Spiel durch enormen Siegeswillen. Thomas Häberli brachte es auf den Punkt: «Wir zweifelten nie daran, dieses Spiel gewinnen zu können.»

Ausgerechnet Eleke köpfelt das späte Siegtor

Bis zur 83. Minute musste sich der FCL-Coach mit seinen Schützlingen gedulden, ehe Blessing Eleke das späte Tor zum 1:0-Erfolg mit dem Kopf erzielte. In dieser Aktion zeigte sich der Wille der Luzerner, diesen Match für sich zu entscheiden und somit in die Cup-Viertelfinals einzuziehen. Zuerst flankte Ibrahima Ndiaye vors Tor der Grasshoppers, wo ein Verteidiger den Ball ungenügend klärte. Der aufgerückte FCL-Rechtsverteidiger Otar Kakabadse hielt voll drauf, zwang GC-Torhüter Mirko Salvi zu einer reflexstarken Parade. Etwas glücklich prallte der Ball auf den Kopf von Francesco Margiotta, der Torschütze Eleke bediente.

Der 23-jährige Nigerianer jubelte im Regen auf dem Letzigrundrasen. «Ich bin glücklich, dass ich endlich wieder getroffen habe», sagte Blessing Eleke. Nach zwei Toren in der Meisterschaft ist dieser wichtige Cuptreffer erst sein drittes Pflichtspieltor der Saison.

Bereits in der ersten Halbzeit hatte Eleke eine gute Abschlussaktion. In der 36. Minute köpfelte der als Linkaussen eingesetzte Afrikaner eine Massflanke des erstmals in der Startelf stehenden Darian Males an die Latte hinter Ex-FCL-Torhüter Mirko Salvi.

Ibrahima Ndiaye war in der 9. Minute für den ersten Aufreger der Partie besorgt: Er legte sich den Ball im Strafraum vor, sprang über die ausgestreckten Arme von Mirko Salvi und liess sich fallen. Schiedsrichter Lionel Tschudi entschied zuerst auf Foulpenalty, revidierte den Entscheid nach Eingreifen des Video Assistant Referees (VAR) beim Betrachten der TV-Bilder – und zeigte Ndiaye folgerichtig die gelbe Karte für dessen Schwalbe.

Nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit liess Häberlis Team in der zweiten Halbzeit etwas nach. «Wir waren nach dem Seitenwechsel in der letzten Zone zu ungenau», befand auch der Luzerner Coach.

Die Grasshoppers, deren Trainer Uli Forte das Spiel wegen einer Sperre von der Tribüne aus beobachten musste, wurden besser. Sie kamen zu zwei, drei guten Abschlussmöglichkeiten. Doch entweder der Gästeschlussmann Marius Müller oder Innenverteidiger Lucas Alves (63.) verhinderten einen Torerfolg des Tabellendritten der Challenge League.

Viele Zweikämpfe im Mittelfeld gewonnen

Vor nur knapp 3000 Zuschauern in einer insgesamt trostlosen Atmosphäre schaffte der FC Luzern dann aber den anvisierten Arbeitssieg. Der fleissige Mittelfeldrackerer Simon Grether brachte es in seiner Analyse nach dem Match auf den Punkt: «Wir haben in der zweiten Halbzeit zwar etwas nachgelassen, aber im Mittelfeld viele Zweikämpfe gewonnen.» Und: «Es gehört zu unseren Qualitäten, aus der Defensive heraus zuzuschlagen.»

Fans singen für «Kneze» an dessen Geburtstag

Den 1:0-Sieg über GC und den Einzug in die Cup-Viertelfinals konnten die Spieler mit rund 400 bis 500 mitgereisten Fans in der Kurve des Letzigrund-Stadions feiern. Für einen FCL-Profi sangen die Anhänger gar «Happy Birthday». Ungewohnte Töne von Hardcore-Fans in einem Fussballstadion. Doch das Geburtstagskind, Stefan Knezevic, der gestern sein 23. Wiegenfest feierte, genoss den Moment sehr. «Ich schätze es extrem, dass die Fans an mich gedacht haben und für mich gesungen haben. Sie haben einmal mehr bewiesen, welche Bedeutung sie für unsere Mannschaft haben. Die Unterstützung ist immer toll und gibt uns Mumm.»

Zu den Unruhen im Verwaltungsrat befragt, antwortete «Kneze»: «Wir kümmern uns nicht allzu sehr darum. Wir arbeiteten hart, stehen erneut in den Cup-Viertelfinals, das zählt!» (dw)

Grasshoppers – Luzern 0:1 (0:0)

2976 Zuschauer. – SR Tschudi. Tor: 83. Eleke 0:1.
Grasshoppers: Salvi; Cvetkovic, Basic, Souare; Salatic; Arigoni (87. Asllani), Njie, Diani, Wittwer (87. Pusic); Subotic (84. Rustemoski), Ben Khalifa.
Luzern: Müller; Kakabadse, Knezevic, Lucas, Sidler; Voca, Grether; Males (78. Matos), Ndiaye, Eleke; Margiotta (89. Mistrafovic).
Bemerkungen: Luzern ohne Schwegler, Ndenge, Schulz, Arnold und Binous (alle verletzt). 36. Lattenkopfball Eleke.

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