Der FC Luzern verliert beim FC Zürich nach zwei Penalty-Gegentoren – Kapitän Alves sieht die rote Karte

Der FCZ bringt sich gegen die Luzerner mit zwei Penalty-Treffern in der ersten Halbzeit in eine gute Ausgangslage. Die Celestini-Truppe kann nicht reagieren und bleibt sieglos.

Janick Wetterwald aus Zürich
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Kurzbericht

In der von Taktik und Ballgeschiebe geprägte Anfangsphase hat der FC Luzern die besseren Aktionen in der Offensive. Martin Frydek sorgt über links mit Ibrahima Ndiaye für Betrieb. Nach 20 Minuten gehts zum ersten Mal drunter und drüber: Zuerst wird ein FCZ-Tor nach Abseits aberkannt, kurze Zeit später geht das Heimteam trotzdem in Führung. Varol Tasar lanciert mit einem verheerenden Fehlpass den FCZ-Stürmer Blaz Kramer. FCL-Verteidiger Lucas Alves foult im Strafraum und sieht von Schiedsrichter Lukas Fähndrich die rote Karte – Kololli trifft aus elf Metern zur Zürcher Führung.

Schiedsrichter Lukas Fähndrich zeigt die rote Karte für Luzerns Lucas Alves.

Schiedsrichter Lukas Fähndrich zeigt die rote Karte für Luzerns Lucas Alves.

Alexandra Wey / KEYSTONE

In Unterzahl kommt der FCL in der 1. Halbzeit nicht mehr gefährlich vors FCZ-Tor. Kurz vor der Pause wiederholt sich das Horroszenario für die Luzerner. Ein Kololli-Tor wird wegen Abseits aberkannt, doch wenig später trifft Antonio Marchesano per Penalty. Fähndrich ahndet im Zusammenspiel mit dem VAR ein umstrittenes Handspiel von Marvin Schulz. Diese 45. Minuten haben beim Team von Fabio Celestini sichtbare Spuren hinterlassen. Das zeigt sich an der Körpersprache der FCL-Spieler beim Gang in die Kabine.

Die zweite Halbzeit nimmt erst nach einer roten Karte gegen FCZ-Akteur Tosin wieder etwas Fahrt auf. Der FCL im Anschluss mit einem Pfostenschuss durch Ndenge. Die Hypothek von zwei Toren Rückstand aus der ersten Halbzeit wiegt aber schwer und die Luzerner können sich in der Schlussphase nur noch eine gute Offensivaktion erspielen. Der FC Zürich kommt ohne viel Aufwand zum dritten Sieg im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Massimo Rizzo. FCL-Trainer Celestini hingegen wartet mit seinem Team weiterhin auf den ersten Sieg und bleibt bei zwei Punkten nach sechs Spielen.

Die wichtigsten Szenen der Partie

Die FCL-Startelf gegen den FC Zürich:

6. Minute: Martin Frydek bei seinem ersten Auftritt in der FCL-Startelf mit dem ersten Schuss der Partie in Richtung FCZ-Tor – ungefährlich.

12. Minute: Louis Schaub verliert den Ball im Mittelfeld. Der FCZ greift mit Aiyegun Tosin an, der Blaz Kramer lanciert. Der FCZ-Stürmer zieht aus spitzem Winkel ab – am weiten Pfosten vorbei.

16. Minute: FCL-Angriff über Frydek. Der Tscheche bringt den Ball zur Mitte, wo es Ibrahima Ndiaye per Seitfallzieher versucht. Das Kunststück gelingt dem Senegalesen nicht.

20. Minute und folgende – Tor FCZ: Die Ereignisse überschlagen sich auf dem Letzigrund-Rasen. Zuerst wird ein FCZ-Tor wegen Offside aberkannt, kurz darauf geht das Heimteam dann doch in Führung. Varol Tasar mit einem katastrophalen Pass in die Mitte vors FCL-Tor, direkt in den Lauf von Kramer. Der FCZ-Stürmer wird vom Luzerner Kapitän Lucas Alves im Strafraum gelegt. Rot für Alves, Benjamin Kololli verwandelt den Penalty zum 1:0.

Benjamin Kololli trifft beim Penalty zum 1:0.

Benjamin Kololli trifft beim Penalty zum 1:0.

Alexandra Wey / KEYSTONE
Lucas Alves muss nach der roten Karte vom Platz.

Lucas Alves muss nach der roten Karte vom Platz.

Martin Meienberger / freshfocus

29. Minute: Celestini bringt nach der roten Karte für Innenverteidiger Alves nun Silvan Sidler, Schulz rückt ins Abwehrzentrum. Vom Platz nimmt der FCL-Trainer Varol Tasar, der nach dem Fehler sichtlich niedergeschlagen auf der Tribüne Platz nimmt.

43. Minute: Alex Carbonell mit dem Ballverlust auf Höhe der Mittellinie. Kololli passt im Gegenzug auf Tosin, der schiesst – weit über das Tor von Marius Müller.

45. Minute: Zum zweiten Mal steht der Schiedsrichter mehrfach im Fokus. Benjamin Kololli triff mit einem schönen Schlenzer für den FCZ, doch Lukas Fähndrich pfeift Abseits. Wenige Sekunden später entscheidet er zusammen mit dem VAR auf Handspiel von Marvin Schulz im FCL-Strafraum. Antonio Marchesano trifft vom Punkt – 2:0 für das Heimteam zur Pause.

Jubel bei den Spielern des FC Zürich nach dem 2:0.

Jubel bei den Spielern des FC Zürich nach dem 2:0.

Alexandra Wey / KEYSTONE

58. Minute: Der FC Zürich kommt zu einer Konterchance. Kramer spielt auf Kololli, der den Ball aber nicht auf das Tor von Müller bringt. Gut verteidigt von Tsiy Ndenge.

61. Minute: Aiyegun Tosin trifft Frydek mit dem Arm am Hals. Der FCZ-Akteur sieht dafür die zweite gelbe und somit anschliessende die rote Karte. Somit für die letzten 30 Minuten 10 gegen 10 im Letzigrund.

66. Minute: Pfostenschuss von Ndenge, der nach einem schönen Pass von Sidler aus spitzem Winkel schiesst. Ein Pass in die Mitte auf Dejan Sorgic wäre eine andere Option gewesen.

83. Minute: Sidler mit einem Distanzschuss, der knapp am Tor der Zürcher vorbeizieht.

88. Minute: Frydek mit einem Vorstoss und dem Abschluss aus spitzem Winkel – FCZ-Goalie Brecher hält.

Die Zusammenfassung im Video

Das Telegramm

Zürich - Luzern 2:0 (2:0)

50 Zuschauer. - SR Fähndrich. - Tore: 23. Kololli (Foulpenalty) 1:0. 45. Marchesano (Handspenalty) 2:0.

Zürich: Brecher; Omeragic, Nathan, Wallner, Aliti; Domgjoni, Doumbia (60. Hekuran Kryeziu); Tosin, Marchesano (60. Schönbächler), Kololli (84. Winter); Kramer.

Luzern: Müller; Schulz, Alves, Knezevic, Frydek; Ndenge (81. Alounga), Carbonell (68. Bürki); Tasar (29. Sidler), Schaub, Ndiaye (68. Emini); Sorgic.

Bemerkungen: Zürich ohne Britto, Rohner (beide verletzt), Sobiech, Ceesay und Janjicic (alle krank). Luzern ohne Binous, Schürpf, Grether, Burch, Owusu und Schwegler (alle verletzt) und Marleku (krank). 22. Rote Karte gegen Alves (Notbremse). 61. Gelb Rote Karte gegen Tosin (Foul). 66. Pfostenschuss Ndenge.

Verwarnungen: 34. Schaub (Foul). 35. Sorgic (Foul). 39. Tosin (Foul). 47. Nathan (Foul). 54. Doumbia (Foul). 77. Bürki (Foul). 89. Brecher (Foul). 90. Alounga (Foul).

Ausblick

Nach der Nationalmannschaftspause empfängt der FC Luzern am Samstag, 21. November den Aufsteiger aus Vaduz. Das wird ein Duell im Tabellenkeller der Super League.