Der FCL gewinnt sein letztes Spiel 4:3

Vor dem Spiel war für beide Teams schon alles klar. Nichts desto trotz gab es in Genf sieben Tore. Einer der FCL-Treffer schoss Neziraj - sein erstes Superleague-Tor.

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Servette's Omar Kossoko (rechts) verteidigt den Ball gegen Claudio Lustenberger und Xavier Hochstrasser. (Bild: Keystone)

Servette's Omar Kossoko (rechts) verteidigt den Ball gegen Claudio Lustenberger und Xavier Hochstrasser. (Bild: Keystone)

Grosse Erwartungen konnten man nicht haben an die Schlusspartie Servette - Luzern. Für die Genfer war der Abstieg bereits Tatsache und für den FCL ging es weder um Abstieg noch um Europaleague-Plätze. Somit war eigentlich alles angerichtet für einen wenig unterhaltsamen Fussballabend. Doch es kam alles anders. Aber der Reihe nach: Das Spiel begann, wenig überraschend, auf eher bescheidenem Niveau. Bereits nach knapp einer Viertelstunde führte Servette mit 2-0 durch die Tore von Tréand und Pont.

Renggli versenkt geschenkten Penalty

Der FC Luzern spielte bis dahin unterirdisch. Viele Ballverluste und Fehlpässe prägten das Spiel der Luzern, die so natürlich kaum zu Torchancen kamen. Doch dann in der 22. Minute wurde es plötzlich gefährlich. Hyka zog einen Sprint an, legte sich den Ball aber zu weit vor, Barocca hält - und der Schiedsrichter pfeift. Rote Karte wegen Notbremse für Routis, der erst später in die Szene eingriff, und Penalty. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul: Renggli setzt den Ball und trifft zum 1-2.

Damit aber noch nicht genug für die erste Halbzeit. Es kam noch ein Tor dazu. Pasche trifft mit einem Schlenzer zum 3-1. Die Leistung beider Teams war in den ersten 45 Minuten aber nichts Berauschendes. Servette, das von den eigenen Fans nicht wirklich unterstützt wurde, konnte nicht mehr - und irgendwie hatte man das Gefühl der FCL will nicht mehr.

Der FCL beweist grosse Moral

Umso erstaunlicher war dann der Auftritt des FC Luzern nach der Halbzeitpause. Kasami scheitert zu Beginn gleich zwei Mal. Zuerst trifft er nur die Latte und bei zweiten Versuch vereitelt Barocca einen weiteren FCL-Treffer. Doch es dauerte nicht lange, bis das Tor Tatsache wurde. Das Ganze entstand aus einem Konter. Hochstrasser lief los, spielte den Ball in die Tiefe auf Gygax und dieser spitzelte den Ball am Servette-Keeper vorbei zum 3-2.

Bild: Keystone
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In der Folge leistete der FCL eine Aufholjagd, wie sie im Bilderbuche steht. Die Luzerner merkten wohl: Bei diesem demoralisierten Servette lag noch mehr drin. Aus 25 Metern fasst sich Kasami an Herz und hämmert den Ball in die Maschen. Und schon stand es 3-3. Schliesslich gelang aber einem ganz Jungen die Überraschung des Abends: Haxhi Neziraj kam im Servette-Strafraum an den Ball, drehte sich ganz gekonnt und schob ein zum Last-Minute-Goal und dem 4-3-Sieg.

Bernegger rettet FCL-Saison

Somit gelang dem FC Luzern auswärts in Genf noch der Sieg zum Saisonabschluss. Eine Saison, die für den FCL alles andere als einfach verlief. Eine Enttäuschung jagte die nächste. Trainerwechsel und schlechte Stimmung machten sich auf dem Platz deutlich bemerkbar. Lange musste sich der FC Luzern Gedanken um den möglichen Abstieg machen. Doch schliesslich kam Carlos Bernegger. Mit seinem Stil und Umgangston riss er die Mannschaft aus dem Tief und führte den FC Luzern wieder auf die Siegesstrasse zurück. Der FCL hatte nichts mehr mit dem Abstieg zu tun und die Fans feiern den FCL-Retter Carlos Bernegger.

Sara Häusermann / luzernerzeitung.ch

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Servette FC - FC Luzern 3:4 (3:1)

Stade de Genève. - 2'379 Zuschauer. - Schiedsrichter Sascha Amhof

FC Luzern: Jehle; Thiesson, Wiss, Puljic, Lustenberger; Hyka (83. Mouangue), Hochstrasser (64. Neziraj), Renggli (C), Andrist (64. Winter); Kasami; Gygax.

Servette FC: Barroca: Routis, Diallo, Moubandje, Schneider; Pont, Kossoko (60. Kouassi), Tréand, Pasche; De Azevedo (46. Vitkieviez), Eudis (71. Karanovic).

Tore: 7. 1:0 Tréand, 14. 2:0 Pont, 22. 2:1 Renggli (P), 40. 3:1 Pasche, 63. 3:2 Gygax, 67. 3:3 Kasami, 90. 3:4 Neziraj Verwarnungen 24. Puljic, 32. Renggli (beide Foul), 49. Hochtrasser (Unsportlichkeit), 56. Moubandje, 83. Tréand (beide Foul).

Ausschluss: 21. Routis (Notbremse).

Bemerkungen: Luzern ohne Stahel (gesperrt), Lezcano, Rangelov, Sarr (alle verletzt), Wüthrich (rekonvaleszent), Siegrist, Bühler, Urtic, Bento, Sorgic und Adekunle (alle nicht im Aufgebot), 54. Lattenschuss Kasami, 1. Tor im 2. Wettbewerbsspiel für Neziraj.