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Der FCL lässt im Heimspiel gegen den FC St. Gallen die Fans lange zittern

Ruben Vargas ist der Mann des Spiels: Der 20-Jährige hat bei beiden FCL-Toren zum 2:1-Heimsieg gegen St. Gallen die Füsse im Spiel. Dass nach seiner Auswechslung in der 60. Minute bei Luzern nichts mehr läuft, irritiert Trainer René Weiler.
Daniel Wyrsch
Ruben Vargas (links) nimmt nach seinem Treffer zum 2:0 die Gratulationen der Teamkollegen entgegen. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))

Ruben Vargas (links) nimmt nach seinem Treffer zum 2:0 die Gratulationen der Teamkollegen entgegen. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))

Beim FC Luzern und dem Grossteil der 8509 Zuschauer in der Swisspor-Arena war die Erleichterung nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Sandro Schärer riesig – und das Zittern hatte ein Ende. Die Luzerner retteten den 2:1-Vorsprung gegen den FC St. Gallen über die Zeit. Erstmals seit Anfang September (2:1 gegen GC) feierte der FCL einen Heimsieg.

Die Fans skandierten am Ende des letzten Vorrundenspiels den Namen von Ruben Vargas. Der 20-jährige Offensivspieler aus Adligenswil hatte sich die Ovationen verdient. Er war der Mann des Spiels, hatte bereits in der 6. Minute die 1:0-Führung für die Gastgeber erzwungen. Mit einem Schmetterantritt überlief er am rechten Flügel den zur Pause ausgewechselten Aussenverteidiger Andreas Wittwer, die Hereingabe lenkte der Ex-Luzerner Alain Wiss unglücklich ins eigene Netz. In der 20. Minute setzte Vargas noch einen darauf, veredelte den Traumpass von Shkelqim Demhasaj mit einem präzisen Flachschuss am machtlosen St.-Gallen-Goalie Daniel Lopar vorbei zum 2:0.

Beste Möglichkeiten zum 3:0 teilweise fahrlässig ausgelassen

Die Partie schien gelaufen, zu überlegen agierten die Luzerner. Doch das 3:0, welches die Partie entschieden hätte, wollte nicht fallen. Die Mannschaft von René Weiler fiel ins alte Muster zurück, liess zu viele hochkarätige Torchancen aus. Blessing Eleke wollte vor der Pause selber schiessen, statt die mitgelaufenen Vargas und Demhasaj zu bedienen. Kurz nach dem Seitenwechsel schloss Silvan Sidler die Kopfballvorlage von Demhasaj mit einem Pfostenschuss ab – Lopar war mit den Fingerspitzen am Ball. Die letzte Gelegenheit zum 3:0 hatte Vargas in der 58. Minute ausgelassen. Wiederum stand Lopar der vorzeitigen Spielentscheidung mit einer Parade im Weg.

Die Noten der FCL-Spieler:

David Zibung, Torhüter, Note 4Ein Missverständnis zwischen ihm und Lucas Alves führt zum 1:2. Sonst ist er nur wenig beschäftigt. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))David Zibung, Torhüter, Note 4
Ein Missverständnis zwischen ihm und Lucas Alves führt zum 1:2. Sonst ist er nur wenig beschäftigt. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))
Christian Schwegler, rechter Verteidiger, Note 4,5Mit generösem Einsatz am Werk. Ab der 70. Minute trägt der Ettiswiler die Captainbinde für Schürpf. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))Christian Schwegler, rechter Verteidiger, Note 4,5
Mit generösem Einsatz am Werk. Ab der 70. Minute trägt der Ettiswiler die Captainbinde für Schürpf. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))
Lucas Alves (Mitte), Innenverteidiger, Note 4,5Trotz dem Mitverschulden am 1:2 ist er in der Abwehr eine Bank. Oft klärt er mit wuchtigen Kopfbällen. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))Lucas Alves (Mitte), Innenverteidiger, Note 4,5
Trotz dem Mitverschulden am 1:2 ist er in der Abwehr eine Bank. Oft klärt er mit wuchtigen Kopfbällen. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))
Lazar Cirkovic, Innenverteidiger, Note 4,5Er erfüllt seine Aufgabe mit sicheren Aktionen in der Abwehr, das führt zu recht grosser Stabilität. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))Lazar Cirkovic, Innenverteidiger, Note 4,5
Er erfüllt seine Aufgabe mit sicheren Aktionen in der Abwehr, das führt zu recht grosser Stabilität. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))
Silvan Sidler, linker Verteidiger, Note 4,5Der 20-Jährige sieht seinen Schuss von Lopar an den Pfosten (48.) gelenkt. Insgesamt ein sehr solider Auftritt des Abwehrmanns. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))Silvan Sidler, linker Verteidiger, Note 4,5
Der 20-Jährige sieht seinen Schuss von Lopar an den Pfosten (48.) gelenkt. Insgesamt ein sehr solider Auftritt des Abwehrmanns. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))
Simon Grether, defensives Mittelfeld, Note 5Er ist lange ein Aktivposten: gewinnt Zweikämpfe, spielt gute Pässe. Mitte der 2. Halbzeit muss er taktisch auf die Seite weichen. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))Simon Grether, defensives Mittelfeld, Note 5
Er ist lange ein Aktivposten: gewinnt Zweikämpfe, spielt gute Pässe. Mitte der 2. Halbzeit muss er taktisch auf die Seite weichen. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))
Marvin Schulz, defensives Mittelfeld, Note 4,5.Macht seine Sache erneut ordentlich, gibt gute Zuspiele, aber auch unnötige zu Spielern im Offside. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))Marvin Schulz, defensives Mittelfeld, Note 4,5.
Macht seine Sache erneut ordentlich, gibt gute Zuspiele, aber auch unnötige zu Spielern im Offside. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))
Ruben Vargas, rechtes Mittelfeld, Note 5Das 1:0 erzwungen, das 2:0 erzielt. Als er in der 60. Minute ausgewechselt wird, geht dem FCL das Offensivfeuer aus. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))Ruben Vargas, rechtes Mittelfeld, Note 5
Das 1:0 erzwungen, das 2:0 erzielt. Als er in der 60. Minute ausgewechselt wird, geht dem FCL das Offensivfeuer aus. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))
Shkelqim Demhasaj, offensives Mittelfeld, Note 5Er bereitet das 2:0 mit einem Topzuspiel vor, spielt Sidler (48.) frei. Selber lässt er eine Chance aus. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))Shkelqim Demhasaj, offensives Mittelfeld, Note 5
Er bereitet das 2:0 mit einem Topzuspiel vor, spielt Sidler (48.) frei. Selber lässt er eine Chance aus. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))
Pascal Schürpf, linkes Mittelfeld, Note 4Die «doppelte Hand Gottes» sieht der Schiri (22.); statt Tor gibt’s die gelbe Karte. Doch der Captain fightet bis zur Auswechslung. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))Pascal Schürpf, linkes Mittelfeld, Note 4
Die «doppelte Hand Gottes» sieht der Schiri (22.); statt Tor gibt’s die gelbe Karte. Doch der Captain fightet bis zur Auswechslung. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))
Blessing Eleke, Mittelstürmer, Note 4Spielt Vargas vor dem 1:0 frei, agiert teils zu eigensinnig – und ist später am Flügel wirkungslos. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))Blessing Eleke, Mittelstürmer, Note 4
Spielt Vargas vor dem 1:0 frei, agiert teils zu eigensinnig – und ist später am Flügel wirkungslos. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))
Idriz Voca, defensives Mittelfeld, Note 4,5Eingewechselt für die letzte halbe Stunde, spielt er sehr solide. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Zürich, 9. Dezember 2018))Idriz Voca, defensives Mittelfeld, Note 4,5
Eingewechselt für die letzte halbe Stunde, spielt er sehr solide. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Zürich, 9. Dezember 2018))
Valeriane Gvilia, offensives Mittelfeld, Note 3Er kommt für Schürpf (70.) ins Spiel – und findet keine Bindung zu seinen Mitspielern. Der Georgier ist bemüht, aber wirkungslos. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))Valeriane Gvilia, offensives Mittelfeld, Note 3
Er kommt für Schürpf (70.) ins Spiel – und findet keine Bindung zu seinen Mitspielern. Der Georgier ist bemüht, aber wirkungslos. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))
Nicht bewertbar: Oliver Custodio. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Zürich, 9. Dezember 2018))Nicht bewertbar: Oliver Custodio. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Zürich, 9. Dezember 2018))
Marvin Schulz, Yannick Schmid, David Zibung, Pascal Schürpf, Christian Schwegler und Lucas Alves (von links) lassen sich nach dem Spiel von den Fans feiern. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))Marvin Schulz, Yannick Schmid, David Zibung, Pascal Schürpf, Christian Schwegler und Lucas Alves (von links) lassen sich nach dem Spiel von den Fans feiern. (Bild: Martin Meienberger / Freshfocus (Luzern, 16. Dezember 2018))
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Die Noten der FCL-Spieler in der Partie gegen den FC St. Gallen

Im Gegenzug nutzten die St. Galler ein Missverständnis zwischen Lucas Alves und Torhüter David Zibung: Der Ex-Luzerner Dereck Kutesa markierte den 1:2-Anschlusstreffer aus Sicht der Gäste. René Weiler hatte bereits den defensiven Mittelfeldspieler Idriz Voca an der Seitenlinie zum Einwechseln postiert. Später bekannte der Coach, dass er das 2:1 unmittelbar davor nicht auf der Rechnung hatte. Trotzdem änderte er die Taktik nicht mehr, die er eigentlich vorgesehen hätte, um den 2:0-Vorsprung zu verteidigen. Voca kam für Vargas ins Spiel. Der schnellste und gefährlichste Mann war nun draussen, ein Stratege für die defensive Stabilität im Zentrum auf dem Platz. Zudem spielte Mittelstürmer Eleke ab sofort auf der linken Aussenbahn, Demhasaj ging in die Sturmspitze. Aber nichts ging mehr in der blauweissen Offensive.

Noch schlimmer wurde es, als in der 70. Minute Pascal Schürpf für Valeriane Gvilia Platz machen musste. Der georgische Nationalspieler ist in der gegenwärtigen Verfassung ein Schatten seiner selbst. Bemüht zwar, aber ohne jegliches Selbstvertrauen, und wahrscheinlich auch unter zu wenig Spielpraxis leidend, war er auf der Zehnerposition nicht in der Lage, eine Bindung zu den Mitspielern aufzubauen. Besonders augenscheinlich war, dass Eleke mit den Pässen von Gvilia nichts anzufangen wusste. Eingespielt wäre anders. Fakt ist: Nach der Pause haben die Innerschweizer in der Rückrundenvorbereitung ab dem 2. Januar noch viel Arbeit vor sich.

René Weiler meinte über die schwache Vorstellung seines Teams in den letzten 30 Minuten: «Nach einer sehr guten ersten Halbzeit war das paradoxerweise das Schlechteste, was wir in dieser Vorrunde gezeigt haben.» Der Trainer war selbst irritiert, wie negativ sich die Auswechslung von Vargas auf die Mannschaftsleistung ausgewirkt hatte. Weiler merkte zwar an, dass Vargas körperlich einen Substanzverlust erlitten hatte. Nötig war die Auswechslung des Schweiz-Dominikaners zu jenem Zeitpunkt nicht.

Am Schluss bleibt die Freude über Halbzeitrang 5 und auf die Ferien

Nichtsdestotrotz darf dem Weiler-Team zugutegehalten werden, defensiv die Aufgaben nach dem einzigen Gegentreffer erfüllt zu haben. Hinten standen die Luzerner viel kompakter und agierten konsequenter als zuletzt beim 3:2-Vollerfolg bei den Grasshoppers. «Die Chancen fehlten uns zum Ausgleich», analysierte denn auch St.-Gallen-Coach Peter Zeidler. «Luzern hat den Sieg verdient.»

Am Schluss zählt einzig das Resultat: Der dritte Heimsieg der Saison war endlich in trockenen Tüchern, der FCL beendet die Vorrunde nach 18 Spielen mit 25 Punkten auf Tabellenplatz 5. «Wir stehen sehr gut da», meinte René Weiler zufrieden. Der Spieler der Partie, Ruben Vargas, freute sich: «Hauptsache, holten wir zu Hause endlich alle drei Punkte. Jetzt geht’s an die Wärme zum Erholen!»

Tolle Stimmung bei den Jungen im FCL

Der FC St. Gallen ist definitiv der Lieblingsgegner des FC Luzern. Das 2:1 ist der siebte Sieg in Serie gegen die Ostschweizer; viermal gewannen die Innerschweizer zu Hause, dreimal auswärts im Kybunpark.
Fast eine Stunde lang machten die St. Galler einen harmlosen Eindruck, ehe mit dem 1:2-Anschlusstor endlich Spannung in die Partie zurückkam. «Mit dem schnellen Direktspiel und der Härte haben uns die Luzerner am Anfang zu sehr beeindruckt», fand St.-Gallen-Coach Peter Zeidler. Zwingende Chancen zum 2:2 blieben jedoch aus. Ein Kopfball des Ex-FCL-Profis Alain Wiss (89.) war noch die beste Möglichkeit, der Ball ging knapp über das Tor von David Zibung.
Dennoch war der Match aus Luzerner Sicht am Ende eine Zitterpartie. Beim Abpfiff freuten sich dann alle im FCL-Team. Auch die verletzten Stefan Knezevic (22, mit Krücken) und Filip Ugrinic (19) jubelten. Als unsere Zeitung Shkelqim Demhasaj (22) zum Interview bat, kamen Ugrinic und Knezevic mit. «Kneze», der am 25. November gegen Basel (1:1) einen Kreuzbandriss erlitt, meinte: «Es geht mir schon viel besser, vor allem nach diesem Heimsieg.» (dw)

Luzern - St. Gallen 2:1 (2:0)
8509 Zuschauer. - SR Schärer. - Tore: 6. Wiss (Eigentor) 1:0. 20. Vargas (Demhasaj) 2:0. 59. Kutesa 2:1.
Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Cirkovic, Sidler; Vargas (60. Voca), Grether, Schulz, Schürpf (70. Gvilia); Demhasaj (79. Custodio), Eleke.
St. Gallen: Lopar; Lüchinger, Hefti (33. Campos), Wiss, Wittwer (46. Tafer); Quintilla; Sierro, Ashimeru; Bakayoko (79. Kräuchi), Barnetta, Kutesa.
Bemerkungen: Luzern ohne Schneuwly (gesperrt), Knezevic, Ugrinic, Kakabadze, Lustenberger, Ndenge und Salvi (alle verletzt). St. Gallen ohne Itten, Koch, Muheim (alle verletzt), Stojanovic (krank), Ben Khalifa, Tschernegg, Buess und Vilotic (alle nicht im Aufgebot). 48. Lopar lenkt Schuss von Sidler an den Pfosten. Verwarnungen: 22. Schürpf (Hands), 27. Grether (Foul), 48. Campos (Foul), 54. Sierro (Foul), 55. Eleke (Foul), 92. Lüchinger (Foul).

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