Kommentar

Die Art und Weise der Trennung stellt Meyers Führungskompetenz in Frage

Der Entscheid von Sportchef Remo Meyer, Cheftrainer Thomas Häberli freizustellen, ist zwar nachvollziehbar. Das Schauspiel der letzten Wochen war aber unwürdig.

Cyril Aregger
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LZ-Sportchef Cyril Aregger.

LZ-Sportchef Cyril Aregger.

Der FC Luzern hat sich nach dem Sieg gegen Basel von Cheftrainer Thomas Häberli getrennt. Es hätte auch Argumente für eine Weiterbeschäftigung gegeben: So war gegen Basel und zuvor gegen YB ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen. Auch dank jungen Spielern, denen Häberli vertraute. Und die Serie von sechs Meisterschaftsniederlagen fiel zusammen mit vielen Verletzten und dem Aktionärsstreit: Widrige Umstände, mit denen jeder Trainer zu kämpfen hätte.

Häberli hat es in den zehn Monaten in Luzern aber nicht geschafft, dem Team seine eigene Handschrift zu verpassen. Auch haben bestandene Spieler kaum Fortschritte gemacht. Und seine Unwilligkeit gegenüber dem Europacup kam bei den Fans nicht gut an. Insofern kann man den Entscheid von Sportchef Remo Meyer verstehen.

Thomas Häberli im Juli auf der Zuschauertribüne der Swissporarena.

Thomas Häberli im Juli auf der Zuschauertribüne der Swissporarena.

Corinne Glanzmann

Unverständlich ist jedoch die Art und Weise dieser Trennung, die auch die Führungskompetenz des Sportchefs in Frage stellt. Er hat Häberli schon vor Wochen faktisch das Vertrauen entzogen – und ihn dennoch weitermachen lassen. Vor dem Basel-Match erklärte Meyer dann, man warte nun das Spiel ab und werde danach die Situation analysieren. Nun zeigt sich: Das war bloss eine Alibi-Aussage, der Entscheid gegen Häberli dürfte da längst gefallen sein. Dass Häberli nach dem Spiel, wohl nur halb im Scherz, nachfragen musste, ob er denn an der Bilanz-Medienkonferenz vom Dienstag wie auf der Einladung vermerkt noch dabei sei, war der Schlusspunkt eines wochenlangen, unwürdigen Schauspiels.

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