«Wir waren ein wenig leer»: Die Spieler des FC Luzern kämpfen gegen mentale Müdigkeit

Nach der 0:2-Niederlage bei Servette empfängt der FC Luzern am Sonntag (16.00 Uhr) mit Lugano den nächsten unangenehmen Gegner. Dann stehen Trainer Fabio Celestini nur noch zwei nominelle Innenverteidiger zur Verfügung.

Daniel Wyrsch
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FCL-Trainer Fabio Celestini glaubt, dass bei den Spielern noch genug Energie im Tank ist.

FCL-Trainer Fabio Celestini glaubt, dass bei den Spielern noch genug Energie im Tank ist.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 5. Juli 2020)

Damit nicht ein falscher Eindruck entsteht, muss zuerst die folgende Bilanz vor Augen geführt werden: Der FC Luzern hat in den elf Spielen der Rückrunde 23 Punkte gesammelt. Damit sind die Innerschweizer das erfolgreichste Super-League-Team der zweiten Saisonhälfte – punktgleich mit Co-Leader St.Gallen, aber mit dem besseren Torverhältnis.

Doch die Mannschaft von Fabio Celestini wirkte im letzten Spiel am Mittwoch in Genf gegen Servette ausgelaugt. In dieser Verfassung konnten die Luzerner die 0:2-Niederlage nicht abwenden, obwohl sie die gesamte zweite Halbzeit mit einem Mann in Überzahl spielten. Erstmals seit dem Neustart offenbarte der FCL Müdigkeit. «Uns fehlte die Energie, wir waren ein wenig leer», umschreibt Fabio Celestini den Zustand.

Wechselt Abubakar vom SC Kriens zum FCL?

(dw) Beim SC Kriens ist der 23-jährige Asumah Abubakar die wohl auffälligste Figur der laufenden Saison. Der 1,83 Meter grosse Angreifer hat in der Challenge League in 29 Spielen 13 Tore erzielt und fünf Assists gegeben. Der Ghana-Portugiese weckt natürlich Begehrlichkeiten. Abubakar soll weit oben auf den Notizblöcken der Scouts von GC und Lugano stehen. Von einem Interesse des FC Luzern ist bisher nichts bekannt. Dabei hätte der grosse Nachbar des SCK, wo Abubakar noch einen Vertrag bis Sommer 2021 besitzt, nach den Abgängen von Shkelqim Demhasaj (neu bei GC) und Eric Tia Chef noch freie Stürmerplätze. Falls Abubakar bald doch zum Thema in Luzern wird, könnte allenfalls Filip Ugrinic ein interessanter Mittelfeldspieler für den SCK sein. Im Kleinfeld würde der 21-jährige Stadtluzerner wohl viel mehr Spielzeit bekommen als in der Swisspor-Arena.

Wenn der Führungstreffer noch wichtiger ist

Der FCL-Trainer ist jedoch überzeugt, dass die Spieler noch genügend Benzin im Tank haben, um sich nach 6 der 13 Spiele – also knapp der Hälfte der sechs englischen Wochen bis zum Meisterschaftsschluss – kraftvoll über die Runden zu bringen. «Wir sind nicht körperlich, sondern im Kopf müde von der Kadenz der Partien alle drei Tage», betont Fabio Celestini.

Darum wird in den restlichen sieben Begegnungen nicht nur das Duell mit den Kontrahenten auf dem Platz geführt, sondern auch ein Kampf gegen die Müdigkeit. Von noch grösserer Bedeutung als sonst ist das erste Tor einer Partie. «Wer in Führung geht, hat einen gewichtigen Vorteil», ist der frühere Schweizer Internationale überzeugt. Davon hat der FCL bei seinen drei Siegen seit dem Neustart gegen Basel (2:1), in Sion (2:0) und gegen Thun (3:0) profitiert. Bei den bislang einzigen beiden Niederlagen unter Celestini, in Lugano und in Genf gegen Servette (je 0:2), war es umgekehrt. Zurückgekommen ist der FCL nur beim 2:2-Unentschieden zu Hause gegen Servette. Dort verdankten die Innerschweizer den Punktgewinn nach 0:2-Rückstand zum grössten Teil der Klasse von Doppeltorschütze Francesco Margiotta.

Der bald 27-jährige Turiner hat mit seinen total zehn Ligatoren einen Löwenanteil an der starken Rückrunde des FCL. Andere Spieler fallen weiterhin aus. Im Angriff müssen die Innerschweizer auf Ibrahima Ndiaye verzichten. Der 22-jährige Senegalese pausiert wegen einer Zerrung im Oberschenkel. Prekärer sieht die Personalsituation in der Abwehr aus: Stefan Knezevic holte sich gegen Servette in der Nachspielzeit mit einer Grätsche in die Beine von Kastriot Imeri eine unnötige rote Karte. «Kneze» hat dafür zwei Spielsperren bekommen – plus eine Aussprache mit Celestini. Wie unsere Zeitung gestern angekündigt hat, fällt Marco Burch mehrere Monate aus. Der Aussenmeniskus des 19-Jährigen ist so stark beschädigt, dass er in den nächsten Tagen operiert werden muss.

Nur noch zwei nominelle Innenverteidiger

Knezevic und Burch sind beide Innenverteidiger. Mit Captain Lucas Alves und Marco Bürki stehen für das Heimspiel von Sonntag gegen Lugano nur zwei zentrale Abwehrleute zur Verfügung. Mit Marvin Schulz hätte Celestini noch einen Mittelfeldspieler im Team, der Erfahrung in der zentralen Verteidigung besitzt. Der Coach baut zudem Marco Bürki moralisch auf, der seit seinem Übertritt zum FCL im Februar in erst vier Partien noch nicht überzeugt hat. Celestini sagt:

«Ich bin sicher, Marco wird seine Sache gegen Lugano super machen.»

Er weiss, dass sein Team gegen die Tessiner besonders bei Standards bereit sein muss. Nicht wie zuletzt bei der 0:2-Pleite in Lugano.